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Car2X-Kommunikation – VW gibt Ampeln eine Stimme

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Sensoren an der Ampel erfassen den Radfahrer und warnen den Autofahrer.
Sensoren an der Ampel erfassen den Radfahrer und warnen den Autofahrer. (Bild: VW)

VW will die Sicherheit im Bereich von Kreuzungen verbessern. Dafür wird der lokale Infoaustausch zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur um neue Funktionen ergänzt. Das System basiert auf der Car2X-Technologie WLANp und wird nun im Stadtverkehr erprobt.

In einem Gemeinschaftsprojekt errichten die Stadt, Volkswagen und Siemens auf einer Hauptverkehrsstraße in Wolfsburg derzeit einen Testabschnitt, in dem zehn Verkehrssignalanlagen die Ampelphasen im lokalen Umfeld mittels WLANp (ITS-G5) aussenden. Künftige Car2X-Fahrzeuge können diese Informationen verarbeiten und den Fahrer z.B. über „grüne Wellen“ informieren. So kann unnötiges Bremsen und Beschleunigen vermieden werden. Assistenzfunktionen können dies in naher Zukunft auch ohne das Zutun des Fahrers übernehmen.

Die vorausschauenden Ampelfunktionen im Fahrzeug verbessern den innerstädtischen Verkehrsfluss. Darüber hinaus soll das Projekt vor allem zur Verkehrssicherheit beitragen. Dafür werden zwei Wolfsburger Straßenkreuzungen mit moderner Sensorik ausgestattet, um Fußgänger und Radfahrer zu erfassen. Manfred Fuhg, Leiter Siemens Mobility Deutschland, sagt dazu: „Kreuzungen, die mit Radarmess-Sensorik ausgestattet sind, besitzen die Möglichkeit, die Detektionsgenauigkeit von Fußgängern und Radfahrern deutlich zu erhöhen. Insbesondere an komplexen Kreuzungen und Unfallschwerpunkten werden Informationen bereitgestellt, die die Fahrzeuge selbst nicht erfassen können.“

Technologie wird stetig erweitert

Die Informationen der Ampelanlagen werden mit den Umfeld-Informationen der Kreuzungen ergänzt. Diese Daten gelangen mit der Car2X-Technologie in die Fahrzeuge, die Volkswagen im nächsten Jahr einführen wird. Diese sogenannten kooperativen Sicherheitsfunktionen greifen etwa in Situationen ein, in denen der Fahrer oder das Fahrzeug die umgebenden Verkehrsteilnehmer mit eigener Sensorik nicht oder erst sehr spät erkennen können. Insbesondere Fußgänger und Radfahrer sollen dadurch noch besser geschützt werden. „Basierend auf Systemen mit künstlicher Intelligenz in den Verkehrssignalanlagen können den Fahrzeugen mit Hilfe von intelligenten Steuerverfahren deutlich präzisere Informationen über Rot- und Grünphasen zur Verfügung gestellt werden als dies bisher möglich war“, erläutert Manfred Fuhg.

Aus heutiger Sicht bietet die Nutzung von Verkehrsinfrastruktur insbesondere in Städten entscheidende Vorteile gegenüber anderen Car2X-Ansätzen, erläutert Gunnar Koether, Leiter der Fahrzeugsicherheit von Volkswagen: „Anders als die vergleichsweise ungenauen Positionsdaten eines Smartphones, bietet die Verwendung von Sensorik analog zum Fahrzeug hochgenaue Daten eines kritischen Bereiches. Eine wesentliche Bedingung, um Fehlwarnungen zu vermeiden. Neben den technischen Hürden ist der Datenschutz ein weiterer Aspekt, der bei der Nutzung privater Smartphones abschrecken könnte.“

Gemeinsam zum Ziel

Zahlreiche Partner arbeiten derzeit an der Erweiterung der vorhandenen WLANp-Standards. Mit dem Pilotprojekt im realen Verkehrsumfeld soll dies noch schneller abgeschlossen werden. Fest steht: Kooperative Funktionen können nur dann eine hohe Wirkung erzielen, wenn Verkehrsinfrastruktur und alle Verkehrsteilnehmer die gleiche Sprache sprechen. Daher unterstützen Volkswagen und Siemens das Ziel der Europäischen Union, kurzfristig europaweit verbindliche Rahmenbedingungen für das vernetzte Fahren zu schaffen.

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