Ein Angebot von /

Carsharing vs. eigenes Auto – Wie schlägt sich der Mobilitätstrend im Kostencheck?

| Autor / Redakteur: Sebastian Hofelich / Benjamin Kirchbeck

Carsharing, speziell die Free-Floating-Variante, gehört längst zum alltäglichen Verkehrsbild.
Carsharing, speziell die Free-Floating-Variante, gehört längst zum alltäglichen Verkehrsbild. (Bild: DriveNow)

Carsharing hat sich in unseren Großstädten etabliert. Speziell die Free-Floating-Variante bietet dem Nutzer quasi uneingeschränkte Flexibilität. Doch wie sieht es mit den Kosten im Vergleich zum eigenen Fahrzeug aus? Sebastian Hofelich, Geschäftsführer bei DriveNow, erläutert die Einzelheiten und gibt einen Ausblick auf die zu erwartetende Entwicklung.

1988 wurde mit „Stattauto“ das erste Carsharing-Projekt aus der Taufe gehoben. 30 Jahre später ist die Zahl der Anbieter auf 165 gestiegen; die Kundenbasis wuchs auf über 2,1 Millionen. Um den Sharing-Ansatz zukünftig noch stärker zu etablieren, wird es entscheidend sein, neben dem Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs auch das Angebot an geteilter Mobilität so zu gestalten, dass es möglichst viele Anwendungsfälle abdeckt. Das Angebot an geteilter Mobilität muss schnell und hochverfügbar sein und sollte dazu einen hohen Benutzerkomfort gewährleisten. Mindestens genauso bedeutend sind jedoch die Kosten. Vor allem der Kostenvergleich zum eignen Fahrzeug steht dabei im Zentrum. Einiges deutet darauf hin, dass Carsharing für den Verbraucher in Zukunft günstiger wird, insbesondere in Städten.

Auf ein eigenes Auto zu verzichten wird finanziell immer rentabler, denn Carsharing ist für viele Nutzer heute schon preiswerter als ein eigener Pkw. Laut dem Autokosten-Rechner des ADAC sind mit einem Fahrzeug der Kompaktklasse, etwa einem VW Golf, Vollkosten von 500 bis 700 Euro im Monat verbunden. Ein Auto verursacht nicht nur Aufwendungen für Benzin, Versicherung und Steuern, sondern auch Ausgaben für Parktickets, Wartungen, Reparaturen, Ersatzteile sowie den steigenden Wertverlust. Setzt man diese Kosten an, entsprechen sie beispielsweise etwa einer Stunde Carsharing mit DriveNow täglich. Während der eigene PKW auch beim Parken Kosten verursacht, entstehen beim Carsharing nur Kosten, wenn das Auto verwendet wird. Eine dreiwöchige Urlaubsabwesenheit verursacht trotzdem gewohnte Fixkosten des eigenen Pkw.

Per App wird das gewünschte Fahrzeug reserviert. Nähert man sich dem Fahrzeug bis auf wenige Meter wird das Smartphone zum Fahrzeugschlüssel.
Per App wird das gewünschte Fahrzeug reserviert. Nähert man sich dem Fahrzeug bis auf wenige Meter wird das Smartphone zum Fahrzeugschlüssel. (Bild: DriveNow)

Aus finanziellen Überlegungen heraus wird Sharing gegenüber dem eigenen Auto noch stärker an Bedeutung gewinnen. Zunächst ist durch einen stärkeren Wettbewerb mehr Preisdruck zu erwarten – mehr und mehr Unternehmen haben das Potenzial geteilter Mobilität erkannt und versuchen, neue Geschäftsmodellen zu etablieren. Zudem bieten auch andere Mobilitäts-Anbieter relevante Alternativen, beispielsweise Bike- oder Scooter-Sharing oder Ridehailing. Damit erhöhen sie die Attraktivität von Sharing weiter. Der Kunde kann je nach Situation individuell entscheiden, welche Mobilitätsform die beste ist – der Roller für die Fahrt zum Café, das Auto für die Einkäufe im Supermarkt oder der ÖPNV, wenn das Ziel im verdichteten Stadtkern liegt.

Den Vorteil geteilter Mobilitätsflotten erkennen zudem auch die Städte und Kommunen. Sie stellen mehr und mehr fest, dass geteilte Mobilität ein effizienter Hebel ist, um für weniger Autos und geringere Emissionen, mehr Parkraum und damit mehr Lebensqualität zu sorgen. Das Carsharing-Gesetz, das im letzten September in Kraft getreten ist, ist in diesem Kontext ein starkes Zeichen. Es ermöglicht die rechtssichere Einrichtung und Privilegierung von Carsharing-Parkplätzen – was den Anreiz für die Nutzung von Carsharing weiter erhöht.

Durch Carsharing kann der Fixkostenblock eines Autos, auf eine Vielzahl von Nutzern umgelegt werden. Während die durchschnittliche Auslastung eines Pkw bei vier Prozent, und damit unter einer Stunde liegt, weist ein Fahrzeug von DriveNow eine tägliche Nutzungsdauer von drei bis fünf Stunden auf. Positiver Nebeneffekt: Nicht nur das Auto wird als Ressource wesentlich effizienter genutzt, sondern auch der in der Stadt stark begrenzte Parkraum.

Nicht zuletzt wird autonomes Fahren auf die Verbreitung und Kosten von Carsharing massive Auswirkungen haben. Insbesondere Level-5-Fahrzeuge – Autos, die völlig autonom sind und keinerlei Aktion oder Reaktion der Insassen erfordern, werden in Zukunft eine völlig neue Anwendungsfälle ermöglichen. Sie könnten einen Kunden selbst abholen, ihn zum Zielort steuern und danach dorthin fahren, wo der aktuelle Bedarf am höchsten ist. Ein autonomes Fahrzeug wird damit weitaus stärker genutzt werden als ein heutiges Carsharing-Auto. Durch diese hocheffiziente Auslastung wird der Bedarf mit weniger Autos gedeckt; die Fixkosten wiederum werden auf weitaus mehr Schultern verteilt.

Sebastian Hofelich ist Geschäftsführer bei DriveNow.
Sebastian Hofelich ist Geschäftsführer bei DriveNow. (Bild: DriveNow)

Die zunehmende Anbieter-Konkurrenz, die weitere Förderung der Städte seitens der Politik, vor allem aber Effizienzgewinne durch bessere Auslastung werden die Angebotsattraktivität von Sharing-Angeboten im städtischen Umfeld weiter erhöhen. Carsharing und geteilt Mobilität insgesamt werden im Zuge dessen zunehmend das eigene Auto ablösen. Gleichzeitig sinken n die Preise für Betreiber und Kunden. Somit sparen Verbraucher mit Carsharing langfristig Geld, ohne auf den Komfort eines Autos verzichten zu müssen.

Carsharing – Sechs Thesen zur Zukunft der Mobilität

Carsharing – Sechs Thesen zur Zukunft der Mobilität

04.05.18 - DriveNow zieht angesichts des 30. Jubiläums des Carsharings in Deutschland Bilanz. Perspektivisch rechnet DriveNow damit, dass in zehn Jahren ein Drittel aller Fahrten über geteilte Mobilität erfolgt. Ein Thesenpapier zeigt sechs klare Standpunkte zur Zukunft der geteilten Mobilität. lesen

Der Ladeproblematik den Stecker ziehen

Der Ladeproblematik den Stecker ziehen

30.12.17 - Carsharing bringt viele Menschen erstmals mit Elektromobilität in Berührung. Die Kundenresonanz zeigt, dass die Stromer faszinieren und durchaus eine Nachfrage besteht. Doch E-Autos etablieren sich wegen der vielerorts fehlenden Ladeinfrastruktur nur zögerlich. Dass die strukturellen Herausforderungen überwunden werden können, zeigt die Kooperation zwischen der Stadt Hamburg und der BMW-Tochter DriveNow. lesen

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45369743 / Markt, Politik, Gesellschaft)