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Der Markt für Brennstoffzellen-Autos zieht erst 2025 an

| Redakteur: Julia Schmidt

Die erste Wasserstofftankstelle in Nordhessen am Autohof Lohfeldener Rüssel bei Kassel: In Hessen gibt es bisher erst fünf solcher Tankstellen. Wasserstoff als alternativer Antrieb ist bei Autos in Deutschland bisher eine Randerscheinung.
Die erste Wasserstofftankstelle in Nordhessen am Autohof Lohfeldener Rüssel bei Kassel: In Hessen gibt es bisher erst fünf solcher Tankstellen. Wasserstoff als alternativer Antrieb ist bei Autos in Deutschland bisher eine Randerscheinung. (Bild: Göran Gehlen/dpa)

Auch wenn die Elektromobilitätswende aktuell massiv gefordert und gefördert wird – es wird noch dauern bis eine optimale Alternative zu herkömmlichen Verbrennern gefunden ist. Machen am Ende doch Brennstoffzellen-Autos das Rennen?

Im Sommer 2018 stellte Hyundai den Nexo vor, das zweite Serienfahrzeug, das in einer Brennstoffzelle den Strom für den Antrieb seines Elektromotors herstellt. Der Beginn eines nahenden Brennstoffzellenzeitalters oder bleibt am Ende doch nur das Schicksal eines Versuchskaninchens? Der Chef des Autozulieferers ElringKlinger sieht einen größeren Markt für Brennstoffzellen-Fahrzeuge erst auf mittlere Sicht. „Der Brennstoffzellenmarkt wird nach der ersten Hochlaufphase spätestens zwischen 2025 und 2030 richtig anziehen“, sagte Stefan Wolf der Deutschen Presse-Agentur.

Unter den deutschen Herstellern bietet bislang einzig Daimler ein Brennstoffzellen-Auto an. Einen Stadtgeländewagen mit Wasserstoffantrieb hat der Stuttgarter Autokonzern in Kleinserie auf den Markt gebracht. BMW wird wohl erst 2020 so weit sein. Volkswagen forscht noch an einer Brennstoffzelle. Vorreiter bei der Brennstoffzellentechnologie sind ausländische Hersteller wie Toyota, Honda oder Hyundai.

„Ich hoffe, dass die europäischen Hersteller bald stärker erkennen, welche Vorteile die Brennstoffzellentechnologie hat“, sagte Wolf. Im Gegensatz zur Elektromobilität lasse sich beispielsweise viel einfacher eine Infrastruktur aufbauen, weil das bestehende Tankstellennetz genutzt werden könnte. „Dieses kann man mit Wasserstoffzapfsäulen nachrüsten, denn Tankstellen wird es auch in 50 Jahren noch geben.“

Die Infrastruktur dafür sei Ende 2019 fertig.

Bislang spielt die Brennstoffzelle auch bei ElringKlinger eine vergleichsweise kleine Rolle. Auch wenn der Zulieferer schon seit Jahren auf die Technologie setzt und bereit ist auszubauen. „Für eine Jahresproduktion von 10 000 Stück und mehr könnten wir die Produktion von kompletten Brennstoffzellenstacks recht schnell hochfahren“, sagte Wolf. Das Unternehmen verfüge über eine relativ hohe Wertschöpfungstiefe. Die entsprechende Infrastruktur dafür sei Ende 2019 fertig. Trotzdem werde ElringKlinger überlegen, ob man bei dem Thema nicht mit einem Partner zusammenarbeiten werde.

Der Zulieferer hatte im vergangenen Jahr ein eigenes Vorstandsressort für Elektromobilität geschaffen. Bislang macht der Geschäftsbereich E-Mobility aber nur einen verschwindend kleinen Umsatzanteil aus. Zum Gesamtumsatz von 1,3 Milliarden Euro von Januar bis September 2018 trug der Bereich lediglich 13,5 Millionen Euro bei. „Unser Produktmix wird sich in den kommenden Jahren erkennbar in Richtung Elektromobilität verändern“, sagte Wolf. (dpa)

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Der Markt für Brennstoffzellen PKW wird nie anziehen, das Zeitfenster ist vorbei. Die Effizienz...  lesen
posted am 04.01.2019 um 12:54 von Unregistriert


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