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E-Fuels – Wo macht der Einsatz synthetischer Kraftstoffe Sinn?

| Autor / Redakteur: Holger Holzer / Benjamin Kirchbeck

E-Fuels könnten viele Emissionsprobleme im Verkehr lösen.
E-Fuels könnten viele Emissionsprobleme im Verkehr lösen. (Bild: Continental)

Hätte es mit E-Fuels eine Alternative zum E-Auto gegeben? Der mit Hilfe regenerativer Energie hergestellte synthetische Kraftstoff bietet auf den ersten Blick etliche Vorteile. Doch die entscheidenden Probleme finden sich im Energieaufwand und den erwartbaren Kosten.

Spricht man heute von synthetischen Kraftstoffen, sind in der Regel sogenannte E-Fuels gemeint, die komplett ohne fossile Rohstoffe, aber auch ohne die Nutzung nachwachsender Pflanzen oder anderer organischer Verbindungen hergestellt werden. Ausgangsstoff ist stattdessen das überreichlich vorhandene Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre, das mit Hilfe von Strom zu langen Kohlenstoffketten zusammengefügt wird, die denen von fossilen Mineralöl-Kraftstoffen ähneln. Weil beim Verbrennen nur so viel CO2 entsteht wie bei der Herstellung verwendet wurde, ist der Öko-Sprit klimaneutral. Allerdings nur, wenn der bei der Synthetisierung verbrauchte Strom grün ist. Kommt er aus dem Kohlekraftwerk, verhagelt das die Bilanz.

100 kWh auf 100 Kilometer

Die Menge CO2, die diese synthetischen Kraftstoffe bis 2050 einsparen könnten, ist gigantisch: Der Klimagasausstoß ließe sich um 2,8 Gigatonnen senken, rechnet etwa der Automobilzulieferer Bosch vor. Und auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) rührt kräftig die Werbetrommel für den Markthochlauf künstlich hergestellter Kraftstoffe. Für die Autoindustrie wären E-Fuels in vielerlei Hinsicht eine reizvolle Lösung: Denn anstatt die Antriebstechnik ihrer Modelle mit viel Geld und Aufwand auf Batterie und E-Motor umzustellen, könnte man den Verbrennungsmotor und all die anderen bekannten Komponenten einfach weiter nutzen – inklusive der bestehenden Tankstelleninfrastruktur.

Die CO2-Senkung käme nicht durch den kompletten Verzicht auf Verbrennung zustande, sondern durch den Umstieg auf klimaneutrale Kraftstoffe. Noch nicht einmal eine große Flottenerneuerung wäre nötig: Fast jeder moderne Motor käme mit künstlichen Spritsorten zurecht.

Nur Vorteile also? Im Prinzip schon. Doch das Problem liegt in der Produktion. Diese ist noch viel energieaufwendiger als bei den schon sehr energiehungrigen Biokraftstoffen der Vorgängergenerationen, die aus Nahrungspflanzen oder organischen Abfällen hergestellt wurden. Experten rechnen mit einem Energieaufwand von rund 20 Kilowattstunden Strom für die Herstellung von einem Liter E-Diesel. Selbst ein sparsamer Diesel-Pkw würde damit knapp 100 kWh Energie auf 100 Kilometern verbrauchen. Das durchschnittliche E-Auto benötigt auf gleicher Strecke 10 bis 20 kWh.

Für Deutschland wohl keine dauerhafte Alternative

Und nicht nur der Strombedarf ist hoch, auch darüber hinaus ist die Produktion aufwendig und teuer: Aktuell würde ein Liter Diesel-Äquivalent nach Einschätzung des Bundesumweltministeriums an der Tankstelle mit 4,50 Euro netto zu Buche schlagen. Ob die Kosten im kommenden Jahrzehnt sinken, ist nach Einschätzung der Politik nur schwer abzusehen, denn bislang gibt es quasi keine Produktion. Lediglich Demonstrations- und Pilotanlagen sind bislang in Betrieb.

Grundsätzlich hält die Bundesregierung strombasierte Kraftstoffe jedoch für sinnvoll und nötig, um den Verkehr bis 2050 emissionsfrei zu bekommen. Flüssige oder gasförmige Kraftstoffe aus Strom sollen vor allem dort eingesetzt werden, wo eine Elektrifizierung technisch nur schwer möglich ist. Etwa bei Flugzeugen, Schiffen oder in Teilen des Zugverkehrs.

Auch außerhalb Deutschlands könnte es einen Markt für E-Diesel und E-Benzin geben: So könnten die Designerkraftstoffe etwa in den Wüsten Nordafrikas anstelle von Wasserstoff zur Speicherung von Strom aus Sonnenenergie genutzt werden. Mit dem klimaneutralen Sprit ließen sich dann die großen Autoflotten des Kontinents betreiben, auf dem E-Autos auf absehbare Zeit wohl keine Rolle spielen werden. Hierzulande hingegen werden wohl auch die synthetischen Kraftstoffe den Verbrennungsmotor nicht dauerhaft am Leben halten.

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@Eseck: endlich mal jemand der das (auch) klar sieht. Ich trommle für diese Erkenntnis seit...  lesen
posted am 02.04.2019 um 10:54 von Unregistriert

Ein weiterer Punkt, der dabei gerne außer Acht gelassen wird, sind die Nebenprodukte der...  lesen
posted am 01.04.2019 um 12:07 von Unregistriert

-- solange die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien nicht ausreicht, um den heute schon...  lesen
posted am 30.03.2019 um 10:55 von Eseck

Wo bleibt die Brennstoffzelle (Fuelcell) ?? Vor 10 Jahren fuhr Opel damit um die Welt. Wir haben...  lesen
posted am 29.03.2019 um 09:58 von Unregistriert

Und mitm Woazn damma hoazn und I glaub eich brennt da Huad! (originalton Süd; die Übersetzung...  lesen
posted am 29.03.2019 um 09:15 von Unregistriert


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