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Besseres Batterie-Verständnis durch digitalen Zwilling

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Zur Hannover Messe zeigt das Münchener Start-up Twaice einen digitalen Zwilling, der für moderne Energiespeicher ein längeres Leben und geringere Kosten ermöglicht.

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Um den Gesundheitszustand eines Akkus zu bestimmen, verarbeitet die Twaice-Software viele Faktoren, die sich auf Lebensdauer und Leistung auswirken.
Um den Gesundheitszustand eines Akkus zu bestimmen, verarbeitet die Twaice-Software viele Faktoren, die sich auf Lebensdauer und Leistung auswirken.
(Bild: Clipdealer)

Der Strommarkt in Deutschland soll dezentraler werden, doch dazu braucht es neue Technologien. Innovationen müssen das Stromsystem flexibler machen und seine einzelnen Sektoren intelligent koppeln. Die Hannover Messe zeigt ab 1. April zahlreiche Lösungen für die Vision einer sauberen, sicheren Energieversorgung. Ein Beispiel ist die Software des Münchener Unternehmens Twaice. Die noch junge Firma verhandelt aber bereits mit einer Reihe von Großkonzernen über eine Zusammenarbeit. Diese etablierten Firmen erhoffen sich von dem Newcomer Unterstützung beim Betrieb von stationären Stromspeichern, von Elektroautos oder elektrisch betriebenen Lastwagen.

Die Münchener Software bietet Batterie-Betreibern endlich Einblick in das reale Innenleben ihres Akkus. Bislang war es nicht möglich, die genauen Abläufe in modernen Lithium-Ionen-Batterien zu verfolgen. Deshalb bleibt oft unklar, wie leistungsfähig die Speicher tatsächlich noch sind. Mit der Innovation von Twaice erhalten Betreiber nun jederzeit Auskunft über den „Gesundheitszustand“ eines Akkus. Die Ingenieure Michael Baumann und Stephan Rohr haben mit ihrer Idee direkt in eine Marktlücke getroffen. Immer mehr Unternehmen entwickeln Produkte und Fahrzeuge mit modernen Lithium-Ionen-Batterien. Der Bedarf an technischen Lösungen für deren effizienten Einsatz ist deshalb riesig und er wächst ständig.

Baumann und Rohr hatten ihre Software an der TU München entwickelt und Twaice vor einem Jahr dort ausgegründet. An ihrem „digitalen Zwilling“ sind inzwischen nicht nur Auto- und Zweiradhersteller interessiert. Auch die Produzenten von elektrischen Maschinen und Werkzeugen wollen dringend wissen, wie sich Akkus im Betrieb verhalten. „Wir haben festgestellt, dass die Hersteller oftmals kaum sagen können, wie die Batterien während des Einsatzes belastet werden“, sagt Baumann. Ob zum Beispiel im kalten Norwegen die Chemie stärker leidet als im milderen Süddeutschland. Das ist zu vermuten, das tatsächliche Alterungsverhalten eines Akkus war aber bislang ein großes Rätsel. Ohne dieses Wissen ist es nicht möglich, verlässliche Aussagen zur Lebensdauer, zu anstehenden Wartungsarbeiten oder zu einem möglichen Einsatz im „Second-life“-Zyklus zu treffen.

Um den Gesundheitszustand eines Akkus zu bestimmen, verarbeitet die Twaice-Software viele Faktoren, die sich auf Lebensdauer und Leistung auswirken. Auch die Art und Weise, wie die Batterie geladen wird. Schnellladen, noch dazu bei Kälte, verschleißt die Chemie rascher als ein sanfter Ladeprozess. Solche Alterungsfaktoren berücksichtigt das Programm ebenso wie Wetter- und Geodaten.

Damit hilft die innovative Anwendung auch, die Elektromobilität schneller voran zu bringen. Sie reduziert die Kosten der Batterien und verlängert ihre Lebensdauer. Beim Elektroauto bietet das enorme Kostenvorteile. Schließlich macht der Akku den mit Abstand größten Wert in diesen Fahrzeugen aus. Eine günstigere Batterie bedeutet daher unmittelbar einen niedrigeren Gesamtpreis.

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