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Detect-and-Avoid-Radar: Kollisionswarner für Drohnen

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Hensoldt und Diehl haben ein Sensorsystems zur Vermeidung von Kollisionen im Lauftraum entwickelt, um damit den Einsatz großer unbemannter Luftfahrzeuge zu ermöglichen.

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Die Antenne mit Sende- und Empfangsmodulen des „Detect-and-Avoid“-Radars in der Nase des Erprobungsflugzeugs.
Die Antenne mit Sende- und Empfangsmodulen des „Detect-and-Avoid“-Radars in der Nase des Erprobungsflugzeugs.
(Bild: Hensoldt)

Eine der zentralen Voraussetzungen für den Einsatz unbemannter Fluggeräte im kontrollierten Luftraum ist die zuverlässige Identifizierung von Objekten im Flugweg von Drohnen. Im Rahmen des Forschungsvorhabens „Programm Sense-and-Avoid – national“ (ProSA-n) wurde nun das sogenannte Detect-and-Avoid-Radar konzipiert und in realen Szenarien an Bord eines Erprobungsträgers im Flug getestet.

Dabei hat das Radar Flugobjekte in einem Bereich von 220 Grad vor der Drohne in einem Abstand von über 10 Kilometern zuverlässig bei Tag und Nacht sowie allen Wetterbedingungen erkannt. Aufgrund der präzisen Vermessung der Flugrichtung können Kollisionen frühzeitig vermieden werden. Zugleich übernimmt der Sensor auch alle Funktionen eines Wetterradars.

Das Detect-and-Avoid-Radar arbeitet mit einer elektronischen Strahlschwenkung (Active Electronically Scanning Array, AESA), die die Erfüllung mehrerer Detektionsaufgaben gleichzeitig erlaubt und eine rasche Zielerkennung ermöglicht. Der von Diehl Defence entwickelte elektrooptische Kameramodul-Demonstrator besteht aus einer Reihe von hochauflösenden Kameras, die den Raum vor dem Flugzeug sowie seitlich abtasten.

Die durchgeführten Flugtests zeigten, dass das Kameramodul mit seiner echtzeitfähigen Signalverarbeitung in der Lage ist, andere Luftfahrzeuge zuverlässig zu detektieren, präzise zu verfolgen, zu bewerten und Kollisionskandidaten an die nachfolgende Verarbeitung weiterzugeben. Das Kameramodul funktioniert dabei auch auf große Entfernungen und unter schwierigen Beleuchtungsverhältnissen und soll so die Pilotensicht ergänzen bzw. komplett ersetzen. Zudem kann es mit einem detaillierten Panoramabild zu einer besseren situativen Wahrnehmung des Drohnenpiloten beitragen.

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