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Auto, wir müssen reden!

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

"Casey" versteht natürliche Satzkonstruktionen und verarbeitet Akzente und Dialekte. Und das in mehr als 30 Ländern der Welt. Für das Sprachtalent ist Englisch somit nicht gleich Englisch; sie spricht mit britischem, amerikanischen, neuseeländischem oder australischem Dialekt.
"Casey" versteht natürliche Satzkonstruktionen und verarbeitet Akzente und Dialekte. Und das in mehr als 30 Ländern der Welt. Für das Sprachtalent ist Englisch somit nicht gleich Englisch; sie spricht mit britischem, amerikanischen, neuseeländischem oder australischem Dialekt. (Bild: Hersteller)

„Ich bin Casey, deine neue Beifahrerin. Kann’s losgehen?“ Sprachsteuerungen wie Alexa und Siri haben das Smart Home im Griff, steuern Licht und Staubsauger. Mit „Casey“ soll nun gelingen, was bisherige Systeme nicht schafften: Das Knöpfe-Chaos im Cockpit Ad acta legen.

Ein neu entwickelter Sprachassistent soll Autofahrern zukünftig dabei helfen, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. „Wer in ein modernes Auto einsteigt, kann sich schon manchmal wie ein Pilot fühlen – Knöpfe, Screens und eine unübersichtliche Menüführung mit tausend Untermenüs. Wir machen den Sprachassistenten zum Beifahrer“, sagt Dr. Dirk Hoheisel, Geschäftsführer bei Bosch.

Der Assistent, der beim ersten Einsteigen auf den Namen „Casey“ hört, soll das Autofahren nicht nur komfortabler, sondern auch sicherer machen: 74 Prozent der deutschen Autofahrer sind laut einer Studie des Allianz Zentrums für Technik regelmäßig abgelenkt, wenn sie beispielsweise die Navigation bedienen, die Klimaanlage einstellen oder einen Anruf annehmen. Diese Ablenkung ist eine der häufigsten Unfallursachen.

Hört auf jedes Wort – auch offline

Bisherige Spracheingaben schaffen da nur wenig Abhilfe. Denn sie sind oft wie ein Auswahlmenü aufgebaut. Der Fahrer muss die Struktur auswendig lernen und passende Befehle vom Display ablesen, das lenkt ebenso ab. „Sagen, was man will, wie man es will – Bosch bringt einen Sprachassistenten ins Auto, der Autofahrer versteht, wie ein Mensch“, sagt Hoheisel.

Der Assistent reagiert nicht mehr auf starre Befehle. Casey versteht natürliche Satzkonstruktionen und verarbeitet sogar Akzente und Dialekte. Und das in mehr als 30 Ländern der Welt. Für das Sprachtalent ist Englisch somit nicht gleich Englisch; sie spricht mit britischem, amerikanischen, neuseeländischem oder australischem Dialekt.

Mehr als ein Jahrzehnt flossen in die Entwicklung der Sprachsteuerung. Dadurch kann Casey etwas, an dem selbst bekannte andere Vertreter noch scheitern: Sie denkt mit und lernt. Will der Fahrer zum Beispiel „Paul“ anrufen, überprüft das System automatisch die Kontakte und berücksichtigt den aktuellen Ort, die Uhrzeit und Situation des Fahrers für seine Reaktion. Morgens auf dem Weg ins Büro ist mit „Paul“ wahrscheinlich der Kollege gemeint, während es abends der beste Freund sein könnte.

Um sicher zu gehen, fragt Casey nach: „Ich habe fünf Kontakte mit dem Namen Paul gefunden. Willst Du Paul Stevenson anrufen?” Diese Kontextabhängigkeit ist eine erste Stufe von Künstlicher Intelligenz. Eine weitere technische Raffinesse: Der Fahrer kann beispielsweise auch Zieladressen in Frankreich in französischer Sprache eingeben – und zwar ohne, dass von Hand etwas umgestellt werden muss.

Ein Beispiel: „Navigiere nach Champ de Mars, Cinq Avenue Anatole Paris.“ Casey versteht das Ziel automatisch und startet die Navigation zum Eiffelturm. Außerdem: Der Assistent kommt auch ohne externe Datenverbindung aus. Die Rechenarbeit übernimmt das Infotainmentsystem im Auto, ohne Daten in die Cloud zu senden. Casey begleitet Autofahrer damit selbst im Tunnel, weit ab von gut ausgebauten Mobilfunkgebieten oder im Ausland, wenn das Smartphone offline ist.

Hört auf jeden Namen

Damit das Gespräch mit dem Auto noch persönlicher wird, kann der Fahrer seinen Assistenten nennen, wie er will. Vorbei ist die Zeit, in der eine Spracheingabe nur auf den Namen hört, den der Hersteller vorgibt. Egal ob „Casey“, „Linda“ oder „Michael“, das Spracherkennungssystem versteht und spricht 30 verschiedene Sprachen mit insgesamt 44 weiblichen und 9 männlichen Sprecherstimmen.

Mit „Hey Casey“ aktiviert der Fahrer seinen Assistenten, auf Wunsch vergibt er einen neuen Namen. Bei jedem neuen Dialog, spricht der Fahrer seinen Assistenten einfach direkt an. Kein Piepton gibt dem Fahrer mehr vor, wann er zu sprechen hat.

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Die Autoindustrie erzeugt Probleme, die Sie dann wieder selbstz lösen möchte. Ein wahre...  lesen
posted am 03.01.2018 um 11:42 von Unregistriert

wenn diese Autos so sicher sind wie keyless-go, dann gute Nacht. Ich kann diesem Unsinn wirklich...  lesen
posted am 03.01.2018 um 11:36 von Unregistriert


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