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Die Geschichte des Elektroautos

| Autor: Thomas Kuther

Tesla Roadster mit 6831 Laptop-Akkus

2006 wurde der Tesla Roadster vorgestellt und ging 2008 in Serienfertigung. Angetrieben wird er von einem 215-kW-Elektromotor im Heck, der den zweisitzigen Sportwagen in rund 3,9 s auf 100 km/h beschleunigt und bei 201 km/h elektronisch abgeregelt wird. Mit seinem 450 kg schweren Akkupack aus 6831 Zellen handelsüblicher Lithium-Ionen-Akkus des Typs 18650 hat der Tesla Roadster eine Reichweite von rund 340 km.

Elektrisch angetriebenes Unter-Wasser-Cabrio

Auf dem Genfer Auto Salon 2008 stellte der Schweizer Auto-Visionär und Rinspeed-Boss Frank M. Rinderknecht den sQuba auf Basis des Lotus Elise vor – ein elektrisch angetriebenes Tauch-Auto, das bis zu 10 m unter Wasser „fliegen“ kann. Die Unterwasser-Höchstgeschwindigkeit des Cabrios beträgt 3 km/h, an Land sind es 120 km/h. Drei Motoren sind im Heck untergebracht.

Einer sorgt für Vortrieb zu Lande, zwei treiben die Propeller für die Unterwasserfahrt an. Unterstützt werden sie durch zwei Jetantriebe im Bug. Luft erhalten die Passagiere über ein eingebautes Pressluft-System wie es Taucher kennen. Die Stromversorgung stellen Lithium-Ionen-Akkus sicher.

Mit acht Rädern 400 km/h im Visier

Prof. Hiroshi Shimizu von der Keio University in Tokio stellt 2009 den Eliica (Electric Lithium-Ion battery Car) vor, ein 2,4 t schweres und 5,1 m langes Konzeptauto, das er mit 40 Studenten gebaut hatte. Das Entwicklungsziel war eine Höchstgeschwindigkeit von 400 km/h. Bei Tests wurden mit einem speziell auf Geschwindigkeit getrimmten Prototypen immerhin schon 370 km/h erreicht.

Der Eliica hat vier Achsen und acht Räder, von denen jedes von einem elektrischen 55-kW-Radnabenmotor angetrieben wird. Das Standardmodell mit einer Gesamtleistung von 440 kW beschleunigt in 4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h. Die Reichweite mit einer vollen Batterieladung beträgt rund 325 km, wobei der Ladevorgang allerdings 10 Stunden dauert.

„White Zombie“ – der Wolf im Schafspelz

John Wayland hat im Sommer 2010 einen weißen Datsun 1200 Coupe aus dem Jahr 1972 für Dragster-Rennen umgebaut: Statt des ursprünglichen 70-PS-Benzinmotors werkeln nun zwei E-Maschinen, die zusammen rund 370 kW leisten und den Youngtimer in 1,8 s von 0 auf 60 mph (96 km/h) beschleunigen. Damit ist der „White Zombie“ das Elektroauto mit Straßenzulassung, das die größte Beschleunigung bietet. Ein Video zum "White Zombie" finden Sie hier.

Gasturbinen laden die Akkus während der Fahrt

Auf dem Pariser Automobilsalon 2010 präsentierte Jaguar die 330 km/h schnelle Konzept-Studie C-X75, die in 3,4 s von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Angetrieben wird der zweisitzige Sportwagen von vier elektrischen Radnabenmotoren mit jeweils 145 kW. Die Lithium-Ionen-Akkus können in sechs Stunden am 220-V-Netz geladen werden und sorgen alleine für eine Reichweite von 109 km.

Allerdings sind zwei kleine Gasturbinen an Bord, die zusammen 140 kW liefern und die Batterien bei Bedarf während der Fahrt aufladen, was die Reichweite des C-X75 auf 900 km verlängert. Im „Track“-Modus leiten die Gasturbinen aber auch direkt zusätzliche Energie an die E-Motoren, was ein maximales Drehmoment von 1600 Nm ermöglicht.

Schnellster Elektrorenner mit Straßenzulassung

Zwei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 735 kW (1000 PS) und einem Drehmoment von fast 1100 Nm beschleunigen den Supersportwagen Ultimate Aero EV von Shelby Supercars in 2,5 s auf rund 100 km/h und erlauben eine Spitzengeschwindigkeit von knapp 335 km/h. Laut Hersteller soll die Reichweite des elektrischen Supersportwagens mit einer Akkuladung zwischen 240 und 320 km liegen.

Drei neue Hybrid-Porsche auf dem Autosalon Genf 2010

Porsche stellte auf dem Automobil-Salon Genf 2010 drei neue Modelle mit Hybrid-Antrieb vor: den Geländewagen Cayenne S Hybrid mit Parallel-Vollhybrid, den Rennwagen 911 GT3 R Hybrid mit elektrischem Vorderachsantrieb und Schwungmassenspeicher sowie den Mittelmotorsportwagen 918 Spyder.

Der Porsche 918 Spyder mit Plug-in-Hybrid-Antrieb bietet die Fahrleistungen eines reinrassigen Supersportwagens: Er beschleunigt in knapp 3,2 s von null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von über 320 km/h. Dabei liegt der Kraftstoffverbrauch bei 3 l/100 km im NEFZ, was einem CO2-Ausstoß von 70 g/km entspricht.

Der offene Zweisitzer wird von einem Hochdrehzahl-V8-Motor mit rund 370 kW und einer maximalen Drehzahl von 9200/min sowie von Elektromaschinen an Vorder- und Hinterachse mit einer mechanischen Gesamtleistung von 160 kW angetrieben. Als Kraftübertragung dient ein Siebengang- Doppelkupplungsgetriebe, über das zudem die Kraft des Elektroantriebs an der Hinterachse eingeleitet wird. Der vordere Elektroantrieb treibt die Räder über eine feste Übersetzung an.

Buckeye Bullet bricht Geschwindigkeits-Weltrekord

Ebenfalls im Jahr 2010 erreichte das 590-kW-Elektroauto „Buckeye Bullet“eines Teams der Ohio State University in der Salzwüste Boneville im US-Bundesstaat Utah auf einer Strecke von einer Meile eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 495 km/h sowie eine registrierte Höchstgeschwindigkeit von 515 km/h.

Die jüngsten Versuche, diesen Rekord mit dem völlig neu entwickelten Venturi Buckeye Bullet 3 (VBB 3) zu knacken, scheiterten allerdings wegen schlechter Witterung. Angetrieben wird das neue Rekordfahrzeug von vier Venturi-E-Maschinen, die zusammen 1545 kW (2100 PS) leisten und das VBB 3 auf bis zu 800 km/h bringen sollen.

Die Energie liefern A123-Lithium-Ionen-Batterien. Im August 2015 erreichte das Fahrzeug in zwei Durchgängen nur eine mittlere Geschwindigkeit von 386,757 km/h. Die FIA erkannte dies als neuen Rekord in der Kategorie A Gruppe VIII Klasse 4 an. Als Spitzengeschwindigkeit erreichte das Fahrzeug 463,4 km/h.

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