Suchen

Diagnose-Tool verhindert, dass Windkraftanlagen Funkfeuer stören

| Redakteur: Thomas Kuther

Je nach Standort können Windkraftanlagen Doppler-Drehfunkfeuer stören. Ein im Rahmen des Projekts Weran plus entwickeltes Diagnose-Tool kann das verhindern.

Firmen zum Thema

Ein Windkraftwerk: steht es an der falschen Stelle, kann es Funkfeuer stören.
Ein Windkraftwerk: steht es an der falschen Stelle, kann es Funkfeuer stören.
(Bild: Pixabay )

In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Projekt Weran plus haben die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) gemeinsam mit der Jade Hochschule und ihren Projektpartnern die Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Doppler-Drehfunkfeuer (DVOR) untersucht. Dazu wurden drohnenbasierte Vor-Ort-Messungen an DVOR sowie numerische Vollwellensimulationen durchgeführt. Auf dieser Grundlage wurde die von der Deutschen Flugsicherung (DFS) entwickelte Berechnungsformel weiterentwickelt und angepasst. Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) begleitet den Prozess.

Aus dem Förderbereich „Windenergie“ der Bundesregierung hatte das gesamte Forschungsprojekt Weran plus im September 2018 einen Zuwendungsbescheid von rund 1,34 Mio. € erhalten. Das Teilprojekt an der Jade Hochschule wird dabei mit 460.000 € gefördert. Das dreijährige Verbundprojekt wird von dem Verbundkoordinator, der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Braunschweig, zusammen mit der Jade Hochschule, der Leibniz Universität Hannover, der FCS Flight Calibration Services und der TU Braunschweig (Institut Computational Mathematics) bearbeitet. Nach rund der Hälfte der Laufzeit des dreijährigen Forschungsprojektes wurden gestern wegweisende Ergebnisse Wissenschaftsminister Björn Thümler in der Jade Hochschule vorgestellt.

„Mit dem entwickelten Diagnose-Tool ist es nun möglich, bei der Planung neuer Windparks oder der Modernisierung existierender Anlagen, die Bedürfnisse von Funkdiensten der Luftfahrt, der Seefahrt aber auch des Wetterdienstes angemessen zu berücksichtigen“, freut sich Prof. Dr. Jens Werner vom Fachbereich Ingenieurwissenschaften. „Die bisher eingesetzten Methoden waren nur bedingt geeignet, um entsprechende Nachweise zu führen.“

Die aktuell erhobenen Daten belegen, dass ein Ausgleich zwischen den berechtigten Belangen der Flugsicherung und dem Ausbau der regenerativen Energien möglich ist. „Dieser fachliche Ausgleich ist mir besonders wichtig“, so Projektleiter Dr. Thorsten Schrader (PTB).

In dem Teilprojekt, das von der Jade Hochschule bearbeitet wird, „steht die Entwicklung spezieller Messtechnik sowie deren Einbindung in ein Messflugzeug im Vordergrund“, betont Prof. Dr. Jens Wellhausen vom Fachbereich Ingenieurwissenschaften der Jade Hochschule. „So konnten und können wir in anschließenden Messkampagnen großflächig den Einfluss von Windparks untersuchen – sowohl on-shore als auch off-shore.“

Dies wurde bereits mit dem hochschuleigenen Forschungsflugzeug Jade One erfolgreich umgesetzt. In den europaweit einzigartigen Forschungs-Motor-Segler wurde umfangreiche Technik eingebaut, so auch Lagesensoren und Kameras mit einer Auflösung von 60 Megapixel, „mit denen unter anderem auch digitale Höhenmodelle von Gebieten angefertigt oder mittels multispektraler Visualisierung der Gesundheitsstatus der Vegetation erkannt werden kann“. Dies sei besonders in heißen und trockenen Jahren sowie für den Küstenschutz relevant.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46599804)