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Aufbau der „Forschungsfertigung Batteriezelle“ gestartet

| Redakteur: Thomas Kuther

Stromspeicher haben eine Schlüsselbedeutung für alle Wirtschaftszweige, die an der Energie- und Mobilitätswende beteiligt sind. Die „Forschungsfertigung Batteriezelle“ soll als Batterieforschungsfabrik für ganz Deutschland zum Entwicklungszentrum einer Batteriezellproduktion werden.

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Akkuzellen sind Schlüsselkomponenten für alle Wirtschaftszweige, die an der Energie- und Mobilitätswende beteiligt sind: Die Fraunhofer-Gesellschaft startet jetzt die „Forschungsfertigung Batteriezelle“, die als Batterieforschungsfabrik für ganz Deutschland zum Entwicklungszentrum einer Batteriezellproduktion werden soll.
Akkuzellen sind Schlüsselkomponenten für alle Wirtschaftszweige, die an der Energie- und Mobilitätswende beteiligt sind: Die Fraunhofer-Gesellschaft startet jetzt die „Forschungsfertigung Batteriezelle“, die als Batterieforschungsfabrik für ganz Deutschland zum Entwicklungszentrum einer Batteriezellproduktion werden soll.
(Bild: Clipdealer)

Mit der „Forschungsfertigung Batteriezelle“ soll die bestehende Lücke in der Wertschöpfungskette von Batterien und Akkus geschlossen und die Abhängigkeit von anderen Märkten vermieden werden. Das Projektteam der Fraunhofer-Gesellschaft und die Forschungspartner in Nordrhein-Westfalen beginnen nun damit, das Konzept für eine „Forschungsfertigung Batteriezelle“ am Standort Münster umzusetzen.

Die Batterieforschung in Deutschland hat in den letzten zehn Jahren wieder internationales Spitzenniveau erreicht. Dennoch verhielt sich die deutsche Industrie bezüglich eines Einstiegs in die Großserienfertigung von Batteriezellen bislang überwiegend zurückhaltend. Um technologische Hürden und Investitionsrisiken für Unternehmen zu reduzieren, soll die „Forschungsfertigung Batteriezelle“ Wissenslücken schließen und zu einer vollständigen Kompetenz entlang der Wertschöpfungskette von der Herstellung bis hin zum Recycling von Batteriezellen führen.

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Sie stützt sich dabei auf die Expertise der Standortpartner der Universität Münster, des Helmholtz-Instituts Münster, der RWTH Aachen sowie verschiedener Institute aus den Fraunhofer-Verbünden Materials, Produktion, Mikroelektronik und Informations- und Kommunikationstechnik. Adressiert wird die Produktion moderner, hochleistungsfähiger Speicher nicht nur für die Elektromobilität, sondern auch für Anwendungen in Haushalt, Industrie, Logistik, Energiewirtschaft, Chemie, Maschinen- und Anlagenbau oder Robotik.

Schulterschluss auf nationaler Ebene

Für den Aufbau und den Betrieb eines solchen großangelegten Projekts bietet die Fraunhofer-Gesellschaft als Innovationstreiber besonders gute Voraussetzungen. Der erste Teilprojektantrag der Fraunhofer-Gesellschaft zum Aufbau und zur Inbetriebnahme einer ersten Produktionslinie mit einem Fördervolumen von rund 150 Mio. € wurde jetzt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligt.

„Die Batterietechnologie hat als Schlüsseltechnologie eine zentrale Bedeutung für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Deutschland“, betont Staatssekretär im BMBF Prof. Wolf-Dieter Lukas. „Die Bundesregierung will die Batterietechnologie entlang der gesamten Wertschöpfungskette stärken. Die Forschungsfertigung Batteriezelle ist ein wichtiges Element in den Förderaktivitäten des BMBF. Mit Münster ist ein hervorragender Standort gefunden, der wissenschaftliche Expertise und ein überzeugendes Konzept vereint. Wir freuen uns, dass jetzt die konkrete Umsetzung dieses wichtigen Vorhabens beginnt.“

„Wissenschaftler und Unternehmen aus der ganzen Republik sind herzlich eingeladen, zusammen mit Spitzenforschern aus Münster, Jülich und Aachen eine eigene Batteriezellproduktion in Deutschland zu ermöglichen“, betont Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart. „Gemeinsam schaffen wir exzellente Voraussetzungen, um moderne Speicher für vielfältige klimafreundliche Anwendungen – bei Stromnetzen, in der Elektromobilität, in der Robotik – zu entwickeln und neue Wertschöpfungsketten für die Industrie zu schaffen.“

„Die nordrhein-westfälische Forschungskompetenz in der Batterietechnologie und Zellproduktion, die sich in Münster in besonderer Weise konzentriert, ist ideale Grundlage für den zügigen Aufbau und erfolgreichen Betrieb der Forschungsfertigung Batteriezelle. Wir freuen uns, dass die gute Zusammenarbeit der Experten der Fraunhofer-Gesellschaft mit den Fachleuten aus Münster, Aachen und Jülich durch den täglichen Austausch vor Ort nun nochmals gestärkt wird“, sagte Isabel Pfeiffer-Poensgen, Kultur- und Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen.

Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft betont: „Die Forschungsfertigung Batteriezelle ist ein Projekt von nationaler und europäischer Bedeutung. Stromspeicher haben als Schlüsselbausteine für die Energie- und Mobilitätswende integrale Bedeutung für zentrale Wirtschaftszweige am Standort Deutschland. Darüber hinaus ist es auch im Hinblick auf den internationalen Wettbewerb essentiell, unsere Unabhängigkeit von anderen Märkten zu stärken. Dazu trägt Fraunhofer im engen Schulterschluss mit den Batteriekompetenzzentren im ganzen Land durch den Aufbau der „Forschungsfertigung Batteriezelle“ bei.“

Batterieforschungsfabrik für ganz Deutschland

Das Projektteam zum Aufbau „Forschungsfertigung Batteriezelle“, der kommissarische Leiter Prof. Dr. Jens Tübke vom Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT und der Leiter der Geschäftsstelle Forschungsfertigung Batteriezelle, Dr. Helmut Schmidt, nehmen ab sofort in kostenfrei von der Stadt Münster zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe zu den naturwissenschaftlichen Instituten der Universität Münster die Arbeit auf. Ab Februar 2020 werden die Wissenschaftler zusammen mit weiteren Mitarbeitern den Aufbau der „Forschungsfertigung Batteriezelle“ im Hansa-BusinessPark im Süden der Stadt betreuen. Dort soll bis 2022 auf einem Grundstück mit rund 40.000 m2 eine einzigartige Batterieforschungsfabrik für ganz Deutschland entstehen. Realisiert und betrieben wird die Forschungsfertigung Batteriezelle von den Fraunhofer-Experten in Kooperation mit den Teams des Batterieforschungszentrums MEET der Uni Münster unter Leitung des Batterieforschers Prof. Dr. Martin Winter und des Lehrstuhls Production Engineering of E-Mobility Components unter Leitung des Produktionsmanagementforschers Prof. Dr. Achim Kampker an der RWTH Aachen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt für das Projekt etwa 500 Mio. € zur Verfügung, während das Land Nordrhein-Westfalen Aufbau und Betrieb der „Forschungsfertigung Batteriezelle“ mit mehr als 200 Mio. € unterstützen wird. Die Landesregierung wird das Grundstück im Hansa BusinessPark von der Wirtschaftsförderung Münster erwerben und der Fraunhofer-Gesellschaft unentgeltlich zur Nutzung überlassen.

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