Suchen

Autonome Fahrzeuge – Virtuelle Augen für verbesserten Fußgängerschutz

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Mit virtuellen Augen Vertrauen in autonome Fahrzeuge schaffen: Dieses Ziel verfolgt ein neues Forschungsprojekt von Jaguar Land Rover (JLR). Selbstfahrende Fahrkokons, sogenannte Pods, erhalten Anzeigen, die wie Augen aussehen und sich auch so verhalten. Auf diese Weise können autonomen Fahrzeuge beispielsweise am Straßenrand wartenden Fußgängern signalisieren, dass eine Überquerung der Fahrbahn problemlos möglich ist.

Firmen zum Thema

Selbstfahrende Pods sollen mit „virtuellen Augen“ mit Fußgängern kommunizieren und Vertrauen in autonome Fahrzeuge schaffen.
Selbstfahrende Pods sollen mit „virtuellen Augen“ mit Fußgängern kommunizieren und Vertrauen in autonome Fahrzeuge schaffen.
(Bild: JLR)

Aktuelle Studien haben ermittelt, dass nicht weniger als 63 Prozent der Fußgänger sich darüber Gedanken machen, ob sie in Zukunft die Straßen gefahrlos überqueren können. Jaguar Land Rover will daher die Frage klären, ob und wie das Vertrauen der Menschen in selbstfahrende Autos gestärkt werden kann. Dabei liefern Kognitionspsychologen wertvolle Hinweise zum Verständnis, wie das Verhalten der Fahrzeuge den Grad des menschlichen Vertrauens in die neue Technik beeinflusst.

Ein mögliches Mittel sind in diesem Zusammenhang die virtuellen Augen. Sie verschaffen den selbstfahrenden Pods ein „freundliches Gesicht“. Auf diese Weise lässt sich herausfinden, wie viele Informationen künftige autonome Fahrzeuge mit ihren Nutzern und mit Fußgängern teilen müssen, damit Menschen den Technologien vertrauen.

Die Untersuchungen und Tests mit virtuellen Augen finden im Rahmen eines weitgefassten Forschungsprojekts statt. Es soll ermitteln, wie künftige vernetzte und autonom agierende Fahrzeuge im Fahrbetrieb menschliches Verhalten und menschliche Reaktionen reproduzieren können.
Die Untersuchungen und Tests mit virtuellen Augen finden im Rahmen eines weitgefassten Forschungsprojekts statt. Es soll ermitteln, wie künftige vernetzte und autonom agierende Fahrzeuge im Fahrbetrieb menschliches Verhalten und menschliche Reaktionen reproduzieren können.
(Bild: JLR)

Im Rahmen des Forschungsprojekts bewegen sich die intelligenten Pods autonom innerhalb einer dem Straßenbild von Coventry nachempfundenen Szenerie, sodass sich das Verhalten von Fußgängern beim Überqueren der Straße realitätsgetreu analysieren lässt. Erdacht wurden die virtuellen Augen von einem Team Entwicklungsingenieure aus der Abteilung Future Mobility von Jaguar Land Rover. Über die Augen „erkennen“ die selbstfahrenden Pods den Fußgänger und blicken ihn dann scheinbar direkt an. Dies signalisiert dem Fußgänger, dass er vom Fahrzeug registriert wurde und die Technik entsprechend reagiert.

Die Ingenieure messen dabei das Vertrauens-Level bevor und nachdem der Pod „Blickkontakt“ aufgenommen hat. So zeigt sich, ob das Vehikel genug Vertrauen aufgebaut hat, damit der Fußgänger an ein Halten des Pods glaubt. Dadurch wird ein wichtiges Problem autonomer Fahrzeuge angegangen, denn laut Studien geben nahezu Zweidrittel der befragten Fußgänger und Radfahrer an, dass sie sich weniger sicher fühlen, sobald selbstfahrende Verkehrsobjekte mit ihnen auf den Straßen unterwegs sind.

Pete Bennett, Future Mobility Research Manager bei Jaguar Land Rover, sagt: „Es zählt zu den Selbstverständlichkeiten, dass Fußgänger Blickkontakt zum Fahrer eines nahenden Wagens aufnehmen, bevor sie die Straße betreten. Es ist uns wichtig zu verstehen, wie sich dies in die stärker automatisierte Welt der Zukunft übertragen lässt. Wir möchten herausfinden, ob es sinnvoll ist, die Menschen mit umfassenden Informationen über die Absichten eines Fahrzeugs zu versorgen – oder ob man einen Fußgänger einfach nur wissen lässt, dass er erkannt wurde und auf diese Weise Vertrauen aufbaut.“

Die Untersuchungen und Tests mit virtuellen Augen finden im Rahmen eines weitgefassten Forschungsprojekts statt. Es soll ermitteln, wie künftige vernetzte und autonom agierende Fahrzeuge im Fahrbetrieb menschliches Verhalten und menschliche Reaktionen reproduzieren können. Im Rahmen der Studie wurde bei mehr als 500 Probanden die Interaktion mit den selbstfahrenden Pods untersucht.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45470894)