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Demografischer Wandel: 2040 fehlen zehn Millionen Arbeitskräfte

| Redakteur: Johann Wiesböck

Aufgrund des demografischen Wandels fehlen dem deutschen Arbeitsmarkt bis 2040 im Vergleich zu heute zehn Millionen Menschen. Um die Folgen auszugleichen, wollen Dreiviertel der Industrieunternehmen auf „Kollegen Roboter“ setzen.

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Der demografische Wandel beschleunigt den Robotereinsatz. Das betrifft nicht nur Konzerne sondern zunehmend auch kleinere Firmen.
Der demografische Wandel beschleunigt den Robotereinsatz. Das betrifft nicht nur Konzerne sondern zunehmend auch kleinere Firmen.
(Bild: Tesla)

Laut Prognose des „automatica-Trendindex 2020“ halten 84 Prozent den stark verbreiteten Einsatz von Robotertechnologie in mittelständischen Betrieben für keine Frage des „ob“ sondern des „wann“. Dafür wurden durch ein Marktforschungsinstitut im Auftrag der Messe automatica insgesamt 100 Fach- und Führungskräfte in Deutschland befragt, die in Industrieunternehmen über Robotik und Automation entscheiden.

Rund ein Viertel aller Erwerbstätigen arbeiten derzeit laut Statistischem Bundesamt allein im Industriesektor – das sind etwa elf Millionen Menschen. Gleichzeitig sind in diesem Segment aktuell insgesamt rund 216.000 Industrie-Roboter im Einsatz. Damit rangiert Deutschlandweltweit auf Rang fünf – so die jüngsten Zahlen der International Federation of Robotics. Was die Roboterdichte betrifft, kommen in der Automobilindustrie rund 1.270 Einheiten auf 10.000 Arbeitnehmer und im produzierenden Gewerbe rund 340.

„Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der sich verändernden Arbeitswelt leisten Robotik und Automation einen sehr wichtigen Beitrag, um die weltweite Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und Menschen länger in Beschäftigung zu halten“, sagt Patrick Schwarzkopf, VDMA Robotik und Automation. „Roboter sind ganz ausgezeichnet darin, einzelne Aufgaben zu übernehmen. So werden die Arbeitnehmer im Team mit dem Roboter beispielsweise von gefährlichen, ungesunden und eintönigen Aufgaben entlastet. Gleichzeitig lässt sich mit der Geschwindigkeit und Präzision von Robotern die Produktivität erheblich steigern.“

Laut Umfrage bestätigen 77 Prozent der Industrieentscheider, dass Roboter heute schon eine Schlüsselrolle spielen, um auf den Mangel von Arbeitskräften zu reagieren und die Automatisierung voranzutreiben.

Die wichtigsten Gründe für Roboter-Einsatz

Zu den wichtigsten Gründen, in Zukunft mit Robotern zu produzieren, gehören nach Meinung von rund 80 Prozent der Experten in den Industrieunternehmen:

  • Menschen schwere Lasten abnehmen
  • Handhabung gefährlicher Werkstoffe
  • Übernahme monotoner Arbeiten

Gleichzeitig berichten 81 Prozent, dass die Programmierung von Robotern tendenziell einfacher geworden ist und damit der Weg für den Einsatz in mittelständischen Betrieben geebnet wird. „Wie Robotik und Automation dazu beitragen, dass die Industrie wettbewerbsfähig bleibt, zeigt vom 16. bis 19. Juni die automatica in München. Die Messe gibt einen Überblick über alle relevanten Lösungen und Produkte zur Steigerung der automatisierten Produktion und vereint darüber hinaus alle zukunfts-weisenden Schlüsseltechnologien unter einem Messedach“, sagt Falk Senger, Geschäftsführer der Messe München.

Der automatica Trendindex 2020

Der automatica-Trendindex wurde von einem Marktforschungsinstitut durchgeführt und besteht aus zwei Teil-Umfragen: Für Teil-1 wurden insgesamt 100 Fach- und Führungskräfte in Deutschland befragt, die in Industrie-Unternehmen über Robotik und Automation entscheiden. Die Teilnehmer arbeiten im Maschinen- und Anlagenbau (37%), der Automobilindustrie (22%), der Elektroindustrie (14%), der Lebensmittelindustrie (9%) und sonstigen Industriebranchen (18%).

Für Teil-2 wurden in 7 Ländern insgesamt 7.000 Teilnehmer bevölkerungsrepräsentativ befragt, wie Roboter und Digitalisierung die Arbeitswelt verändern: USA (N=1.000), China (N=1.000), Japan (N=1.000), Deutschland (N=1.000), Frankreich (N=1.000), Italien (N=1.000) und Großbritannien (N=1.000).

Demografischer Hintergrund: Das Erwerbspotential in Deutschland schrumpft in den nächsten 20 Jahren durch den Renteneintritt der Babyboomer und das Nachrücken geburtenschwacher Jahrgänge um 10 Millionen Menschen. Ein Arbeitskräftemangel droht. IGZA: Deutschland 2040 – Zehn Thesen zu Arbeitsmarkt und Rente, Demografie und Digitalisierung, Quelle: Institut für die Geschichte der Zukunft der Arbeit. Weiter Infos finden Sie unter https://automatica-munich.com/de/.

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