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Autonomes Fahren: Jeder will das letzte Wort behalten

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

78 Prozent aller Befragten legen großen Wert darauf, im Notfall jederzeit selbst ins Steuer greifen oder auf das Bremspedal treten zu können – in Deutschland und den USA gilt dies stärker als in China.
78 Prozent aller Befragten legen großen Wert darauf, im Notfall jederzeit selbst ins Steuer greifen oder auf das Bremspedal treten zu können – in Deutschland und den USA gilt dies stärker als in China. (Bild: Daimler)

Die Erwachsenen von morgen und erst recht deren Kinder werden es erleben: Ihre Fahrzeuge sind hochgradig automatisiert oder autonom unterwegs. Doch was halten die Verbraucher von heute von der Fortbewegung von morgen? Kommt die Technik ihren Bedürfnissen entgegen? Was wünschen sich die Menschen? Was lehnen sie ab?

Während Politik und Industrie besonders gern den enormen Gewinn an Verkehrssicherheit betonen, der für die autonome Fahrweise spricht, äußern sich die Verbraucher eher skeptisch. Nur die Chinesen tanzen aus der Reihe. Während im Reich der Mitte 63 Prozent der Befragten glauben, dass durch vollkommen autonom fahrende Autos die Verkehrssicherheit steige, sind es in den USA und Deutschland lediglich 34 Prozent. Insgesamt aber würde sich die teilweise Automatisierung des Fahrens positiv auf die Verkehrssicherheit auswirken, darüber herrscht weitgehend Einigkeit. Das sind die Ergebnisse einer Studie vom TÜV Rheinland.

Mit fortschreitendem Automatisierungsgrad des Fahrzeugs nehmen jedoch die Zweifel zu, das Vertrauen in die Technik geht zurück. So befürchten zunächst nur elf Prozent der Befragten in Deutschland und 15 Prozent in den USA eine Verschlechterung der Verkehrssicherheit durch eine Teilautomatisierung. Bei völlig fahrerlosen Autos glauben das aber fast die Hälfte in Deutschland und den USA. In China erwarten dagegen nur 24 Prozent bei fahrerlosen Autos eine sinkende Verkehrssicherheit.

Es ist und bleibt aus Sicht der Studienteilnehmer aus Deutschland am wichtigsten, bei Bedarf auch selbst fahren zu dürfen (53 Prozent). Ferner machen sich 49 Prozent Sorgen um Haftungsfragen. Bei den US-Amerikanern hat die Möglichkeit, selbst das Steuer übernehmen zu können, ebenfalls höchste Priorität (47 Prozent).

Ein weiterer Beweis für schwindendes Vertrauen gegenüber zukünftiger Hightech: 78 Prozent aller Befragten legen großen Wert darauf, im Notfall jederzeit selbst ins Steuer greifen oder auf das Bremspedal treten zu können – in Deutschland und den USA gilt dies stärker als in China. Und das, obwohl zweifelsfrei feststeht, dass die allermeisten Verkehrsunfälle wegen menschlichem Versagen passieren.

„Die Überzeugung der Autofahrer in China, Deutschland und den USA, dass mit zunehmender Automatisierung die Verkehrssicherheit abnimmt, zeigt: Wir müssen gegenüber den Menschen noch viel stärker informieren und die Vorteile von mehr Technik auch eindeutig vermitteln“, sagt dazu Dr. Matthias Schubert, Executive Vice President Mobilität TÜV Rheinland.

Die Ergebnisse der internationalen Studie bestätigen den Trend einer repräsentativen Befragung von TÜV Rheinland aus dem vergangenen Jahr, als es nur um die Akzeptanz autonomen Fahrens in Deutschland ging. Diese Studie hatte gezeigt, dass drei von vier Befragten die Technik grundsätzlich positiv sehen, aber im Detail noch viele Vorbehalte bei der technischen Umsetzung bestehen, insbesondere, was die Datensicherheit angeht. Dabei ist es geblieben.

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