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Diese vier Trends treiben die Bordnetzbranche um

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Die zunehmende Elektrifizierung der Fahrzeuge und das Autonome Fahren bringt für die Bordnetzhersteller nicht nur steigende Sicherheits- und Qualitätsanforderungen mit sich. Sie konfrontiert sie auch mit neuartigen Kabelsätzen und Bordnetzen. DiIT nennt vier zentrale Trends, die sich daraus im Jahr 2020 für die Branche ergeben.

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(Bild: Clipdealer)

Steigende Komplexität und Miniaturisierung erfordern Automatisierung

Die wachsende Ausstattung von Kraftfahrzeugen mit elektrischen Teilen und IT-Komponenten verlangen immer mehr hochspezialisierte Kabelsätze. Sie sind durch große Komplexität charakterisiert und weisen einen steigenden Grad an Miniaturisierung auf. Beides lässt sich nur noch mit Hilfe spezieller Maschinen beherrschen. Deshalb werden immer mehr Hersteller von Bordnetzen und Kabelsätzen für die Automobilindustrie Maschinen einsetzen, die gezielt für die automatisierte Verarbeitung von Kabeln und Leitungen konzipiert sind – etwa so genannte Transferlinien.

Hochvoltfertigung bringt doppelte Herausforderung mit sich

Einen ganz ähnlichen Effekt haben die 48-Volt-Bordnetze für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Die Produktion dieser Hochvoltnetze bedeuten für die Hersteller eine gleich zweifache Herausforderung. Zum einen bekommen sie es mit einer neuen Technologie zu tun; zum anderen werden 48-Volt-Netze meist noch nur in kleinen Stückzahlen hergestellt. Die hohen Sicherheitsanforderungen, die diese Technologie mit sich bringt, gepaart mit der Notwendigkeit, sie wirtschaftlich zu produzieren, erfordern eine hochautomatisierte und digitalisierte Fertigung.

Traceability-Systeme integrieren zunehmend Condition Monitoring

Um die steigenden Qualitätsanforderungen der Automobilhersteller zu erfüllen, bauen Bordnetzhersteller bereits verstärkt Rückverfolgungssysteme auf. Sie ermöglichen es im Fall eines Problems, die Ursachen dafür rasch zu identifizieren sowie sofortige und gezielte Rückrufe umzusetzen. In diesem System werden nun zunehmend komplexere Informationen der Maschinen und ihrer Umgebung erfasst, beispielsweise Zustände wie Vibration, Noise, Lux oder CO2. Damit lassen sich Störszenarien antizipieren und so Qualitätsmängel von vornherein vermeiden.

Die Branche ringt um dringend benötigte Schnittstellenstandards

Eine zwingende Voraussetzung für die Digitalisierung der Bordnetzbranche sind einheitliche Schnittstellenstandards. Nur damit lassen sich Maschinen schnell und effizient an übergeordnete Softwaresysteme zur Dokumentation und Steuerung der Produktion anbinden, beispielsweise Manufacturing-Execution-Systeme (MES). Ziel muss es deshalb sein, dass die Hersteller sämtliche Maschinen mit TCP/IP-Netzwerktechnik ausstatten und darauf aufbauend einheitliche Schnittstellen unterstützen. Ein idealer Kandidat für solch einen Standard ist die OPC Unified Architecture (OPC UA).

Fazit

„Das Jahr 2020 wird ein spannendes und herausforderndes Jahr für die Bordnetzbranche. Sie befindet sich derzeit in einem fundamentalen Wandel und dieser Wandel wird sich weiter beschleunigen“, sagt Bernd Jost, Geschäftsführer von DiIT, Spezialist für integrierte Softwaresysteme in der Kabelsatzproduktion. „Im Fokus stehen dabei die Automatisierung der Prozesse und der Einsatz von Software zur Steuerung und Dokumentation dieser Prozesse. Noch wird hier von der Branche sehr verhalten investiert, das muss und wird sich aber ändern.“

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