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Die Rückkehr der Fahrzeugproduktion in das Ruhrgebiet

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Die geplante Eröffnungsfeier musste wegen der Corona-Krise abgesagt werden, und deshalb hat sich die Rückkehr der Fahrzeugindustrie in das Ruhrgebiet von der Öffentlichkeit weitgehend unbeobachtet abgespielt: In Herne hat Tropos Motors Europe (TME) mit der Produktion von kompakten Elektro-Transportern begonnen.

Entwickelt wurden die Transporter vor allem für Lieferdienste, Paketverteiler und Handwerksbetriebe, aber auch kommunale und landwirtschaftliche Betriebe sowie die Gastronomie stehen auf der Zielgruppenliste.
Entwickelt wurden die Transporter vor allem für Lieferdienste, Paketverteiler und Handwerksbetriebe, aber auch kommunale und landwirtschaftliche Betriebe sowie die Gastronomie stehen auf der Zielgruppenliste.
(Bild: TME )

Nach dem Ende der Opel-Produktion in Bochum ist Tropos nun der erste Fahrzeughersteller, der wieder im Ruhrgebiet produziert. In dem neuen Werk auf dem ehemaligen Gelände des Baukonzerns Heitkamp sollen künftig bis zu 3.000 Elektro-Transporter pro Jahr entstehen. TME ist der europäische Ableger des kalifornischen Herstellers Tropos Motors, der sich auf elektrisch angetriebene Transporter spezialisiert hat. Die Produktion übernimmt in Herne das süddeutsche Unternehmen Mosolf.

In Herne produziert TME aktuell zwei Modelle. Den Tropos Able ST mit Bleiakku (netto 18.000 Euro) und den Trops Able XR mit Lithiumionen-Batterie (netto 24.000 Euro). Die Reichweiten liegen, verspricht der Hersteller, bei 80 Kilometern für den Able und 105 bis 260 Kilometern für das XR-Modell. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei überschaubaren 40 km/h erreicht.

Zur Ausstattung des Topmodelles gehören unter anderem ein Multifunktion-Bildschirm mit Radio und USB-Anschluss sowie Bluetooth-Freisprechanlage, Berganfahrhilfe, Servolenkung, Rückfahrkamera, Zentralverriegelung und Klimaanlage. Über die gegen Aufpreis lieferbare Data-Box lässt sich der Kompakt-Transporter vernetzen, sodass Daten wie Ladestand der Batterie und Standort jederzeit von der Zentrale abgerufen werden können.

Entwickelt wurden die Transporter vor allem für Lieferdienste, Paketverteiler und Handwerksbetriebe, die ihre Dienste in städtischen Bereichen anbieten. Aber auch kommunale und landwirtschaftliche Betriebe sowie die Gastronomie stehen auf der Zielgruppenliste der Marketing-Experten. „Wir sehen ein enormes Potenzial für nachhaltige und ökonomisch sinnvolle Transportmöglichkeiten gerade auf der letzten Meile und auf Betriebsgeländen. Hier sind flexible und umweltfreundliche Transporter gefordert, um CO2-neutrale Verkehre zu ermöglichen und die Lärmemissionen zu reduzieren,“ erklärt der Vorstandsvorsitzende der Mosolf-Gruppe Jörg Mosolf.

Der Transporter kommt mit einer Länge von 3,70 und einer Breite von 1,40 Metern sowie einem Wendekreis von gerade 3,96 Metern auf die Straße. An einer haushaltsüblichen Steckdose vergehen acht Stunden bis die Energiespeicher wieder aufgeladen sind. So lassen sich, meint zumindest Tropos, die Kosten für eine Wallbox einsparen. Die Ladefläche ist nach TME-Angaben eine der größten in dieser Klasse und kann mit zwei Europaletten beladen werden. Die Nutzlast liegt bei maximal 565 Kilogramm. Dank des von Tropos entwickelten Systems „Easy Swap“ lassen sich auf der Ladefläche schnell verschiedene Aufbauten für unterschiedliche Transportaufgaben montieren. –ampnet–

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