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Das E-Auto künftig schneller an der Straßenlaterne laden

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Ladestationen für Elektrofahrzeuge direkt an Straßenlaternen haben die Vorteil, dass die Infrastruktur bereits vorhanden ist. Forscher haben jetzt einen Prototypen entwickelt, mit der sich die Ladezeit verkürzen soll.

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Entwickler haben für Straßenlaternen einen Prototypen entwickelt, um Elektrofahrzeuge schneller laden zu können.
Entwickler haben für Straßenlaternen einen Prototypen entwickelt, um Elektrofahrzeuge schneller laden zu können.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Im ersten Quartal des Jahres 2019 gab es in Deutschland rund 13.900 Ladestationen für Elektroautos. Das sagt das Statistik-Portal statista. Trotzdem ist das Netz an Ladestationen in Deutschland noch sehr ungleichmäßig verteilt.

In einer Forschungskooperation der Hochschule Koblenz und der Energieversorgung Mittelrhein (evm) untersuchen Wissenschaftler, wie sich die Ladeinfrastuktur weiter ausgebaut werden können. Die Idee setzt an, Straßenlaternen als Ladestation zu verwenden. Wobei genau genommen diese Idee nicht neu ist. Allerdings haben sich die bisherigen Lösungen für das Laden an Straßenlaternen bisher nicht auf dem Markt durchgesetzt.

Die Projektbeteiligten von der Hochschule Koblenz präsentieren den Prototypen, mit dem sich Elektrofahrzeuge künftig schneller laden lassen.
Die Projektbeteiligten von der Hochschule Koblenz präsentieren den Prototypen, mit dem sich Elektrofahrzeuge künftig schneller laden lassen.
(Bild: Hochschule Koblenz)

Das Kooperationsteam sieht den Grund hierfür vor allem in der langen Ladedauer, die bei den bestehenden Konzepten benötigt wird. Der jetzt entwickelte Prototyp zeigt, dass es auch anders geht: Mit einer Ladegeschwindigkeit, die sonst nur Schnell-Ladesäulen bieten, kann unter den richtigen Voraussetzungen auch an Straßenlaternen oder den Laternenmasten auf Betriebshöfen geladen werden.

Kürzere Ladezeiten am Laternenmast

Durch die neue Technik verkürzt sich die Ladezeit deutlich: Mit jeder Minute Ladezeit lädt man etwa drei Kilometer Reichweite auf, so dass das Vollladen je nach Auto in knapp zwei Stunden erledigt sein kann. „Damit könnten zukünftig E-Autos öfter mal eben auf dem Parkplatz beim Discounter oder auf dem Mitarbeiterparkplatz beim Arbeitgeber aufgeladen werden. Das wäre vergleichbar mit dem Laden eines Smartphones, wie es inzwischen auch an vielen öffentlichen Orten möglich ist“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Johannes Stolz aus dem Fachbereich Ingenieurwesen der Hochschule Koblenz.

Beim jüngsten Treffen der Forschungsgemeinschaft nahmen Vertreterinnen und Vertreter von evm und Hochschule Koblenz das Demonstrationsmodell der schnellen Laternenladesäule in Augenschein. Bei dieser Gelegenheit diskutierten sie weitere Ideen zu deren Verbesserung sowie Nutzung. Student Domenic Frank, der derzeit im Masterstudiengang Systemtechnik seine Abschlussarbeit über dieses Projekt schreibt, erklärte die Fortschritte, die Entwicklung des Prototyps sowie die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Konzepts hin zu einer praktischen Realisierung im städtischen Netz.

„Die Zusammenarbeit der Hochschule mit der evm in diesem Projekt basiert vor allem auf einem ständigen Informationsaustausch, bei dem immer wieder die Untersuchungsergebnisse mit den Erfahrungen aus der Praxis abgeglichen worden sind“, betont Kathrin Laymann vom Team Städte- und Energiepolitik der evm, Der Energieversorger stellte zudem die notwendigen Elektrofahrzeuge zum Messen und Versuchen bereit. Nach dem ersten Prototyp an der Hochschule wird nun intern geprüft, ob weitere Prototypen vom Energieversorger getestet werden und welche Anforderungen diese erfüllen sollten.

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