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Autobranche zwischen Zukunftschancen und Problemen der Gegenwart

| Autor / Redakteur: dpa / Benjamin Kirchbeck

„Meet“: Das Funktionsmodell zur Elektromobilität der Firma Mahle steht beim CAR Symposium im Plenum. Bei dem Treffen diskutieren Vertreter der Autobranche über Zukunftsthemen.
„Meet“: Das Funktionsmodell zur Elektromobilität der Firma Mahle steht beim CAR Symposium im Plenum. Bei dem Treffen diskutieren Vertreter der Autobranche über Zukunftsthemen. (Bild: Bernd Thissen/dpa)

Die deutschen Autobauer gehen durch turbulente Zeiten. Auf dem Auto-Branchenkongress CAR diskutieren sie die Lage. Dort präsentiert sich auch ein umtriebiger Newcomer.

Es sind wichtige Wochen für die deutschen Autobauer: Zum einen legen sie jetzt im Frühjahr ihre Zahlen für das vergangene Jahr auf den Tisch, und es sind noch immer meist Rekordzahlen. Doch der PR-Gau mit den Tierversuchen bei Dieselabgasen wirft Volkswagen, Daimler und BMW zumindest in der öffentlichen Meinung weiter zurück. Und in einigen Wochen steht in Leipzig ein folgenschweres Urteil zu möglichen Dieselfahrverboten an, der das Dieseldebakel noch mal teurer werden lassen könnte.

Die Autowelt ist im Umbruch, doch die deutschen Hersteller tun sich noch schwer mit der neuen Welt, auch wenn sie gerne auf neue Modelle und E-Antriebe in den kommenden Jahren verweisen. „Wir bewegen uns in diesen Wochen immer noch zwischen Vergangenheitsbewältigung und Neuausrichtung für die Zukunft“, sagte VW-Vorstandschef Matthias Müller per aufgezeichneter Videobotschaft an die Teilnehmer des Bochumer Auto-Branchenkongresses CAR Symposium am Donnerstag.

Müller sprach nicht wie geplant persönlich, sondern schickte als Redner seinen Finanzchef Frank Witter ans Pult. Müllers Fernbleiben sorgte für die ein oder andere Spekulation. Offiziell hieß es aus Wolfsburg, der Chef habe im Anschluss an die Sitzung des Aufsichtsratspräsidiums am Vortag wichtige Termine mit Vertretern des Kontrollgremiums.

Laut Kongress-Gastgeber und Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Auto-Marktforscher Center for Automotive Research (CAR) hatte Müller Termine in Österreich mit den Gesellschaftern des Konzerns als Grund für seine Verhinderung angegeben. Zum Aufenthaltsort und Inhalt der Unterredungen mit dem Aufsichtsrat wollte ein Konzernsprecher keine Angaben machen.

Finanzchef Frank Witter gab zu, dass auch andere Dinge den Konzern derzeit stark beschäftigen. „Wenn jetzt Details über die Studien der EUGT bekannt werden, an denen wir leider beteiligt waren, dann ist das nichts anderes als beschämend“, sagte Witter mit Blick auf Tierversuche mit Diesel-Abgasen, die VW zusammen mit Daimler und BMW über den Lobbyverband EUGT finanziert hatte. Am Vorabend hatte VW nach einer Sitzung des Aufsichtsratspräsidiums mitgeteilt, dass Untersuchungen zu dem Vorfall weiter liefen. VW-Cheflobbyist Thomas Steg hatte wegen der Affäre bereits seinen Hut nehmen müssen.

„Nie war so viel Veränderung“, sagte Müller zu den Herausforderungen der kommenden Jahre. Ob die deutschen Hersteller trotz Rekordzahlen den Wettlauf um die jungen Kunden nicht doch gegen kleinere, schnellere oder branchenfremde Wettbewerber verlieren - das gilt noch nicht als sicher.

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