Ein Angebot von /

BMW-Boss Krüger: „Wir sind in einem Technologie-Krieg“

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Für die kommenden fünf Jahre sei zumindest klar, dass es mehr E-Autos geben werde, sowie auch autonome Fahrzeuge auf die Straße kämen, analysiert BMW-Chef Harald Krüger.
Für die kommenden fünf Jahre sei zumindest klar, dass es mehr E-Autos geben werde, sowie auch autonome Fahrzeuge auf die Straße kämen, analysiert BMW-Chef Harald Krüger. (Bild: BMW)

Früher hätten deutsche Autoingenieure schon die Nase gerümpft, wenn US-Käufer einen Getränkehalter haben wollten, meint BMW-Chef Harald Krüger. Jetzt müsse der Autobauer zu einem Tech-Konzern werden, bei dem der Kunde im Mittelpunkt steht – und auch hier sei man im Krieg.

Der radikale Wandel der Autobranche lässt die Hersteller laut BMW-Chef Harald Krüger auf Sicht in die Zukunft fahren. „Auf einen Zeitraum von zehn Jahren ist keine Vorhersage möglich“, sagte Krüger auf der Innovationskonferenz DLD in München. Dafür ändere sich die Technologie zu schnell. Für die kommenden fünf Jahre sei zumindest klar, dass es mehr Elektroautos geben werde, sowie auch autonome Fahrzeuge auf die Straße kämen.

Aber auch für die nächsten fünf Jahre sei vieles unklar. „Wer weiß, wie viele elektrische Fahrzeuge BMW im Jahr 2023 in Russland verkaufen wird“, fragte Krüger am Sonntag rhetorisch in den Saal. Es könnten 10 - oder vielleicht auch 10.000 werden, erklärte er. Die Entscheidungen für diese Zeit müssten aber schon heute getroffen werden. Und BMW müsse für beide dieser Entwicklungen gewappnet sein. Deshalb sollen zum Beispiel Fahrzeuge mit Elektro-, Hybrid- und Verbrennungsantrieb auf einer Produktionslinie gebaut werden können.

In den vergangenen Jahren bekamen die etablierten Autokonzerne neue Konkurrenz mit Elektroautobauern wie Tesla - und aktuell forschen auch viele Tech-Unternehmen an Technik für künftige Robotaxi-Dienste. „Wir sind in einem Technologie-Krieg“, sagte Krüger. Die Hersteller müssten jeden Herausforderer ernstnehmen, sagte der BMW-Chef auf die Frage, ob den Platzhirschen drohe, wie einst Nokia oder Kodak von der Digitalisierung überrollt zu werden. Die gute Nachricht sei, dass das Interesse so vieler Unternehmen an diesem Geschäft bedeute, dass Mobilität ein Zukunftsgeschäft. Aber wenn man als Hersteller nicht erfolgreich sei, könne jemand auftauchen, der einen kaufen wolle.

„Dann kann ich Ihnen auch nicht helfen“

Seine Herausforderung sei jetzt, BMW in ein Technologie-Unternehmen zu verwandeln, in dem der Kunde im Mittelpunkt stehe, betonte Krüger. „Wir haben auch einen Krieg um die Schnittstelle zum Kunden.“ Das erfordere ein Umdenken in der oft Technik-getriebenen Autobranche. Vor einigen Jahren hätten deutsche Ingenieure noch die Nase gerümpft, als US-Käufer einen Getränkehalter im Auto haben wollten, sagte er.

Vor allem die Unternehmen hinter den beiden Smartphone-Plattformen - Google mit Android und Apple mit dem iOS-System seiner iPhones - machen den Herstellern den Platz auf dem Bildschirm der Infotainment-Anlagen streitig. Dabei könnte dies in die Zukunft die Schnittstelle sein, über die im Auto Geld mit zusätzlichen Diensten verdient wird. Die Autokonzerne versuchen, mit der Verbesserung ihrer Software gegenzusteuern. „Andere Unternehmen hätten gern unsere Daten“, sagte Krüger. „Wir haben den Kunden eine Stunde pro Tag im Auto. Das ist eine sehr wertvolle Zeit.“

„Es gibt immer noch Leute, die gern ein Auto steuern“, betonte Krüger mit Blick auf den Trend zu Mobilitätsdiensten und die vielen Stadt-Bewohner, die inzwischen auf ein eigenes Auto verzichten. „Wenn Sie an einem Abend mit blauem Himmel in Bayern in die Berge fahren, ob mit einem Elektro- oder Verbrennungsmotor, und das Ihnen keinen Spaß macht - dann kann ich Ihnen auch nicht helfen.“–dpa–

Natrium-Ionen-Systeme – Eigenschaften und Vorteile der Post-Lithium-Batterien

Natrium-Ionen-Systeme – Eigenschaften und Vorteile der Post-Lithium-Batterien

21.01.19 - Batterien für Speicheranwendungen werden fast automatisch mit Lithium-Elektroden verbunden. Deren Nachteile füllen nahezu täglich die Medien. Doch Wissenschaft und Industrie entwickeln bereits mit großem Erfolg eine neue, sichere und umweltfreundliche Alternative, kurz: Post-Lithium-Batterie. lesen

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
Eine Bemerkung zum Thema Transporter der Deutschen Post. Man kann doch nicht mit vollem Ernst die...  lesen
posted am 23.01.2019 um 10:29 von Unregistriert

Eine Anmerkung zu der Behauptung eines Vorredners hier: WARUM wohl stellt die Deutsche Post selbst...  lesen
posted am 22.01.2019 um 13:39 von Unregistriert

Endlich ein Artikel, der zeigt wie komplex ein Umstieg auf neue Technologien wirklich ist. Es geht...  lesen
posted am 22.01.2019 um 13:29 von Unregistriert

WARUM wohl stellt die Deutsche Post selbst ihre Transporter her? Die versnobten deutschen...  lesen
posted am 22.01.2019 um 09:33 von Unregistriert

Jetzt müsse der Autobauer zu einem Tech-Konzern werden, bei dem der Kunde im Mittelpunkt steht –...  lesen
posted am 21.01.2019 um 14:55 von Unregistriert


Mitdiskutieren
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45697558 / Markt, Politik, Gesellschaft)