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EEBUS: Lösung gegen Blackout durch E-Mobilität

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Niederspannungsnetze einem kommenden Boom von E-Autos nicht gewachsen sind. Doch: Werden E-Autos nicht zeitgleich, sondern intelligent verteilt über einen längeren Zeitraum geladen, könnte das Netz eine Verbreitung von bis 100 Prozent E-Autos verkraften – ohne massive Ausbauten. Die EEBUS-Initiative hat für diese Anforderung eine Lösung vorgestellt.

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An der EEBUS-Arbeitsgruppe „E-Mobility“ sind der Branchenverband VDA, viele große Auto- und Ladetechnik-Hersteller sowie führende Marken der Heizungs-, Solar- und Energie- Branche beteiligt.
An der EEBUS-Arbeitsgruppe „E-Mobility“ sind der Branchenverband VDA, viele große Auto- und Ladetechnik-Hersteller sowie führende Marken der Heizungs-, Solar- und Energie- Branche beteiligt.
(Bild: Clipdealer )

In der aktuellen Studie „Der E-Mobilitäts Blackout“ rechnen die Analysten der Beratungsfirma Oliver Wyman zusammen mit Forschern der TU München vor, dass die deutschen Niederspannungsnetze einem kommenden Boom von Elektroautos nicht gewachsen sind. Ab einem Anteil von 30 Prozent Elektroautos sollen diese das örtliche Verteilnetz überlasten und lokale Stromausfälle provozieren, sobald viele Fahrzeuge zur gleichen Zeit geladen werden.

Da vor allem Lastspitzen bei gleichzeitigem Laden am Abend zusammen mit anderen häuslichen Aktivitäten solche Lastspitzen im Stromnetz bewirken, sprechen Insider dabei vom „Tagesschau-Effekt“. In den Speckgürteln moderner Großstädte ist ein Anteil von 30 Prozent Elektroautos und damit die Gefahr von Blackouts in fünf bis zehn Jahren absehbar, so die Prognose der Studie.

Um solche Engpässe zu vermeiden, empfehlen die Forscher der TU München, das Stromnetz flexibler zu nutzen: Werden E-Autos nicht zeitgleich, sondern intelligent verteilt über einen längeren Zeitraum geladen, dann könne das Verteilnetz eine Verbreitung von bis 100 Prozent Elektroautos verkraften, – auch ohne massive Ausbauten.

Die EEBUS Initiative, die mit über 70 Mitgliedsfirmen die Weltsprache für Energie im Internet of Things entwickelt, hat für genau diese Anforderung eine technische Lösung. „Gut, dass die Studie eine Prognose für die Folgen des absehbaren E-Mobility-Booms beziffert und Lösungen aufzeigt,,“ sagt Peter Kellendonk, der 1. Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins und ergänzt: „Flexibles Laden funktioniert dank dem EEBUS-Standard für die E-Auto Ladetechnik schon heute. Die Technik dafür kommt nicht erst in fünf bis zehn Jahren auf dem Markt. Sie steht unmittelbar vor der Serieneinführung.“

Flexibles Laden beginnt im Hause

Überlastungen durch die E-Auto-Ladetechnik, wie sie die Studie mit lahm gelegten Stadtteilen skizziert, sind schon heute im Kleinen möglich. Heizt etwa eine Wärmepumpe gerade mit voller Leistung den Warmwasserspeicher auf, und schließt man dann das Elektroauto an die Wallbox in der Garage an, kann der Strom wegen Überlastung ausfallen.

Die Vernetzung mit dem EEBUS-Standard verhindert dies, indem sich alle Energieverbraucher im Hintergrund darüber abstimmen, wer gerade mit höchster Priorität Energie verbrauchen kann. Insgesamt deckt der EEBUS-Standard für die E-Auto Ladetechnik die folgenden Anwendungsbereiche ab:

  • Effizienz-Steigerung: Möglichst viel selbst erzeugter Strom wird für die E-Auto-
  • Ladung eingesetzt.
  • Überlastsicherung: Sind zu viele Verbraucher gleichzeitig an, wird der Ladestrom temporär gedrosselt und so eine Überlastung verhindert.
  • Entlastung der öffentlichen Netze (coordinated charging): Der Ladevorgang wird mit dem Netzbetreiber abgestimmt. Er kann dabei auf Überlastsignale ebenso reagieren wie auf Preisanreize, wenn überschüssige Energie im Stromnetz verfügbar ist.

Die Vernetzung auf Basis von EEBUS deckt somit alle Forderungen der Studie ab und geht noch einen Schritt weiter: Neben der E-Auto Ladetechnik vernetzt sie auch alle weiteren großen Verbraucher wie etwa die Heizung oder Hausgeräte. Verbraucher kommunizieren via EEBUS außerdem mit einer Photovoltaikanlage und künftig mit dem intelligenten Stromnetz. Damit erlaubt EEBUS die maximale Flexibilität im Umgang mit Energie und hilft so besonders effizient dabei, Ausbaumaßnahmen im Netz zu minimieren.

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