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Autonomes Parken – Zulassung für Pilotprojekt ohne menschliche Überwachung

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Türkisfarbene Lichtsignale markieren den automatisierten Fahrmodus und informieren so Passanten und andere Verkehrsteilnehmer, dass das Fahrzeug eigenständig unterwegs ist.
Türkisfarbene Lichtsignale markieren den automatisierten Fahrmodus und informieren so Passanten und andere Verkehrsteilnehmer, dass das Fahrzeug eigenständig unterwegs ist. (Bild: Daimler)

Bosch und Daimler haben die behördliche Zulassung für ein automatisiertes Parksystem im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart erhalten. Ab sofort darf die Technik dort im Alltagsbetrieb genutzt werden. Weil geeignete Serienfahrzeuge auf absehbare Zeit fehlen, kommen vorerst allerdings nur spezielle Mercedes-Prototypen zum Einsatz.

Bosch und Daimler haben einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum automatisierten Fahren erreicht: Für das automatisierte Parksystem im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart haben die beiden Unternehmen jetzt die Freigabe der zuständigen Behörden in Baden-Württemberg erhalten. Der automatisierte Vorfahr- und Einparkservice wird per Smartphone-App abgerufen und kommt ohne Sicherheitsfahrer aus. Er ist damit die weltweit erste behördlich für den Alltagsbetrieb zugelassene vollautomatisierte und fahrerlose Parkfunktion nach SAE Level 4.

„Die Entscheidung der Behörden zeigt, dass Innovationen wie das automatisierte Valet Parken zuerst in Deutschland möglich sind“, sagt Bosch-Geschäftsführer Dr. Markus Heyn. „ Fahrerloses Fahren und Parken sind wichtige Bausteine künftiger Mobilität. Mit dem automatisierten Parksystem wird deutlich, wie weit wir auf diesem Entwicklungspfad bereits gekommen sind.“

Schon seit 2018 können Besucher des Museums die Technik im Einsatz beobachten, aus Sicherheitsgründen war bislang jedoch ein Mensch im Auto, der im Notfall eingreifen konnte.
Schon seit 2018 können Besucher des Museums die Technik im Einsatz beobachten, aus Sicherheitsgründen war bislang jedoch ein Mensch im Auto, der im Notfall eingreifen konnte. (Bild: Daimler)

Da für automatisierte Fahrfunktionen, die komplett ohne Fahrer auskommen, noch keine Zulassungsverfahren etabliert sind, begleiteten die lokalen Behörden – Regierungspräsidium Stuttgart und Landesverkehrsministerium Baden-Württemberg – sowie Gutachter des TÜV Rheinlands von Beginn an das Projekt. Ziel war es, den sicheren Betrieb der Fahrzeug- sowie der Parkhaustechnik zu bewerten.

Das Ergebnis ist ein umfangreiches Sicherheitskonzept mit entsprechenden Test- und Freigabekriterien, die auch über das Pilotprojekt hinaus Anwendung finden können. Darin haben die Entwickler einerseits definiert, wie das fahrerlose Fahrzeug Fußgänger und andere Autos im Fahrweg erkennt und bei einem Hindernis zuverlässig stoppt. Darüber hinaus wurde eine abgesicherte Kommunikation aller Systemkomponenten untereinander und die zuverlässige Aktivierung des Parkvorgangs umgesetzt.

Die Technik des fahrerlosen Parkens

Ins Parkhaus fahren, aussteigen und das Auto per Klick auf dem Smartphone zum Parken schicken – der automatisierte Parkservice kommt ganz ohne den Fahrer aus. Während dieser das Parkhaus bereits verlassen und sich anderen Dingen widmen kann, fährt das Auto selbstständig zu einem zugewiesenen Stellplatz und parkt ein. Genauso kommt das Auto auf Wunsch auch wieder vorgefahren.

Dabei spielt die intelligente Parkhaus-Infrastruktur von Bosch mit der Fahrzeugtechnik von Mercedes-Benz zusammen. Bosch-Sensoren im Parkhaus überwachen den Fahrkorridor sowie dessen Umfeld und liefern die Informationen für die Steuerung des Fahrzeugs. Die Technik im Auto setzt die Befehle der Infrastruktur in Fahrmanöver um. Auf diese Weise können die Autos auch eigenständig Rampen hoch- und herunterfahren und innerhalb des Parkhauses Stockwerke wechseln. Erkennen die Infrastruktursensoren ein Hindernis, stoppt das Fahrzeug unverzüglich.

Die Selbstparkfunktion wird per Smartphone-App aktiviert, woraufhin sich das Auto selbstständig und Schrittgeschwindigkeit zu einer freien Parklücke bewegt. Die Insassen können sich unterdessen auf den Weg zu ihrem eigentlichen Ziel machen.
Die Selbstparkfunktion wird per Smartphone-App aktiviert, woraufhin sich das Auto selbstständig und Schrittgeschwindigkeit zu einer freien Parklücke bewegt. Die Insassen können sich unterdessen auf den Weg zu ihrem eigentlichen Ziel machen. (Bild: Daimler)

Nachdem Bosch und Daimler die Entwicklung des vollautomatisierten und fahrerlosen Parkens im Jahr 2015 auf den Weg gebracht hatten, erreichte die Pilotlösung im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart im Sommer 2017 einen wichtigen Meilenstein: Automated Valet Parking wurde der Öffentlichkeit erstmals im realen Verkehr vorgeführt. Auf die Premiere folgte eine intensive Test- und Inbetriebnahme-Phase.

Seit 2018 konnten die Besucher des Museums den Parkservice im Beisein von geschultem Sicherheitspersonal live erleben und ihre Erfahrungen teilen. Im Rahmen des Pilotprojekts wurden am Fahrzeug auch Lichtkonzepte erprobt. Dabei markieren türkisfarbene Lichtsignale den automatisierten Fahrmodus und informieren so Passanten und andere Verkehrsteilnehmer, dass das Fahrzeug eigenständig unterwegs ist. Die Erkenntnisse daraus wurden auch in dem kürzlich verabschiedeten SAE-Standard 3134 berücksichtigt.

Mit der finalen Freigabe durch die Behörden können Interessierte zeitnah den Vorfahr- und Einparkservice im Alltagsbetrieb des Parkhauses des Mercedes-Benz Museums und ohne weitere Überwachung durch einen Sicherheitsfahrer live erleben.

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