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Akku-Triebzüge – 600 Millionen Euro Auftrag für Stadler

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Die zweiteiligen Fahrzeuge des Typs FLIRT Akku bieten insgesamt 198 Fahrgästen Platz, davon 124 auf Sitzplätzen.
Die zweiteiligen Fahrzeuge des Typs FLIRT Akku bieten insgesamt 198 Fahrgästen Platz, davon 124 auf Sitzplätzen. (Bild: Stadler)

Stadler konnte sich bei der Green-Technology-Ausschreibung über Fahrzeuge mit alternativen Antrieben erfolgreich gegen andere Konzepte durchsetzen. Teil der Vergabe ist neben der Lieferung von 55 FLIRT Akku-Triebzügen die Instandhaltung der Fahrzeuge über einen Zeitraum von 30 Jahren. Der Auftragswert liegt bei rund 600 Millionen Euro.

Der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein NAH.SH hat Stadler den Zuschlag für die Lieferung von 55 FLIRT Akku-Triebzügen erteilt. Damit ist es Stadler nach sehr kurzer Zeit gelungen, die im Rahmen der InnoTrans 2018 erstmals der Öffentlichkeit präsentierte Akku-Antriebstechnologie in einem großen Verkehrsvertrag zu platzieren. Die Fahrzeuge sollen beginnend ab Ende 2022 in den bisher mit Diesel-Fahrzeugen betriebenen Netzen Nord und Ost zum Einsatz kommen.

Im Unterschied zu Diesel-Triebzügen sind die neuen FLIRT Akku deutlich leiser, energiesparender und spurtstärker. Unter optimalen Bedingungen wurde eine Reichweite von 150 Kilometern berechnet, während die längste oberleitungsfreie Strecke in den Netzen Ost und West circa 80 Kilometer beträgt. Die Ladung erfolgt unter vorhandener Oberleitung vor allem an den Bahnhöfen Kiel, Neumünster, Flensburg, Lübeck und Lüneburg sowie auf der Strecke Osterrönfeld–Jübek.

Darüber hinaus sollen an ausgewählten Stellen zusätzliche Ladevorrichtungen geschaffen und bestehende Oberleitungen verlängert werden, um so eine ideale Ladung der Batterien während der Fahrt zu ermöglichen. Für die Instandhaltung der Fahrzeuge sind Werkstätten an den Standorten Rendsburg und Neumünster vorgesehen.

Die zweiteiligen Fahrzeuge des Typs FLIRT Akku bieten insgesamt 198 Fahrgästen Platz, davon 124 auf Sitzplätzen. Zwei geräumige und barrierefrei erreichbare Mehrzweckbereiche sind für die Mitnahme von Rollstühlen, Kinderwagen sowie Fahrrädern vorgesehen. Die klimatisierten und stufenlos begehbaren Fahrzeuge verfügen zudem über eine rollstuhlgerechte Toilette. Die flächendeckende Ausstattung mit WLAN, Steckdosen sowie einer Videoüberwachung der Fahrgastbereiche und einem modernen Fahrgastinformationssystem sorgen für einen zeitgemässen Fahrkomfort.

„Es macht uns sehr stolz, dass es uns mit dem FLIRT Akku gelungen ist, nicht nur eine ökologische und innovative Lösung gefunden zu haben, sondern auch eine klare wirtschaftliche Verbesserung zu ermöglichen. Betrachtet man die durchschnittliche Lebensdauer eines Schienenfahrzeugs von rund 30 Jahren, sind Batterie-Fahrzeuge günstiger als mit Diesel betriebene Züge“, sagt Jure Mikolčić, CEO von Stadler in Deutschland.

„Wir freuen uns auf die neuen Triebwagen. Gemeinsam mit Stadler betreten wir hier Neuland in Schleswig-Holstein. Die Elektrifizierung ohne Oberleitung ist ein spannendes Projekt, das sicher auch in anderen Regionen interessiert wahrgenommen wird. Der Zeitplan ist ehrgeizig, ich bin aber sicher, dass Stadler wie geplant die neuen Akku-Triebwagen aufs Gleis stellt“, sagt NAH.SH-Geschäftsführer Bernhard Wewers.

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Das RegioTrans-Konzept sieht interessant aus. Leider habe ich dazu im Internet nichts gefunden....  lesen
posted am 03.07.2019 um 13:07 von Unregistriert

Die Triebzüge werden i.d.R. streckenbezogen bestellt. Dadurch ist das Streckenprofil und die...  lesen
posted am 03.07.2019 um 13:00 von Unregistriert

Nicht schlecht, aber viel teuerer als Dieseltraktion und nichts Neues bringend. Unter...  lesen
posted am 03.07.2019 um 09:27 von Unregistriert


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