Suchen

Die Einsatzfelder von AR und Datenbrillen Im Automobilsektor

| Autor/ Redakteur: Dr. Frank Lampe / Benjamin Kirchbeck

Experten-Know-how jederzeit und überall verfügbar zu machen, ist eine echte Herausforderung. Um den Wissenstransfer zu optimieren, hat BMW die Ubimax-Lösung xAssist mit Datenbrillen kombiniert. BMW nennt das System „TSARA Vision“. Eine Vorstellung.

Firma zum Thema

Der Einsatz von AR und Datenbrillen ist kein Selbstzweck, sondern muss sich rechnen bzw. klare Vorteile liefern.
Der Einsatz von AR und Datenbrillen ist kein Selbstzweck, sondern muss sich rechnen bzw. klare Vorteile liefern.
( Bild: BMW )

Die Automobilindustrie erlebt einen teilweise disruptiven und teilweise evolutionären Wandel. Die wichtigsten Herausforderungen scheinen die Elektromobilität, neue Fahrerassistenzsysteme und das Autonome Fahren, die Sammlung und Nutzung von Big Data und der Kampf um Innovationen und Patente zu sein. Bisher unbekannte chinesische Hersteller und junge, teils industriefremde Start-ups und Unternehmen drängen mit neuen Ideen, Technologien und auch mit innovativen Geschäftsmodellen auf den Markt und intensivieren den ohnehin vorhandenen Wettbewerbsdruck.

Mobilität als Dienstleistung (MaaS) oder zukünftige Drohnentaxis läuten ein neues Zeitalter ein. Gleichzeitig eröffnen innovative Technologien wie AR (Augmented Reality) und Wearable Computing aber auch Chancen, die zunehmende Komplexität der Aufgaben effizient zu bewältigen und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Letztendlich muss aber bei aller Technologie der Kunde im Mittelpunkt stehen.

Wie BMW Nordamerika den After Sales Service unterstützt

Der Anspruch der BMW-Center in Nordamerika ist es, ihren Kunden perfekten Service zu bieten. Die Servicequalität ist ein äußerst wichtiger Aspekt der Unternehmensstrategie von BMW, hängt doch die Wiederkaufquote der Kunden auch mit ihren Erfahrungen im Kundenservice zusammen. Kunden erwarten kompetenten und schnellen Service, selbst bei den komplexesten Reparaturen und Wartungen.

Die 347 unabhängigen BMW Center verteilen sich über die gesamten Vereinigten Staaten. Experten-Know-how jederzeit und überall verfügbar zu machen, ist daher eine echte Herausforderung. Servicetechniker sind bei bestimmten, komplizierten Reparaturen manchmal auf Hilfe des Herstellers angewiesen. Bis Ingenieure des technischen Supports am Einsatzort eintreffen, muss die Arbeit daher unterbrochen werden. Dies ist zeit- und kostenintensiv. Außerdem müssen Kunden eventuell länger als geplant ohne ihren Wagen auskommen und sind auf ein von der Niederlassung bereitgestelltes Ersatzfahrzeug angewiesen, was weitere Kosten verursacht.

Ergänzendes zum Thema

Für einen optimierten Wissenstransfer hat BMW die Ubimax-Lösung xAssist mit Datenbrillen implementiert. BMW nennt das System „TSARA Vision“: Alle US-Händler haben per Datenbrille u.a. Zugriff auf bidirektionale Videokonferenzen zur sofortigen Kontaktaufnahme mit einem oder mehreren Experten. Während dieser Konferenzen können Experten in Echtzeit Dokumente teilen, Arbeitsanweisungen geben, Screenshots machen, Videomitschnitte erstellen oder auf der Datenbrille durch Augmented Reality-Elemente im Sichtfeld des Servicetechnikers hervorheben. Alle Informationen aus der Konferenz werden zur späteren Einsicht automatisch im Konferenzprotokoll dokumentiert. TSARA Vision wurde in weniger als drei Monaten ausgerollt.

Das System ist ein gutes Beispiel dafür, wie Unternehmen mit anspruchsvollem After-Sales-Service, durch Nutzung von Augmented Reality deutliche Zeit- und Kostenorteile erzielen. Haben die Techniker das benötigte Know-how zur rechten Zeit zur Hand, können auch schwierige Reparaturen schnell und fehlerfrei durchgeführt werden. Dies erhöht nicht nur die Kundenzufriedenheit, sondern hilft auch den Technikern, welche durch den regelmäßigen Austausch mit den Supportingenieuren zusätzliche Weiterbildung während der Arbeit erhalten. Für die BMW Center bedeutet diese Lösung effizientere Reparaturen und die Fähigkeit, ihren Kunden noch schnelleren Service zu bieten.

General beschränkt sich der Einsatz von AR und Datenbrillen in der Automobilindustrie aber nicht auf den After Sales Service. Heutzutage befinden sich Datenrillen und Augmented Reality Lösungen entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette im produktiven Einsatz. Angefangen von Ausbildung und der internen Logistik, über die Produktion und Montage, das Management der Arbeitsprozesse, die Arbeitssicherheit und Unfallverhütung bis hin zur Qualitätssicherung. Die folgende Tabelle gibt einen zusammenfassenden Überblick.

Überblick: Anwendungsbereiche in der Automobilfertigung.
Überblick: Anwendungsbereiche in der Automobilfertigung.
( Bild: Ubimax GmbH )

Nutzenpotenziale

Der Einsatz von AR und Datenbrillen ist natürlich kein Selbstzweck, er muss sich rechnen bzw. klare Vorteile liefern. In den zuvor dargestellten Feldern lassen sich dabei unterschiedliche konkrete Nutzen bzw. Vorteile nachweisen. Neben dem Return on Investment bzw. der Amortisationsdauer, die häufig bereits im ersten Jahr liegt, spielen in vielen Fällen die Senkung von Fehlerraten die wichtigste Rolle bei der Anwendung der Technologie. Die Prozessgenauigkeit auf 99,99% zu bringen und dadurch dauerhaft Nacharbeiten zu vermeiden bietet oft die größten Einsparpotenziale. Auch die massive Reduktion von Reisen und die entsprechenden Zeit- und Kostenersparnisse sorgen für eine schneller Amortisation.

Überblick: Vorteile des Einsatzes von AR und Datenbrillen in der Automobilfertigung.
Überblick: Vorteile des Einsatzes von AR und Datenbrillen in der Automobilfertigung.
( Bild: Ubimax GmbH )

Fazit und Empfehlung

In der Automobilfertigung ergeben sich entlang der Fertigungskette vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Datenbrillen und Augmented Reality, die zu unterschiedlichen Verbesserungen und Einsparungen führen. Um nicht für jeden einzelnen Bereich eigene Systeme und Lösungen finden zu müssen, bietet es sich an eine AR-Plattform auszuwählen die möglichst alle aktuellen und zukünftigen Einsatzmöglichkeiten flexibel unterstützt. Dies hält auch den Aufwand für das IT-System-Management und das Security Management gering im Vergleich zu Insellösungen für einzelne Anwendungsbereiche.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 46108052)