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Ein Jahr E-Scooter in Deutschland: Die Skepsis überwiegt

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Seit gut einem Jahr dürfen E-Scooter in Deutschland legal genutzt werden. Doch die Mehrheit der Deutschen fremdelt weiterhin mit dem jungen Mobilitätskonzept.

Zur vorgeschriebenen technischen Ausstattung bei E-Scootern gehören eine Lichtanlage, Bremsen sowie eine Klingel.
Zur vorgeschriebenen technischen Ausstattung bei E-Scootern gehören eine Lichtanlage, Bremsen sowie eine Klingel.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Von Begeisterung für E-Scooter kann in Deutschland keine Rede sein. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey ist das Gegenteil der Fall. Ein knappes Jahr nach Zulassung als „Elektrokleinstfahrzeuge“ im Juni 2019 empfinden 50 Prozent der Menschen in Deutschland die Elektro-Tretroller im öffentlichen Straßenverkehr vor allem als störend, knapp 40 Prozent akzeptieren die Fahrzeuge.

Noch deutlicher fällt das Ergebnis bei der Frage aus, ob E-Scootern die Zulassung für den Straßenverkehr wieder entzogen werden sollte: Während von den über 2.500 befragten Personen 47,4 Prozent dafür sind, dass den Elektro-Tretroller die Straßenverkehrszulassung entzogen werden sollte, wollen bloß 9,8 Prozent auf keinen Fall auf die Fahrzeuge verzichten. Obwohl seit der Straßenzulassung der E-Scooter fast ein knappes Jahr vergangen ist, kann von Akzeptanz also noch keine Rede sein.

Mehr Sicherheit erhöht auch die Akzeptanz

Am 15. Juni 2019 wurden in Deutschland Elektrokleinstfahrzeuge als eigene Fahrzeugklasse für den Straßenverkehr zugelassen. Zu diesen Kraftfahrzeugen gehören beispielsweise Elektro-Stehroller, die so genannten E-Scooter. Alle diese kleinen Fahrzeuge besitzen einen Elektroantrieb, dürfen maximal Tempo 20 fahren und müssen den Radweg oder – falls keiner vorhanden ist – die Straße benutzen. Gehwege sind tabu.

„Mit dem E-Scooter zu fahren, gleicht im wahrsten Sinne des Wortes einem Balanceakt“, erklärt Jens Peuker. „Selbst für geübte Radfahrer ist es ein ganz neues Gefühl. Die andersartige Lenkung und die kleinen Räder sind gewöhnungsbedürftig. Wir empfehlen: erst üben, dann losfahren. Doch zu allererst sollte immer ein Helm aufgesetzt werden.“ Laut Meinungsforschungsinstitut Civey sprechen sich 54,3 Prozent von fast 3.100 Befragten für eine gesetzliche Helmpflicht beim Fahren eines Elektrotretrollers aus.

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Heikel kann es vor allem beim Abbiegen nach links oder rechts werden. Wie beim Fahrradfahren sind vorschriftsmäßig Handzeichen zu geben, doch beim einhändigen Fahren kann man mit dem E-Scooter leicht die Stabilität verlieren und gefährlich ins Wackeln geraten. Blinker würden die Fahrsicherheit deutlich verbessern, da beide Hände an der Lenkstange bleiben könnten. „Fahrtrichtungsanzeiger gehören leider nicht zu den gesetzlichen Vorgaben, die Hersteller für eine Typgenehmigung durch das Kraftfahrt-Bundesamt erfüllen müssen. Weil dies aber die Verkehrssicherheit deutlich erhöht, fordert TÜV Rheinland, die gesetzlichen Vorgaben entsprechend anzupassen. Ich bin mir sicher, dass der Zugewinn an Sicherheit dann mit dazu beitragen würde, die Akzeptanz von E-Scootern im Straßenverkehr erheblich zu verbessern“, sagt der TÜV-Zweiradexperte Jens Peuker.

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