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Die Brennstoffzelle ist ein Milliardengrab

| Autor / Redakteur: Joachim Becker/ SZ / Benjamin Kirchbeck

Betankt wird das Wasserstoffauto in weniger als fünf Minuten per Zapfschlauch.
Betankt wird das Wasserstoffauto in weniger als fünf Minuten per Zapfschlauch. (Bild: Daimler)

Autos mit Brennstoffzelle haben kaum eine Chance, den Wettlauf gegen Batterieautos zu gewinnen. Daraus machen auch die Autobauer selbst kein großes Geheimnis, denn die Entwicklung von Batterien und Ladeinfrastruktur schreitet rasant voran.

So sehen gute Verlierer aus: Der SUV spurtet über die schwäbische Alb, wie es sich für ein Elektroauto gehört. Auch bergauf macht die kleine Batterie nicht schlapp. Aufkleber erklären, woher der Strom hauptsächlich kommt. Nicht aus der Steckdose, sondern vor allem aus dem bordeigenen Kraftwerk. Willkommen in der Wasserstoff-Zukunft, die im Pkw zu Ende ist, bevor sie richtig angefangen hat.

"Die Brennstoffzellentechnologie ist integraler Bestandteil der Daimler-Antriebsstrategie", betont Christian Mohrdieck. Doch der Mercedes GLC F-Cell aus seiner Entwicklung bleibt ein Forschungsfahrzeug. Die Technik hat Fortschritte gemacht und passt in den SUV. Eine Zukunft hat sie in diesem Format trotzdem nicht.

"Haupteinsatzzweck nur noch bei Nutzfahrzeugen"

Auf absehbare Zeit werden emissionsfreie Pkw aus Deutschland ausschließlich aus Batterien angetrieben. "Was wir im Augenblick sehen, ist, dass sich der Anwendungsfall für Brennstoffzellen zu immer größeren Fahrzeugen verschiebt", sagt Klaus Fröhlich. Grund sei die steigende Energiedichte von Batterien. "Wenn diese Entwicklung weiter fortschreitet, liegt der Haupteinsatzzweck der Brennstoffzelle nur noch bei Nutzfahrzeugen, die wir nicht herstellen", so der BMW-Entwicklungsvorstand.

Auch Peter Mertens moderiert die Wasserstoff-Zukunft ab: "Ich sehe die Feststoffbatterie deutlich eher in einer Massenanwendung als die Brennstoffzelle." Audis Entwicklungsvorstand ist für das Thema im gesamten Volkswagen-Konzern verantwortlich. Das gibt seinem Urteil Gewicht. Audi-Chef Rupert Stadler will zwar genau wie BMW zu Beginn der 2020er-Jahre eine Kleinserie mit dem Wasserstoffantrieb auf die Straße schicken. Doch das ist nichts im Vergleich zu den Milliarden-Investitionen in reine Batterieautos.

Daimler-Boss Dieter Zetsche sprach schon vor einem Jahr von "unglaublichen Ressourcen, die auf die batterieelektrische Entwicklung gerichtet sind und sehr kleine Ressourcen für die Brennstoffzelle". Grund sei, dass die Hauptvorteile des Brennstoffzellenantriebs - die signifikant größere Reichweite und die deutlich kürzere Betankungszeit - in den vergangenen fünf Jahren drastisch zusammengeschmolzen seien: "Diese Vorteile haben sich aufgrund der stärker als damals erwarteten Entwicklung der batterieelektrischen Fahrzeuge signifikant reduziert". Eine klare Weichenstellung, denn Forschung und Entwicklung werden in der Autoindustrie von den Marktchancen bestimmt.

Heikle Primadonnen unter der Motorhaube

Lange hat es niemanden gestört, dass Brennstoffzellen heikle Primadonnen unter der Motorhaube sind. Nicht nur, weil die Zellmembranen von gefrierendem Wasser und kleinsten Verunreinigungen im Wasserstoff zerstört werden. Auch der Platingehalt machte die dünnen Zellschichten im Stapel zu einer Wertanlage im höheren fünfstelligen Bereich. Das Kaltstartproblem wurde durch Hochdruck in den Zellen gelöst und die Kosten für das Edelmetall mittlerweile drastisch gesenkt.

"Platin ist nicht mehr der größte Kostenfaktor in der Brennstoffzelle, wir haben den Gehalt um 90 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell reduziert", berichtet Christian Mohrdieck: "Wenn ich eine vollindustrialisierte Brennstoffzelle hätte, also eine Jahresproduktion von 50 000 Stück oder 200 000 über die gesamte Laufzeit, dann kämen die Kosten deutlich runter", weiß der Experte. Doch davon kann keine Rede sein.

Vom GLC F-Cell werden insgesamt nur ein paar hundert Exemplare gebaut, die nicht verkauft, sondern nur vermietet werden. Der Preis steht noch nicht fest, kostendeckend wird er in keinem Fall sein. Toyota will den finanziellen Aufwand für das System beim Mirai-Nachfolger ebenfalls halbieren. Sollte der Wasserstoffantrieb aber eine Insellösung in Japan und Korea bleiben, rechnet sich das trotzdem nicht.

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Die Gefahr einer Einseitige Entwicklung von Elektroautos, und es könnte durchaus eine...  lesen
posted am 16.04.2018 um 09:29 von Unregistriert

Zur Reichweite von H2-Autos passt ein Zitat aus einem ÖAMTC Praxistest...  lesen
posted am 09.04.2018 um 15:16 von Unregistriert

Die Lithium irgendwas Batterie Sprengstoffzellen sind tot , sie wissen es nur noch nicht . Zu...  lesen
posted am 06.04.2018 um 12:03 von Unregistriert

Das sind interessante Hinweise! Danke. Vielleicht ist ja die Individualität der Knackpunkt. Ich...  lesen
posted am 06.04.2018 um 07:38 von Unregistriert

Man bedenke, dass ein E-Auto bisher deutlich kürzere Strecken fährt als Stinker, weshalb der...  lesen
posted am 05.04.2018 um 15:06 von Unregistriert


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