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Drohnen-Forschung: Warum ein Autobauer gen Himmel blickt

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Neben luftfahrtrechtlichen Fragen beschäftigt sich Ford auch mit den Drohnen selbst, um besser zu verstehen, wo sich ihre Verwendung durch Kunden mit der potenziellen Nutzung im Fahrzeugbereich überschneidet.
Neben luftfahrtrechtlichen Fragen beschäftigt sich Ford auch mit den Drohnen selbst, um besser zu verstehen, wo sich ihre Verwendung durch Kunden mit der potenziellen Nutzung im Fahrzeugbereich überschneidet. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Ford schlägt neue Einsatzbereiche für Drohnen vor. Der US-amerikanischer Autobauer möchte testen, wie Fahrzeuge und Drohnen zukünftig zusammenarbeiten könnten und hat zu diesem Zweck eine neue Programmier-Plattform entwickelt.

Obwohl sich die Drohnen-Technologie immer weiter durchsetzt, steckt sie insgesamt noch in den Kinderschuhen. Auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Drohnen sind vielerorts noch nicht ausgereift – das betrifft sowohl Europa als auch die USA. Deshalb nimmt Ford am FAA Unmanned Aircraft Systems Symposium teil und schlägt neue Einsatzbereiche für Drohnen vor. Grundlage hierfür wäre eine generelle Identifizierung von Drohnen, übrigens ohne dass bestehende Modelle modifiziert werden müssten.

Remote Identification-System

Die Lösung liegt in einem 10-stelligen Code, der auf die Fluggeräte aufgedruckt werden müsste. Die Herausforderung besteht darin, dass die ID einer Drohne nur aus unmittelbarer Nähe gelesen werden kann, wenn die Drohne sich üblicherweise im Flug befindet. Deshalb hat sich Ford speziell mit Anti-Kollisions-Lichtern beschäftigt, die die Sichtbarkeit von Drohnen verbessern. Die Idee wurde in den USA bereits zum Patent angemeldet und basiert auf ASCII-kodierten Binär-Signalen, die theoretisch eine universelle Kompatibilität gewährleisten. Zusätzlich zu diesen Leuchten ließe sich die Registrierungsnummer einer Drohne von einer kamerabasierten Software-Applikation erfassen. Dekodierungs-Algorithmen, die mit Google TensorFlow erstellt wurden, können auf einem Standard-Smartphone ausgeführt werden, was es ermöglichen würde, in der Luft befindliche Drohnen zu identifizieren. Erste Feldversuche haben bereits gezeigt, dass ein solches „Remote Identification“-System funktioniert.

„Nicht wenige unserer Kunden haben selbst Drohnen“, sagt John Luo, Research Manager bei Ford. „Viele Menschen denken über Drohnen als Hilfsmittel für den Alltag nach. Als Forscher interessieren wir uns deshalb für die mögliche Interaktion zwischen unseren Fahrzeugen und Drohnen, um diese Technologie in Zukunft eventuell für unsere Kunden nutzbar machen zu können“.

Erforschung des künftigen Potenzials

Neben luftfahrtrechtlichen Fragen beschäftigt sich Ford auch mit den Drohnen selbst, um besser zu verstehen, wo sich ihre Verwendung durch Kunden mit der potenziellen Nutzung im Fahrzeugbereich überschneidet. Vor diesem Hintergrund wurde eine Entwickler-Plattform geschaffen, die es verschiedenen Ford-Teams ermöglicht, die Zusammenarbeit von Drohnen und Fahrzeugen zu testen – beispielsweise im Rahmen von Vermessungsarbeiten.

„Unsere Programmier-Plattform bietet modularen Zugriff auf Drohnen“, sagt Adi Singh, von Ford Research and Advanced Engineering. „Ziel ist das Testen und Entwickeln von Hardware, Software, Benutzeroberflächen und Design-Konzepten“. Dank der Entwickler-Plattform erhalten die Teams eine definierte Umgebung, in der sie die Potenziale der Technologie und die Rolle, die Drohnen in der Zukunft spielen werden, schon heute evaluieren können. Geplant ist außerdem die Ausweitung des Systems zu einer Open-Source-Plattform, damit auch externe Entwickler davon profitieren können. Da sich die Verbreitung von Drohnen immer weiter beschleunigt, werden Kunden diese Technologie schon bald nicht mehr bloß in der Freizeit nutzen, sondern auch im realen Arbeitsleben.

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