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Drei Irrtümer der Elektromobilität

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

70 Prozent der deutschen Autofahrer glauben, dass bundesweit weniger als 3.000 Ladestationen zur Verfügung stehen. In Wirklichkeit sind es mittlerweile mehr als 13.000 Ladestationen, die täglich von E-Autofahrern angesteuert werden.
70 Prozent der deutschen Autofahrer glauben, dass bundesweit weniger als 3.000 Ladestationen zur Verfügung stehen. In Wirklichkeit sind es mittlerweile mehr als 13.000 Ladestationen, die täglich von E-Autofahrern angesteuert werden. (Bild: Clipdealer)

Die Reichweite von E-Autos ist zu gering, das Laden dauert zu lange und überhaupt gibt es zu wenige Ladestationen – so lauten einige der Vorurteile gegenüber der E-Mobilität. Doch eine neue Analyse zeigt, dass die E-Mobilität die Ansprüche vieler Deutschen schon heute erfüllt – sie wissen es nur nicht.

62 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen. Dabei gilt: Je jünger die Befragten, desto eher können sie sich mit der Technologie anfreunden. Würde sich bei den 55- bis 69-jährigen nur jeder Zweite ein E-Auto in die Garage stellen, sind es bei den 18- bis 24-jährigen dagegen ganze 79 Prozent.

Hauptgrund für den potenziellen Kauf eines E-Autos ist bei fast drei Vierteln der Befürworter ihr Umweltbewusstsein: Die Reduzierung des CO2- und Feinstaubausstoßes spielt für sie die wichtigste Rolle beim Umstieg auf Elektromobilität. 38 Prozent der befragten Führerscheinbesitzer lehnen den Kauf eines E-Autos dagegen kategorisch ab. Um sie doch noch für einen reinen Stromer zu begeistern, wären vor allem geringere Anschaffungspreise notwendig (73 Prozent).

Höhere Reichweiten könnten immerhin noch 71 Prozent der E-Auto-Gegner erweichen, mehr öffentliche Ladestationen 65 Prozent. Keine Überraschung: Bei Dieselfahrern ist die höhere Reichweite mit 81 Prozent der Nennungen das beste Überzeugungsargument. Doch warum sind die Deutschen mit den Reichweiten nicht zufrieden?

1 Irrtum: Reichweite der Elektroautos

Knapp 50 Prozent der befragten Autofahrer schätzen die Reichweite von Elektroautos auf deutlich unter 200 Kilometer. Tatsächlich verfügen die aktuellen Modelle über eine realistische Reichweite zwischen 200 und 300 Kilometern. Das wissen immerhin 31 Prozent der Umfrageteilnehmer. Für die meisten Befragten ist das aber noch zu wenig. Über 40 Prozent geben an, dass ein E-Auto mit einer Vollladung mindestens 450 Kilometer weit kommen muss.

Je älter die Befragten sind, desto häufiger sind hohe Reichweiten für sie ein Muss und auch Diesel-Fahrer wünschen sich vermehrt Reichweiten von über 450 Kilometern. Am extremsten sind die E-Auto-Gegner: Hier fordert knapp ein Drittel sogar Reichweiten von mehr als 500 Kilometern – und das, obwohl fast alle Befragten am Tag durchschnittlich weniger als 100 Kilometer mit dem Auto zurücklegen.

„Da E-Fahrzeuge hauptsächlich abends zuhause oder tagsüber am Arbeitsplatz laden, reichen für den Alltag der allermeisten Deutschen selbst E-Autos mit geringsten Akkukapazitäten aus“, so Andreas Pfeiffer, Spezialist für Elektromobilität und verantwortlich für den Bereich E.ON Drive bei E.ON. „Die nächste Generation der Fahrzeuge, wie beispielsweise der neue Nissan Leaf, hat Reichweiten um die 400 Kilometer, so dass auch die wenigen Langstreckenfahrten der Deutschen locker abgedeckt sind.“ Damit wäre dann laut Umfrage immerhin etwas mehr als die Hälfte der deutschen Autofahrer zufriedengestellt.

2. Irrtum: Anzahl der Ladestationen

Gefragt danach, wie viele Ladestationen es ihrer Meinung nach in Deutschland gibt, zeigt sich, dass der Mythos „zu wenig Ladestationen“ tatsächlich weit verbreitet ist. 70 Prozent der Autofahrer glauben, dass bundesweit weniger als 3.000 Ladestationen zur Verfügung stehen. Weitere 20 Prozent tippen auf unter 6.000. „Betrachtet man öffentliche Ladestationsplattformen, die E-Auto-Fahrer täglich nutzen, um Ladestationen im Umkreis zu finden, sprechen wir derzeit von mehr als 13.000 Ladestationen“, ergänzt Pfeiffer.

3. Irrtum: Durchschnittliche Ladedauer

Die durchschnittlichen Ladezeiten von Elektroautos schätzen die Deutschen zudem deutlich höher ein, als sie tatsächlich sind. Die Hälfte der Befragten geht beim normalen Laden mit Wechselstrom (AC) davon aus, dass die Stromer mehr als sechs Stunden am Stecker hängen. Tatsächlich sind aktuelle Fahrzeuge in vier bis sechs Stunden voll aufgeladen.

„Zuhause oder am Arbeitsplatz, wo 80 Prozent aller Ladevorgänge stattfinden, ist das also kein Problem“, meint Pfeiffer. Die Schnellladezeiten mit Gleichstrom (DC) schätzen 63 Prozent der Umfrageteilnehmer auf über eine Stunde. Tatsächlich reichen je nach Akkukapazität aber 30 bis 60 Minuten für eine Vollladung.

Für 37 Prozent der Befragten wäre das auch eine akzeptable Ladezeit für das Laden unterwegs auf längeren Strecken. Weitere 42 Prozent wäre mit 10 bis 30 Minuten zufrieden – also genau der Ladezeit, die die neueste Generation von Ultraschnellladern für kompatible Fahrzeuge braucht. „Allein E.ON plant für dieses und kommendes Jahr 180 Schnelllader in Europa, die ersten wer-den gerade gebaut“, so Pfeiffer. „Wunsch und Realität treffen sich also spätestens in ein paar Monaten. Macht man sich zudem bewusst, dass man mit E-Autos nicht wie mit Verbrennern klassisch zum Tanken fährt, sondern lädt, wenn das Fahrzeug sowieso steht, sollte der Anschaffung eines E-Autos eigentlich nichts im Wege stehen.“

Ein Manko bleibt

„Einziges Manko ist tatsächlich der hohe Anschaffungspreis, der die Geldbeutel vieler potenzieller Nutzer überfordert“, analysiert Pfeiffer weiter. Das belegen auch die Ergebnisse der E.ON Umfrage: Je höher das monatliche Grundeinkommen, desto eher denken Autofahrer über den Umstieg auf ein E-Auto nach. Bei Geringverdienern kann sich nur knapp die Hälfte den Kauf eines Elektrofahrzeugs vorstellen. Geringere Anschaffungspreise wären daher mit Abstand das beste Überzeugungsargument bei der anderen Hälfte.

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posted am 03.10.2018 um 08:02 von Unregistriert

Es ist wohl richtig, das die Fakten manchmal nicht durchdringen. Offensichtlich auch bei manchen...  lesen
posted am 30.09.2018 um 18:17 von Unregistriert

Solange ein Elektro-Auto nur in die Fußstapfen eines Autos mit Verpuffungs-Motor tritt, bleiben...  lesen
posted am 29.09.2018 um 21:02 von Unregistriert

Aus meiner Sicht (und ich habe einen Elektroroller und einen Twizy) gibt es schon Kritik an der...  lesen
posted am 28.09.2018 um 13:10 von Unregistriert

Zum Kommentator der geschrieben hat „Die CO2 Emissionsrechnung ist völliger Quatsch.“. Seine ist...  lesen
posted am 27.09.2018 um 13:24 von Unregistriert


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