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„Die Mission 2025 heißt null Emissionen“

| Autor / Redakteur: Andreas Wittke / Benjamin Kirchbeck

Technikstudie Audi h-tron quattro concept: Das Fahrzeug fährt rein elektrisch – mit Wasserstoff als Energiequelle.
Technikstudie Audi h-tron quattro concept: Das Fahrzeug fährt rein elektrisch – mit Wasserstoff als Energiequelle. (Bild: Audi)

Das langfristige Ziel der Audi-Antriebsstrategie: null Emissionen. Wie sieht die Strategie dahinter aus? Wo steht Audi heute und welche Hindernisse gibt es? Im Interview gibt Nikolai Ardey, Leiter Entwicklung Antrieb, Antwort.

Audi verfolgt in der Antriebsentwicklung ein sehr ambitioniertes Ziel: null Emissionen. Wie wollen Sie das schaffen?

Null Emissionen sind eine Vision, ein Ansporn – 2025 werden wir das sicher nicht zu 100 Prozent erreicht haben. Wir setzen bis dahin auf einen Mix aus verschiedenen Antriebstechnologien. Im Fokus steht dabei die Elektrifizierung unserer Fahrzeuge. Bis 2025 ist jeder dritte Audi elektrifiziert, der neu produziert wird, ein reines Elektrofahrzeug sein.

Damit wir dieses Ziel erreichen können, müssen unsere Elektroautos begehrlich und alltagstagstauglich sein, eine anständige Reichweite besitzen und Fahrspaß bieten. Ergänzend dazu konzentrieren wir uns noch stärker auf Hybridfahrzeuge – die elektrifizierten Verbrenner, sogenannte Mild- und Plug-in-Hybride, werden bis 2025 zwei Drittel der verkauften Autos ausmachen.

Sie sprechen das Thema Alltagstauglichkeit an: Was unternimmt Audi, um die Reichweite zu erhöhen und die Ladeinfrastruktur zu verbessern?

Dieses Thema hängt von vielen Faktoren ab. Wenn ein E-Auto bisher 160 Kilometer theoretische und im Winter nur 80 Kilometer tatsächliche Reichweite hat, ist das natürlich zu wenig. Jedoch werden sich Batterietechnologie und Infrastruktur in den nächsten Jahren stark weiterentwickeln und verbessern. Unser Technologieplan sieht vor, dass unsere Elektroautos zukünftig 500 bis 600 Kilometer mit einem Ladevorgang schaffen.

Bei der Ladeinfrastruktur müssen sich Automobilhersteller und Politik zusammensetzen, um eine Lösung zu finden. Gute Ansätze und die finanziellen Mittel sind bereits vorhanden. Die größten Hemmnisse stellen bisher die Umsetzungsgeschwindigkeit und die bürokratischen Hürden dar, wie zum Beispiel Platz für Strom-Tankstellen zu finden. Das klingt vielleicht trivial, ist es aber leider keineswegs.

Wie passt Fahrspaß zur (e)mission zero? Müssen Audi-Kunden zukünftig auf sportliche Antriebe verzichten?

Da mache ich mir keine Sorgen. Alle E-Auto Fahrer, die ich bisher getroffen habe, waren hellauf begeistert. Die Vorteile liegen doch auf der Hand: Ich kann sofort spontan das volle Drehmoment nutzen. Auch ein Mildhybrid bietet großen Fahrspaß. Mit Hilfe eines elektrisch angetriebenen Verdichters zeigt er ein Anfahrverhalten wie ein E-Auto.

Welche Konsequenzen hat die Antriebsstrategie für das jetzige Produktportfolio?

Wir werden bis 2025 weiterhin Verbrennungsmotoren anbieten. Jedoch elektrifizieren wir diese sukzessive flächendeckend. Hier setzen wir vor allem auf unsere Plug-in- und Mild-Hybride als Brückentechnologie. Diese setzen dort an, wo das rein elektrisch angetriebene Auto bisher nicht funktioniert

In welchen Fällen funktionieren reine E-Autos noch nicht?

Wenn etwa ein Vertriebsmitarbeiter jeden Tag eine sehr lange Strecke fährt. Für ein komfortables Reisen braucht es Schnellladesäulen mit kurzen Ladezeiten entlang der großen Verkehrsachsen. Ein flächendeckendes Netz gibt es heute noch nicht. Deshalb treibt Audi gemeinsam mit anderen Automobilherstellern den Aufbau eines High-Power-Charging-Netzwerks voran. Bis 2020 sollen rund 400 Schnellladestationen entstehen. Gleichzeitig vereinen unsere Plug-in-Hybride schon heute das Beste aus beiden Welten und bieten eine große Reichweite.

Welche anderen Alternativen sehen Sie neben den Hybriden?

Synthetische Kraftstoffe, sogenannte e-fuels – aus erneuerbaren Energien, Wasser und CO2 oder aus Reststoffen wie Stroh und Grünschnitt, hergestellt – besitzen enormes Potenzial. ein Auto, das mit e-fuels betrieben wird, fährt nahezu CO2-neutral.

Wie serienreif und massentauglich ist das?

Mit unserem g-tron sind wir bereits in Serie gegangen. Mit dem Audi e-gas sinken die Kohlendioxid-Emissionen in der well-to-wheel-Analyse um 80 Prozent. Die Kunden zeigen starkes Interesse. Jetzt müssen wir noch die Infrastruktur ausbauen. Der VW-Konzern arbeitet gemeinsam mit namhaften Gaslieferanten am Ausbau des Erdgas-Tankstellennetzes in Deutschland.

Dieses soll von aktuell 900 auf über 2.000 Tankstellen aufgestockt werden. Auf Herstellerseite stehen wir vor einer weiteren Herausforderung: e-fuels werden noch nicht auf die CO2-Flottenwerte angerechnet. Erst wenn die Politik hier nachzieht, können synthetische Kraftstoffe in größerem Maßstab die nächste Generation alternativer Antriebe darstellen.

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Schade. Die Diskussion um emissionslose Antriebe der Zukunft geht inzwischen nur noch in die...  lesen
posted am 24.11.2017 um 15:56 von Unregistriert


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