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Ausblick 2018: Die Automobilbranche am Scheideweg

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Schicksalsjahr einer ganzen Branche: 2018 kämpft die deutsche Autoindustrie nicht nur um ihren Ruf sondern auch gegen drohende Fahrverbote, die von der Deutschen Umwelthilfe (DHU) gefordert werden.
Schicksalsjahr einer ganzen Branche: 2018 kämpft die deutsche Autoindustrie nicht nur um ihren Ruf sondern auch gegen drohende Fahrverbote, die von der Deutschen Umwelthilfe (DHU) gefordert werden. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Deutschlands Vorzeigebranche kämpft um ihre Zukunft. Die Autoindustrie will die Dieselkrise abschütteln, zugleich muss sie Milliarden in neue Technologien stecken. Auch für Kunden und Beschäftigte ändert sich vieles – für manche sogar alles.

2017 war kein Traumjahr für die Autobranche. Zwischen Dieselgipfel und möglicher, aber keinesfalls bewiesener, rechtswidriger Absprachen, mussten sich die deutschen Autobauer auch mit einer Quote für Elektroautos in China abkämpfen. Auch die US-Absatzzahlen schwächelten zum Teil erheblich.

Nun neigt sich 2017 dem Ende zu, doch von Durchatmen keine Spur. Die Entwicklungsabteilungen ächzen im Bereich der E-Mobilität unter dem Innovationszwang und auch das Autonome Fahren will und muss vorangetrieben werden, so die Management-Devise. Als wäre dies noch nicht genug, feuert der Chef der Deutschen Umwelthilfe (DHU), Jürgen Resch, weiter aus allen medialen Rohren und vertieft die Sorgenfalten von Krüger, Zetsche und Müller. Was 2018 von Bedeutung sein wird, lesen Sie im nachfolgenden Überblick.

Der Diesel in Nöten

Mit abweichenden Stickoxid-Werten bei Millionen Autos des VW-Konzerns fing es an. Kann der Diesel angesichts der Glaubwürdigkeitskrise und schrumpfenden Neuzulassungen noch mal die Kurve kriegen? VW ist bei der Aufarbeitung ein Stück vorangekommen - jedenfalls was Milliardenentschädigungen für Verbraucher in den USA, einen Vergleich im US-Strafrecht und den Rückruf betroffener Modelle angeht. Klagen von Aktionären und Betrugsermittlungen sind aber nicht ausgestanden.

Hinweise auf Software, die die Abgasreinigung auf der Straße senkt oder abschaltet, brachten auch andere Hersteller in den Verdacht der Manipulation. Tests des Kraftfahrt-Bundesamts und der DHU erschütterten nicht selten das Vertrauen in den Diesel. Doch der Selbstzünder bleibt unerlässlich: als CO2-effiziente Übergangstechnologie in die Ära alternativer Antriebe. Wäre da nicht der vergleichsweise hohe Ausstoß an Stickoxiden (NOx).

Ein Schreckgespenst namens Fahrverbot

Weil die NOx-Konzentration vielerorts das erlaubte Niveau übersteigt, haben Besitzer älterer Diesel Angst vor Fahrverboten. Vor allem Stuttgart, München oder Kiel hatten bereits 2016 hohe Werte. NRW und Baden-Württemberg gehen gegen Urteile vor, die Dieselautos aussperren könnten. Bald entscheidet das Bundesverwaltungsgericht. Eigentlich waren zum Januar 2018 Fahrverbote in Stuttgart geplant - zehn Jahre nach der Einführung erster Umweltzonen in Deutschland.

Die Bundesregierung will neben einem Milliarden-Fonds für sauberere Luft in den Städten weitere Hilfen bereitstellen. "Lotsen" sollen die Kommunen bei Förderanträgen für Verkehrsprojekte beraten. Einige Bürgermeister fordern, dass sich die Autobauer stärker beteiligen.

Anders als in Deutschland sind anderswo Neuzulassungs-Stopps für Diesel und Benziner schon beschlossen: Frankreich will bis 2040 aussteigen, Großbritannien ab 2040. Die Umwelthilfe lässt hierzulande nicht locker. Sie klagt vor weiteren Gerichten, um die Einhaltung der Luftqualität durchzusetzen.

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