Deutsche Autofahrer glauben an den Verbrennungsmotor

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Der Verbrennungsmotor hat trotz aller Diskussion um E-Autos nach Meinung vieler Fachleute eine Zukunft. Auch mehr als 60 Prozent der deutschen Autofahrer glauben daran.
Der Verbrennungsmotor hat trotz aller Diskussion um E-Autos nach Meinung vieler Fachleute eine Zukunft. Auch mehr als 60 Prozent der deutschen Autofahrer glauben daran. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Der Verbrennungsmotor hat offenbar Zukunft: Mehr als 60 Prozent der deutschen Autofahrer glauben, dass es noch eine Vielzahl an Innovationen und Verbesserungen für Benzin- und Dieselmotoren geben wird.

Die Deutschen glauben weiterhin an den Verbrennungsmotor. Wie eine von Ipsos MORI durchgeführte Studie zeigt, glauben knapp Zweidrittel der hierzulande Befragten (11.000 insgesamt / 1.000 in Deutschland), dass der Verbrenner noch erhebliches Optimierungspotenzial besitzt. Insbesondere auf längeren Strecken sind die Vorteile eines Verbrennungsmotors in Bezug auf Reichweite und Tankgeschwindigkeit noch lange Zeit von den Kunden gewünscht.

In Kombination mit einer Hybridisierung lassen sich zusätzliche Verbesserungen erzielen. Ebenso können sogenannte E-Fuels, also synthetische Flüssigkraftstoffe aus regenerativer Energie, problemlos in Verbrennungsmotoren eingesetzt werden, in reiner Form oder gemischt mit fossilem Kraftstoff.

Betrachtet man die Energiebilanz eines Fahrzeuges ganzheitlich, also von der Quelle bis zum Rad („Well to Wheel") inkl. der CO2-Emission bei der Stromerzeugung oder bezieht sogar den nötigen Energieeinsatz zur Produktion der Fahrzeuge und Batterien mit ein, wird schnell deutlich: Gerade Elektroautos mit sehr großer Batteriekapazität weisen gegenüber effizienten Verbrenner-Fahrzeugen erst nach sehr hohen Fahrleistungen eine bessere CO2-Bilanz auf. Unter Umständen sogar niemals.

Batterie-elektrische Fahrzeuge machen demnach aus Umweltschutz-Gesichtspunkten am meisten Sinn, wenn deren Batteriekapazität kleiner ist. Somit sind sie in erster Linie für den Kurzstreckenbereich sinnvoll. Von kleineren Batterien profitieren auch die Herstellungskosten und damit die Fahrzeugpreise.

Mazda, um nur einen Autobauer als Beispiel anzuführen, hat sich zum Ziel gesetzt, die Effizienz von Verbrennungsmotoren zu verbessern, insbesondere unter realen Bedingungen. So hat man sich dem Downsizing-Trend versagt und setzte stattdessen auf „Rightsizing". Die heutigen Skyactiv-Motoren gehören mit ihren Verdichtungsverhältnissen zu den effizientesten Verbrennern im Markt.

Den nächsten Schritt hat Mazda für 2019 angekündigt. Dann geht der erste Benzinmotor mit Kompressionszündung in Serie: Er vereint die Vorteile eines konventionell per Zündkerze zündenden Benzinmotors – ein breites nutzbares Drehzahlband und sauberere Abgase – mit der Effizienz eines selbstzündenden Dieselmotors. Aufgrund der geringen Verbrennung, sinkt der Kraftstoffverbrauch im Vergleich zum aktuellen 2,0-Liter-Benzinmotor durchschnittlich um 20 bis 30 Prozent, während das Drehmoment um bis zu 30 Prozent steigt.

„Auf Well-to-Wheel-Basis und unter Betrachtungen der Energieerzeugungssituation der jeweiligen Märkte setzen wir aktuell bewusst auf eine Kombination aus optimaler Kraftstoffeffizienz im Verbrennungsmotor und elektrischen Bausteinen", sagte Jeff Guyton, CEO und Präsident von Mazda Motor Europe. Die Markteinführung von Mazdas erstem E-Auto ist für 2019 geplant.

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