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Carsharing – Sechs Thesen zur Zukunft der Mobilität

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

These 4 – Carsharing wird der E-Mobilität zum Durchbruch verhelfen

Städte und Kommunen müssen wirkungsvolle Maßnahmen ergreifen, um die Innenstädte von Luftschadstoffen zu befreien. Die Elektromobilität wird im Zuge dessen stark an Bedeutung gewinnen. Doch aktuell fehlt es in den meisten Städten einerseits an ausreichender Ladeinfrastruktur, was die Motivation für die Investition in Elektroautos schwächt. Andererseits fehlt es dadurch an einer kritischen Menge Elektrofahrzeuge, die eine Finanzierung der Ladeinfrastruktur für Städte und Kommunen begründen können. Carsharing kann einen großen Beitrag dazu leisten, dieses „Henne-Ei-Problem“ der Elektromobilität zu lösen. Während Stromer über alle zugelassenen PKW in Deutschland 2017 lediglich 0,0810 Prozent ausmachen, beträgt der Elektro-Anteil der DriveNow-Flotte in Deutschland aktuell rund 15 Prozent – Tendenz steigend.

Seit 2013 kamen durch DriveNow bereits über 400.000 Kunden mit Elektromobilität in Berührung. Carsharing sensibilisiert so für das Thema und bringt gleichzeitig immer mehr E-Fahrzeuge auf die Straßen. Dies erhöht den Anreiz für Städte und Kommunen, die Ladeinfrastruktur auszubauen. Diese Ladeinfrastruktur kann auch von Privatpersonen genutzt werden, was wiederum die Attraktivität von E-Autos steigert. Im Zuge einer strategischen Partnerschaft mit der Hansestadt Hamburg hat DriveNow seine dortige E-Flotte von 70 auf 200 BMW i3 aufgestockt und wird bis 2019 eine nahezu vollelektrische Flotte anbieten – sofern die Stadt dem vereinbarten schrittweisen Ausbau der Ladeinfrastruktur auf 1.150 Ladepunkte im gleichen Zeitraum nachkommt.

These 5 – Die Automobilbranche wird sich stärker auf veränderte Anforderungen von Sharing-Flotten einstellen

Rasante Technologiesprünge verkürzen die Entwicklungs- und Innovationszyklen im Mobilitätsmarkt immer stärker. Das intelligent vernetzte Auto, das Zusammenspiel zwischen App und Fahrzeug, hat dabei dem Free-Floating-Carsharing den Weg bereitet. Ein Carsharing-Fahrzeug muss für möglichst viele Personen komfortabel und intuitiv steuerbar sein und sich an die individuellen Bedürfnisse anpassen. In Zukunft wird das Fahrzeug beispielsweise erkennen, wer per App reserviert und stellt sich schon vor der Fahrt auf den jeweiligen Kunden ein – von der perfekten Sitzposition und der Spiegeleinstellung bis zum Lieblingsradiosender.

Durch die steigende Bedeutung von geteilter Mobilität werden Fahrzeuge folglich nicht mehr nur für den Einzelnutzer entwickelt werden. So wird etwa die Bedeutung der Gestaltung des Innenraums gegenüber dem externen Design zunehmen. Mit autonomen Sharing-Flotten werden Autos zudem immer mehr zu digitalen Arbeitsplätzen oder Entspannungsräumen werden. Mobilität wird demnach nicht mehr ein Mittel zur Fortbewegung sein, sondern, ausgerichtet auf innovative Nutzerbedürfnisse, noch stärker mit allen Bereichen des täglichen Lebens verzahnt. Carsharing bzw. moderne Mobilitätsdienstleistungen werden folglich die Automobilbranche nachhaltig beeinflussen, die sich immer stärker auf die Anforderungen moderner Sharing-Flotten einstellen wird.

These 6 – Sharing wird für alle Bereiche der urbanen Mobilität richtungsweisend

Schon heute zeichnen sich im Bereich der geteilten Mobilität neue Geschäftsmodelle ab, die über die innerstädtische Fahrt von A nach B hinausgehen. Intelligente Mobilitätslösungen werden dabei immer stärker in die Städteplanung integriert werden – beispielsweise in die Planung nachhaltiger Wohnprojekte: Mit einem gebäudebezogenen E-Carsharing-Konzept kann durch die Reduktion der Stellplatzzahlen und Tiefgaragenebenen nicht nur Parkraum frei werden. Es lassen sich auch Investitionskosten einsparen. In Zukunft könnte durch die zunehmende Vernetzung von Mobilität, Infrastruktur, Wohnen und Stadtentwicklung der individuelle und tatsächliche Mobilitätsbedarf der (Stadt-) Bewohner sehr genau abgebildet werden: Je nach Anwendungsfall steht das passende Fahrzeug vor der Tür oder am gewünschten Ort zur Verfügung. Für Unternehmen sind mit Carsharing ebenfalls Einspar- und Effizienzpotenziale verbunden.

Durch eine intelligente Vernetzung mit weiteren Mobilitäts-Services können individuelle Pakete für den jeweiligen Bedarf der Mitarbeiter geschnürt und flexibel eingesetzt werden. Die effiziente Steuerung autonomer Carsharing-Flotten hat das Potenzial, diese Vorteile für Unternehmen weiter zu verstärken: Carsharing bzw. integrierte Mobilitätskonzepte werden so langfristig den Dienstwagen in urbanen Räumen ersetzen. Die großen Mobilitätstrends – autonomes Fahren, die zunehmende Vernetzung intelligenter Systeme und neue Antriebstechnologien – werden innovative Anwendungsfälle und Geschäftsmodelle rund um Sharing weiter befördern oder erst ermöglichen. Dabei werden die Städte der Zukunft weniger an den Bedürfnissen des Individualverkehrs mittels privatem PKW ausgerichtet sein, sondern sich primär an den Anforderungen für mehr urbane Lebensqualität und Nachhaltigkeit orientieren. Sharing wird so für alle Bereiche der städtischen Mobilität richtungsweisend – für eine nachhaltige Stadtentwicklung sowie vor allem für eine individuelle, flexible und komfortable Mobilität für jeden Anwendungsfall.

Der Ladeproblematik den Stecker ziehen

Der Ladeproblematik den Stecker ziehen

30.12.17 - Carsharing bringt viele Menschen erstmals mit Elektromobilität in Berührung. Die Kundenresonanz zeigt, dass die Stromer faszinieren und durchaus eine Nachfrage besteht. Doch E-Autos etablieren sich wegen der vielerorts fehlenden Ladeinfrastruktur nur zögerlich. Dass die strukturellen Herausforderungen überwunden werden können, zeigt die Kooperation zwischen der Stadt Hamburg und der BMW-Tochter DriveNow. lesen

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