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Autonomes Fahren – Potenziale und Auswirkungen bis 2030

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

(Bild: Daimler)

Automatisiertes und Autonomes Fahren wird sich einer neuen Studien zufolge auf sämtliche Branchen und Unternehmen nachhaltig positiv auswirken. Nebenbei könnte die CO2-Belastung gesenkt und die Unfallzahlen reduziert werden. Positive Aussichten also – wäre da nicht ein schwer kalkulierbarer Nebeneffekt.

Automatisiertes bzw. Autonomes Fahren wird die Mobilität der Zukunft verändern. KEConsult hat im Auftrag des DIHK Kriterien im Bereich des Autonomen Fahrens ausgewertet und potenzielle Effekte für Deutschland errechnet. Entscheidend ist dabei der Grad der Automatisierung. Er reicht von bereits etablierten Fahrerassistenzsystemen bis hin zu fahrerlosen Fahrzeugen. Elementar ist jedoch auch der jeweilige Grad der Marktdurchdringung.

Der Übergang hin zum vollautonomen Fahren wird sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Bis 2030 ist damit zu rechnen, dass hochautomatisierte Systeme (Stufe 3) und Elemente des vollautomatisierten Fahrens (Stufe 4) genutzt werden. Für Deutschland wird dabei mit monetären Einsparungen in Höhe von jährlich rund 8,3 Mrd. Euro gerechnet. Langfristig ist beim vollautonomen Fahren mit deutlich höheren Einsparungen zu rechnen. Nach aktuellen Abschätzungen werden diese bei mindestens 15 Mrd. Euro jährlich liegen.

Autonomes Fahren – Die wichtigsten Effekte im Überblick

Kraftstoffersparnis: Schon in der ersten Phase (Platooning) wird im Straßengüterverkehr mit einem Einspareffekt von 10% kalkuliert. Im motorisierten Individualverkehr lässt sich durch die verkehrsangepasste und konstante Fahrweise ein Einsparpotential bei den Kraftstoffkosten von 15 % auf Autobahnen erzielen. Auf dem übrigen Straßennetz wird sogar mit Kraftstoffeinsparungen über 30% gerechnet. Hieraus ergibt sich eine jährliche Ersparnis von 2,1 Mrd. Euro. "Die CO2-Emissionen verringern sich um 6,2 Millionen Tonnen. Dies entspricht den CO2-Emissionen einer Großstadt mit 700.000 Einwohnern", analysiert DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Betriebskostenersparnis im Straßengüterverkehr: Hier wird für die Stufe 5 (vollAutonomes Fahren) mit einer Verringerung der Betriebskosten um 0,30 Euro je Fahrzeugkilometer gerechnet. Bei erwarteten 10% Autonomen Fahrten an den Fahrleistungen des Straßengüterverkehrs ergeben sich 2,5 Mrd. Euro jährliche Betriebskostenersparnis. Zudem sinkt der Bedarf an Fahrern ebenfalls um 10 Prozent und nimmt daraus resultierend um rund 70.000 Fahrer ab. Dies ist sogar nur eine konservative Abschätzung. Weitere Untersuchungen ergaben einen Rückgang des Fahrerpersonalbedarfs um 60%. "Da sich der Prozess hin zum vollautonomen Fahren aber noch über viele Jahre hinziehen wird, bleiben Berufskraftfahrer in den kommenden Jahrzehnten weiterhin wichtige Fachkräfte," beruhigt Wansleben.

Zeitkostenersparnis: Beim automatisierten Fahren wird der Verkehrsfluss optimiert. Es kommt dadurch zu weniger Staus und weniger Staus. Dies kann zu Zeitkostenersparnissen von bis zu 20% auf Autobahnen und von bis zu 15% auf dem nachgeordneten Netz führen. Die Zeitkostenersparnisse belaufen sich für den motorisierten Individualverkehr auf 4,1 Mrd. Euro.

Sicherheitsgewinn: Schon heutige Fahrerassistenzsysteme tragen dazu bei, Unfälle zu vermeiden oder zumindest die Unfallschwere zu vermindern. Beim Autonomen Fahren werden diese Effekte noch verstärkt werden. In Deutschland erscheint nach gegenwärtigem Ermessen eine Verringerung der Unfallzahlen und der Zahl der Verletzten und Getöteten um bis zu 10 Prozent als möglich. n um 10 %. Hieraus ergibt sich eine jährliche Ersparnis in Höhe von 5,7 Mrd. Euro.

Verringerung städtischer Stellplätze: Autonome Fahrzeuge können außerhalb der Stadtzentren geparkt werden. Die dort freiwerdenden Parkplatzkapazitäten können für den fließenden Verkehr, ökonomische Aktivitäten oder Freizeitaktivitäten genutzt werden.

Induzierter Verkehr: Automatisiertes Fahren erhöht die Attraktivität des motorisierten Individualverkehrs. Dies kann punktuell zu zusätzlichem Verkehr (induzierter Verkehr) und zu Verschiebungen des Modal Splits führen. Dies schwächt die Einspareffekte ab. Eine exakte Größenordnung und explizite Auswirkungen lassen sich derzeit aber nicht quantifizieren. Zum Teil liegen hierzu keine belastbaren Ergebnisse vor, teilweise werden aber auch unterschiedliche Marktentwicklungen und Wirkungsstränge erwartet, zu denen noch keine abschließenden Aussagen getroffen werden können. Das liegt auch darin begründet, dass durch den automatisierten bzw. Autonomen Personenverkehr erhebliche Potentiale zur Neugestaltung der Verkehrs- und Mobilitätsstrukturen gerade im städtischen Umfeld erwartet werden.

Fazit

"Deutschland hat das Know-how, um bei der Entwicklung und Einführung dieser neuen Technik eine Führungsposition einzunehmen", zeigte sich Wansleben überzeugt. "Allerdings braucht die Wirtschaft hierfür die Unterstützung der Politik bei den Rahmenbedingungen – beispielsweise über eine Anpassung der Straßenverkehrsordnung."

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Wie das hier gesehen wird, trifft es völlig zu. NUR der künftige, autonome Verkehr läuft mit Level...  lesen
posted am 21.08.2018 um 20:09 von Unregistriert

Es ist nicht die Frage, was das automatische Fahrzeug können muß, sondern was der automatisch...  lesen
posted am 13.08.2018 um 10:48 von Unregistriert


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