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Electric Avenue: Die erste E-Straße Großbritanniens

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

In Großbritannien ist die erste Straße vollständig für das Laden von Elektrofahrzeugen umgerüstet worden. Der über eine halbe Meile lange Straßenzug wurde auf den Namen „Electric Avenue, W9“ getauft.

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Sutherland Avenue ist die erste vollständig umgerüstete Wohnstraße Großbritanniens, in der Elektrofahrzeuge an Straßenlaternen aufgeladen werden können.
Sutherland Avenue ist die erste vollständig umgerüstete Wohnstraße Großbritanniens, in der Elektrofahrzeuge an Straßenlaternen aufgeladen werden können.
(Bild: Siemens)

Im Rahmen des mit ubitricity und dem Westminster City Council gemeinschaftlich durchgeführten Projekts wurden 24 Straßenlaternen unter Nutzung der vorhandenen städtischen Infrastruktur in Ladestationen für Elektrofahrzeuge umgewandelt. Anwohner können ihr Elektroauto jetzt an verschiedenen Standorten entlang der Sutherland Avenue in London laden; zwei benachbarte Straßen kommen in den nächsten Wochen hinzu.

„Electric Avenue, W9“ zeigt, wie sich die Einstellung gegenüber Elektrofahrzeugen in der britischen Hauptstadt wandelt. Umfragen zufolge ist für 80 Prozent aller Autofahrer die Verbesserung der Luftqualität in der Londoner Stadtmitte „sehr wichtig“; 83 Prozent machen sich heute mehr Gedanken über ihren CO2-Fußabdruck als vor fünf Jahren. Im Stadtteil Westminster ist die Anzahl von Elektrofahrzeugen, die dort geladen werden, im Jahr 2019 um 40 Prozent gestiegen. Laut Untersuchungen von Siemens planen zudem mehr als ein Drittel (36 Prozent) aller britischen Autofahrer den Kauf eines Hybrid- oder Elektroautos als nächstes Fahrzeug; 40 Prozent wären der Umfrage zufolge schon früher umgestiegen, wenn es ausreichend Lademöglichkeiten gäbe.

Westminster City Council hat heute mehr öffentliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge als jede andere Kommune in Großbritannien. Insgesamt finden sich dort 296 in Ladestationen umgewandelte Straßenlaternen, davon 24 in der „Electric Avenue, W9“. Innerhalb des nächsten Jahres soll es in Westminster 1.000 Ladepunkte geben, da in diesem Stadtbezirk doppelt so viele Elektrofahrzeuge wie in anderen innerstädtischen Bezirken registriert sind – und die meisten im Großraum London.

Die gefühlte Realität der Autofahrer weicht jedoch davon ab. Diese gehen im Mittel davon aus, es gäbe in London zurzeit nur 100 bis 200 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge – das entspricht in Wirklichkeit aber nur zehn Prozent der von Siemens durchgeführten Installationen. Nahezu ein Drittel glaubt, es gäbe in der Nähe ihrer Wohnung oder Arbeitsstelle überhaupt keine Lademöglichkeiten. Durch Umrüstung der Sutherland Avenue unter Nutzung der vorhandenen Infrastruktur entsteht ein einfaches und schnelles Netzwerk zum Laden der voraussichtlich 8.000 Elektrofahrzeuge, die bis 2025 im Bezirk Westminster zugelassen sein sollen.

„Das Laden von Elektroautos per Straßenlaterne ist für Autobesitzer ohne eigene Einfahrt eine praktische, kostengünstige, regenerative und energiefreundliche Lösung. Autos sind zu 95 Prozent ungenutzt. Es ist also nur sinnvoll, sie zu laden, während der Fahrer etwas anderes tut, zum Beispiel schlafen oder arbeiten“, sagte Daniel Bentham, Managing Director bei ubitricity UK.

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