Ein Angebot von /

Analyse der Elektromobilität in sechs Nationen

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Elektromobilität in Großbritannien

Nachfrage in Großbritannien

Staatliche Förderprogramme sorgen seit Jahren für eine wachsende Nachfrage nach E-Autos auf den britischen Inseln. Ab 2040 sollen keine Verbrenner mehr verkauft werden. Am stärksten gefragt sind die Stromer in London. Durch die Hauptstadt kurven rund 3.000 Elektro- und Hybridbusse. Auch Lieferdienste und Car-Sharing-Unternehmen setzen auf die Elektromobilität. 2017 stiegen die Verkaufszahlen deutlich. Während die Zahl der gesamten Pkw-Neuzulassungen fast sechs Prozent unter dem Vorjahresniveau lag, stieg die Nachfrage nach alternativen Antrieben um 35 Prozent.

Der britische Staat bezuschusst seit 2011 den Kauf von Pkws, die weniger als 75 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Den Kauf unterstützt der Staat mit bis zu 4.500 Pfund. Käufer von E-Lieferwagen erhalten bis zu 8.000 Pfund. Die früher ausschließlich mit Diesel betriebenen Doppeldecker-Busse werden ersetzt. Aktuell fahren über 9.500 Busse durch London, darunter über 6.500 Diesel-Modelle, aber auch knapp 3.000 Hybridbusse und 73 rein elektrische Fahrzeuge.

Produktion in Großbritannien

Die britische Regierung strebt die Weltmarktführung bei der Batterieentwicklung an. Um dieses Ziel zu erreichen, stellt sie ein 280 Millionen Euro schweres Förderprogramm bereit. Das Programm ist in drei Unterprogramme unterteilt. Im Rahmen von "The Faraday Battery Challenge Innovate UK Programme" stellt die dem Wirtschaftsministerium unterstehende Agentur Innovate UK Unternehmen und Start-ups rund 100 Millionen Euro für Projekte im Bereich Batterietechnik zur Verfügung. Jeweils 90 Millionen Euro sind für das nationale Entwicklungszentrum für Batterieproduktion sowie für den Aufbau eines Forschungs-Campus gedacht.

Trotz des geplanten Brexit plant die BMW Group die Produktion einer Elektro-Version des Mini in England. Aston Martin arbeitet aktuell an zwei E-Modellen. Geely will nach dem Londoner Hybrid-Taxi nun auch einen Hybrid-Van produzieren. Noch aber ist Nissan mit dem Leaf der einzige Autobauer, der im Vereinten Königreich E-Autos produziert. 2016 rollten in Sunderland 17.489 Exemplare des E-Kompaktwagens vom Band. Der Großteil wird in das EU-Ausland exportiert. Die Produktion des Leaf II soll trotz bevorstehendem Brexit ebenfalls zunächst am britischen Standort verbleiben. Die BMW Group UK bestätigte im Januar gegenüber Germany Trade & Invest, dass sie ab 2019 den E-Mini im BMW-Werk bei Oxford produzieren will. Jaguar Land Rover kündigte im September 2017 an, alle ab 2020 vorgestellten Modelle ausschließlich mit elektrifiziertem Antriebsstrang anzubieten. Ein erstes Modell soll 2019 erscheinen. Bereits für Ende 2018 ist der elektrische Jaguar I-Pace vorgesehen.

Sogar der Elektrogerätehersteller Dyson plant die Produktion eines Elektroautos. Das Vorhaben sorgt seit Monaten für Aufsehen, da Dyson bekannte Führungskräfte großer Automobilunternehmen abgeworben hat. Das Unternehmen will ausschließlich eigene Komponenten verwenden, heißt es. Unklar ist aber noch, ob in Asien oder auf britischem Boden produzieren wird.

Infrastruktur in Großbritannien

Laut dem Online-Informationsportal Zap-Map gab es Anfang Februar 2018 an insgesamt 5.177 Standorten 8.696 Ladestationen mit 14.867 Anschlüssen. Darunter waren 1.303 Schnellladestationen mit 2.871 Anschlüssen. Zap-Map aktualisiert seine Übersicht täglich. Die britische Regierung fördert den Ausbau der Ladeinfrastruktur mit mehreren Programmen im Wert von über 500 Millionen Euro. Im selben Haushaltsplan stellt Finanzminister Philip Hammond außerdem weitere 46 Millionen Euro für die Forschung und Entwicklung der Ladeinfrastruktur bereit. In beiden Fällen beteiligt sich der Staat zur Hälfte an den Kosten, die anderen 50 Prozent sollen Unternehmen beisteuern.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
Welch billige Kritik - Armes Deutschland!  lesen
posted am 09.04.2019 um 08:16 von Unregistriert

Hallo, selbstverständlich haben wir Deutschland nicht abgehakt. Aber über Deutschland und auch...  lesen
posted am 29.03.2018 um 07:39 von BK

Es wäre interessant, auch mehr über China (die meisten Autos!) und Korea (ein anderes wichtiges...  lesen
posted am 28.03.2018 um 20:50 von Unregistriert

Dem kann ich nur unwidersprochen zustimmen. Eine Zumutung sich einen Überblick zu verschaffen. Der...  lesen
posted am 28.03.2018 um 20:22 von Unregistriert

Das mag ja ein schöner Artikel sein. Aber es fehlt eine vernünftige grafische Aufbereitung. Wer...  lesen
posted am 28.03.2018 um 16:13 von Unregistriert


Mitdiskutieren
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45192482 / E-Mobility)