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Chinesischer Batteriezellen-Hersteller baut Fabrik in Thüringen

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Asiatische Konzerne gelten bei der Batteriezell-Fertigung als führend. Deutsche Autobauer setzen eher auf die Kompetenz beim anschließenden Zusammensetzen der Zellen zu Batteriepacks für E-Autos.
Asiatische Konzerne gelten bei der Batteriezell-Fertigung als führend. Deutsche Autobauer setzen eher auf die Kompetenz beim anschließenden Zusammensetzen der Zellen zu Batteriepacks für E-Autos. (Bild: ©Patrick P. Palej - stock.adobe.com)

Seit Wochen wurde darüber spekuliert, nun ist es offiziell: In Thüringen soll eine der größten Fabriken für Batteriezellen in Europa entstehen. Bis zu 1.000 neue Arbeitsplätze könnten nun am „Erfurter Kreuz“ geschaffen werden.

Der chinesische Hersteller CATL will Batteriezellen für Elektroautos in Thüringen produzieren. Geplant sei ein Werksneubau der Contemporary Amperex Technology Ltd. (CATL), sagte Landes-Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Details zu dem Großprojekt, über das es wochenlang Spekulationen gegeben hatte, würden am Montagnachmittag in Berlin vorgestellt, kündigte Tiefensee an. Eine Vereinbarung zu dem Batteriezell-Werk solle zuvor im Rahmen der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen unterzeichnet werden.

Tiefensee sprach von einer der bedeutendsten Industrie-Investitionen der vergangenen zehn Jahre in Thüringen. Das Land habe damit die Chance, „zu einem der wichtigsten europäischen Standorte für Batterietechnologie aufzusteigen“.

Nach dpa-Informationen ist der Aufbau des Werkes in Thüringens größtem Industriegebiet „Erfurter Kreuz“ in mehreren Etappen geplant. Zunächst solle ein dreistelliger Millionenbetrag investiert werden. Im Gespräch seien mehrere Hundert Millionen Euro, hieß es in Erfurt. Langfristig könnten bis zu 1000 Arbeitsplätze entstehen.

Batteriezelle der Kolben von morgen

Die IG Metall sieht die Entscheidung für Thüringen als Standort als gutes Signal für das Land. „Über zwanzig Jahre hinweg haben die damaligen Landesregierungen eine Strategie der Niedriglöhne propagiert, seit einigen Jahren ist hier ein Wechsel vollzogen worden“, sagte der Bezirksleiter des IG Metall-Bezirks Mitte, Jörg Köhlinger, am Montag. Thüringen profiliere sich nicht mehr über Billiglöhne, sondern als Technologiestandort. Aus Köhlingers Sicht ist die Batteriezelle der Kolben von morgen.

Das „Handelsblatt“ hatte kürzlich berichtet, der Autobauer BMW wolle die Batteriezellen für seine Elektrofahrzeuge der kommenden Generation bei CATL bestellen. „Wir haben gerade einen Milliardenauftrag an CATL vergeben“, hatte die Zeitung BMW-Vorstandschef Harald Krüger zitiert. Mit CATL habe man sehr früh eine Partnerschaft begonnen und sich auch für den Bau eines Werkes in Europa eingesetzt. Auch Daimler soll eine Belieferung durch CATL zumindest erwägen.

Asiatische Konzerne gelten bei der Batteriezell-Fertigung als führend. Deutsche Autobauer setzen eher auf die Kompetenz beim anschließenden Zusammensetzen der Zellen zu Batteriepacks für E-Autos. CATL soll im „Erfurter Kreuz“ zwischen Erfurt und Arnstadt, das über zwei Autobahnen erreichbar ist, ein etwa 80 Hektar großes Areal im Blick haben. Neben der zentralen Lage in Deutschland - auch zu potenziellen Kunden - soll die Infrastruktur einschließlich einer leistungsfähigen Stromanbindung für den Standort gesprochen haben. Die Chinesen sollen auch andere Standorte in Europa geprüft haben.

Tiefensee hatte bereits vor einigen Wochen Thüringens großes Interesse an der Industrieansiedlung signalisiert. Er hatte betont, dass die Landesregierung „alles tun wird, um das Unternehmen bei der Realisierung in Thüringen zu unterstützen“.

Die Unternehmensberatung PwC sieht für die deutschen Autohersteller selbst noch keine Notwendigkeit, eigene Batteriezellen für Elektroautos zu bauen. „Aktuell gibt es genug Wettbewerb, und alle Autohersteller kaufen ihre Zellen bei mehreren Herstellern ein, damit kein Monopol entsteht“, sagte PwC-Autoexperte Jörn Neuhausen der Deutschen Presse-Agentur. dpa

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