Suchen

Schnelllade-System CCSplus

Der nächste Schritt in die e-mobile Zukunft

| Autor/ Redakteur: Daniela Stüker * / Thomas Kuther

Eine zu kurze Reichweite und zu lange Ladezeiten sind derzeit die Hauptargumente gegen Elektro-Fahrzeuge. Das könnte sich allerdings mit dem neuen Schnelllade-System CCSplus ändern.

Firmen zum Thema

Bild 1: 3 bis 5 Minuten laden und wieder 100 km fahren – das gekühlte DC-Ladesystem CCSplus ebnet den Weg für die bequeme Schnellladung von Elektrofahrzeugen.
Bild 1: 3 bis 5 Minuten laden und wieder 100 km fahren – das gekühlte DC-Ladesystem CCSplus ebnet den Weg für die bequeme Schnellladung von Elektrofahrzeugen.
( Bild: Phoenix Contact )

Zu lange Ladezeiten und zu geringe Reichweite werden von den Kritikern gerne als Hauptargument gegen die Elektromobilität ins Feld geführt. Das neue Schnelllade-System CCSplus kann mit einer Ladeleistung bis zu 350 kW einen Akku in circa fünf Minuten für eine Reichweite von 100 km aufladen. CCSplus arbeitet mit einem Kühlsystem – und wird die Akzeptanz der Elektromobilität gerade bei langen Strecken deutlich erhöhen (Bild 1).

Der Fortschritt in der Ladetechnologie ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Elektromobilität. Ziel ist eine verfügbare und komfortable Ladeinfrastruktur für den alltäglichen Gebrauch von Elektrofahrzeugen – passend zu Fahrleistung und Bewegungsradius. Eine wesentliche Voraussetzung dafür wurde bereits vor Jahren erarbeitet: einheitliche und genormte Ladesteckverbinder für Europa, Nordamerika, China und Japan. An dieser Entwicklung war Phoenix Contact – zusammen mit der Automobilindustrie – federführend beteiligt.

Bildergalerie

Insbesondere das Combined Charging System (CCS), welches inzwischen in Europa und Nordamerika als Standard etabliert ist, kommt in zahlreichen Elektrofahrzeugen zum Einsatz. Das CCS ist ein kombiniertes Ladestecksystem für das Laden von Elektrofahrzeugen mit Wechselstrom (AC) und Gleichstrom (DC). Über das Fahrzeug-Inlet kann sowohl mit AC- als auch mit CCS-Fahrzeug-Ladesteckern geladen werden. Am Fahrzeug selbst ist somit nur eine Schnittstelle erforderlich.

Ladelösungen, die ein schnelles Laden und damit eine schnelle Weiterfahrt erlauben, rücken immer weiter in den Fokus. Während die vollständige Aufladung von Elektrofahrzeugen beim AC-Laden mehrere Stunden dauert, sind dank der Schnellladung mit DC nur noch wenige Minuten erforderlich. Der zügige Ladevorgang soll Elektrofahrzeuge vor allem alltagstauglicher machen und die Akzeptanz erhöhen. Auch die Automobilindustrie hat ein großes Interesse an dieser Technologie und verlangt nach entsprechenden Lösungen. Heutige DC-Ladestationen ermöglichen bereits eine Ladeleistung von bis zu 150 kW.

Schon bald wird der E-Mobilist eine Ladeleistung von bis zu 350 kW nutzen können, sodass die Aufladung für nur 400 km Reichweite in circa 20 Minuten erfolgt. Durch die höhere Ladegeschwindigkeit wird die Wettbewerbsfähigkeit des Batterieelektrischen Autos erheblich erhöht. Auch die internationalen Nutzfahrzeug- und Bushersteller zeigen großes Interesse an schnelleren Ladesystemen wie CCSplus.

Die Umsetzung deutlich höherer Ladeleistungen impliziert eine wesentliche Erhöhung von Ladestrom und Ladespannung. Hier ergeben sich die 350 kW Ladeleistung aus 1000 VDC Spannung und 350 A Stromstärke. Die technischen Herausforderungen, die maximal mögliche Ladeleistung umzusetzen, finden sich entlang der gesamten Ladekette. So müssen Lade-Infrastruktur und Ladeschnittstelle sowie das Fahrzeug selbst entsprechend aufgerüstet werden.

Auf der Fahrzeugseite liegt ein deutlicher Fokus auf einer optimierten Batterietechnik. Benötigt werden ultraschnellladefähige Batteriezellen, die auch bei erhöhten Ladezyklen alterungsbeständig sind. Zudem soll durch eine verbesserte Speichertechnologie die Reichweite deutlich erhöht werden – angestrebt wird eine Verdopplung bei gleicher Batteriegröße und -kosten. Schon für die Jahre 2017 und 2018 werden von mehreren Herstellern Fahrzeuge mit 300 bis 500 km Reichweite und kleiner Ladezeit angekündigt. Aber nicht nur die Batterie, sondern auch das Fahrzeug-Inlet als Schnittstelle zur Infrastruktur sowie die Infrastruktur selbst müssen für die hohe Ladeleistung ausgelegt sein.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44907644)