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„Datenschutz ist keine Sonderausstattung“

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Continental spricht sich für eine schnellstmögliche Umsetzung des neuen Industrie-Standards für Cybersecurity aus (ISO/SAE 21434 „Road Vehicles – Cybersecurity Engineering“).
Continental spricht sich für eine schnellstmögliche Umsetzung des neuen Industrie-Standards für Cybersecurity aus (ISO/SAE 21434 „Road Vehicles – Cybersecurity Engineering“). (Bild: Conti)

Conti-Chef Elmar Degenhart hat sich für mehr Datenschutz im Connected Car ausgesprochen. Als Voraussetzung müsse der Datenverkehr des Autos genauso sicher sein wie modernes Online-Banking. Degenhart forderte, die neuen Industrie-Standards für Cybersecurity schnellstmöglich umzusetzen.

Autofahrer in Deutschland, den USA, China und Japan setzen auf Angebote und Services, die auf einer Digitalisierung der Fahrzeuge beruhen. Das ist ein Ergebnis der jüngsten Conti-Mobilitätsstudie. Wichtig ist den Befragten jedoch bei neuen Mobilitätsdiensten der Schutz persönlicher Daten: Nicht einmal jeder zweite Autofahrer würde persönliche Fahrdaten beispielsweise mit seiner Versicherung teilen.

„Daten verpflichten! Der Schutz von Daten ist für unsere Produkte, Dienste und Arbeitsabläufe essenziell. Nur diese Grundhaltung stärkt langfristig das Vertrauen der Kunden und Verbraucher in neue, datenbasierte Mobilitätsdienste“, sagte Continental-Boss Dr. Elmar Degenhart anlässlich des Europäischen Datenschutztages. Für Degenhart sei Datenschutz keine Sonderausstattung. Continental verwendet anonymisierte Daten der eigenen Systeme aus dem realen Fahrzeugalltag, um zukünftige Funktionen sicherer, sauberer und intelligenter zu gestalten.

Rasche Umsetzung des Industriestandards für Cybersecurity erforderlich

Auf Initiative des Europarats wurde 2006 der Datenschutztag in Europa ins Leben gerufen. Er erinnert an die 1981 verabschiedete Europaratskonvention 108. Diese Konvention verpflichtet die Unterzeichnerstaaten, bei der automatisierten Datenverarbeitung Rechte und Grundfreiheiten in Bezug auf personenbezogene Daten zu gewährleisten.

Daten- und Informationssicherheit sind Voraussetzungen für Datenschutz im Auto. Dies gilt umso mehr, als künftig nahezu alle Neufahrzeuge mit dem Internet verbunden sein werden. Degenhart fordert deshalb eine schnellstmögliche Umsetzung des neuen Industriestandards für Cybersecurity (ISO/SAE 21434 „Road Vehicles – Cybersecurity Engineering“). Der neue Standard erfasst den Lebenszyklus von Fahrzeugen von der Entwicklung über die Produktion, Softwareaktualisierungen und eine schnelle Reaktion bei neuen Cybersecurity-Erkenntnissen und bis zu einer sicheren und datenschutzgerechten Außerbetriebnahme. „Als Voraussetzung für den Datenschutz muss der Datenverkehr des Autos genauso sicher sein wie modernes Onlinebanking“, betonte Degenhart.

„Privacy und Security by Design ist für uns in der Entwicklung von Hard- und Software ein Grundprinzip geworden. Schon in der Entwicklungsphase sind alle Schnittstellen elektronischer Systeme im Auto abzusichern, Datenflüsse sind genaustens zu betrachten und den Fahren und Nutzen ist eine Kontrolle zu ermöglichen“, erklärte Stefan Römmele, Leiter Strategie und Vorentwicklung für Security und Privacy bei Continental.

Continental setzt auf eine sichere drahtlose Softwareaktualisierungen („Over-the-Air“). Die Lebensdauer der hierfür notwendigen Softwareschlüssel ist so kurz gewählt, dass sie in der Zeit ihrer Gültigkeit fälschungssicher sind. Jedes Fahrzeug verfügt über eigene digitale Schlüssel. Aber: „Wie für das eigene Haus, die Wohnung und den Laptop gilt, dass selbst ausgefeilte Sicherheitssysteme keinen absoluten Schutz garantieren können. Alle Systeme müssen regelmäßig auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden“, erläuterte Römmele.

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