Ein Angebot von /

Fahrerassistenzsysteme

Automobil-Netzwerk-Architekturen der nächsten Generation

| Redakteur: Thomas Kuther

Alex E. Tan, Director der Automotive Solutions Group bei Marvell: „Gigabit Ethernet wird eine kritische Rolle für die Aggregation der Body-Elektronik bei ADAS und autonomen Autos der nächsten Generation spielen.“
Alex E. Tan, Director der Automotive Solutions Group bei Marvell: „Gigabit Ethernet wird eine kritische Rolle für die Aggregation der Body-Elektronik bei ADAS und autonomen Autos der nächsten Generation spielen.“ (Bild: Marvell)

Immer mehr vernetzte Systeme im Auto erfordern schnelle und zuverlässige Datenverbindungen. Mehr dazu in unserem Interview mit Alex E. Tan, Director der Automotive Solutions Group von Marvell.

Fahrerassistenz-, Infotainment- und Steuerungssysteme machen das Auto der Zukunft immer komplexer. Automobilhersteller suchen daher nach Lösungen, um die steigenden Anforderungen hinsichtlich der verfügbaren Bandbreite für Verbindungen im Fahrzeug zu erfüllen. Mit dem im letzten Jahr vorgestellten 1000BASE-T1 Automotive Ethernet-PHY-Transceivers (Physical Layer) hat Marvell eine leistungsfähige Wi-Fi- und Telematik-Konnektivitätslösung vorgestellt. In diesem Jahr hat der Halbleiter-Hersteller sein erstes Automotive Center of Excellence in Deutschland eröffnet und damit die Entwicklungs- und Ausbildungsanstrengungen im Epizentrum der Automobil-Innovation ausgebaut. Ein Interview mit Alex E. Tan, Director der Automotive Solutions Group.

ELEKTRONIKPRAXIS: Herr Tan, die Ver­netzung des Autos mit der Außenwelt wird immer wichtiger und Automotive-Ethernet scheint hier die dominierende Netzwerkslösung im Fahrzeug zu sein. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Alex E. Tan: Wir sehen bei der Verarbeitung von Echtzeit-Daten im Fahrzeug einen Technologie-Trend von dezentralisierten hin zu mehr zentralisierten und kostengünstigeren Architekturen. Heute befinden sich die meisten dieser Verarbeitungseinheiten in der Nähe der jeweiligen Sensoren. In einer solchen Umgebung müssen die Sensordaten an eine zentrale Verarbeitungseinheit übertragen werden. Diese Daten adäquat und zeitnah zwischen Sensor und Verarbeitungseinheit zu transportieren ist extrem anspruchsvoll. Das gilt auch in Sachen EMV. Dementsprechend haben sich Ethernet und Gigabit Ethernet als erste Wahl herauskristallisiert.

Das IEEE arbeitet noch an dem Automotive-Ethernet-Standard 802.3bw, der auch unter der Bezeichnung 100BASE-T1 bekannt ist. Mit der Vorstellung des 1000BASE-T1 Automotive-PHY-Transceivers im letzten Jahr sind Sie nun einen Schritt voraus.

Nach unserer Ansicht ergänzen sich 100BASE-T1 und 1000BASE-T1. Wir wollen den Architekten und den Tier-1-Herstellern ein vollständiges Portfolio von Automotive-Ethernet-Lösungen anbieten. Ziel ist ein Automobil-Ethernet, mit dem mehrere Systeme im Fahrzeug gleichzeitig über ungeschirmte verdrillte Leitungspaare auf Informationen zugreifen können. Bei Consumer- und Industrieanwendungen wird Multi Pair Ethernet bereits in großem Stil eingesetzt. Auch in Fahrzeugen kommt es beispielsweise für Diagnose-Verbindungen und zwischen Modulen zum Einsatz. Bei 100M lassen sich die EMV-Grenzwerte im Automotive-Bereich mit einem Tiefpass-Filter erfüllen.

Für Automobilumgebungen eignen sich Zweidraht- (einpaarige) Versionen jedoch besser, zum Beispiel die künftigen 100Base-T1 und 1000Base-T1 Standards. Sie reduzieren das Gewicht des Kabelbaums und sind zudem kostengünstiger.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44909637 / Steuergeräte)