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AERO – Ein Reifen für autonome, fliegende Autos

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Der luftlose Pneu verzichtet auf eine klassische Felge. Stattdessen gibt es Streben, die im Flugbetrieb als Rotorblätter dienen sollen.
Der luftlose Pneu verzichtet auf eine klassische Felge. Stattdessen gibt es Streben, die im Flugbetrieb als Rotorblätter dienen sollen. (Bild: Goodyear)

Nur Fliegen ist schöner, dachten sich wohl die Ingenieure bei Goodyear und entwickelten einen Reifen, der sowohl fahren als auch fliegen kann. Der Haken: Es ist nur ein Konzept.

Den Genfer Salon nutzt Reifenhersteller Goodyear traditionell auch zur Vorstellung von Zukunftsideen. In diesem Jahr steht die Frage nach Mobilitätslösungen für Metropolen im Fokus. Dabei haben sich die Goodyear-Kreativen von fliegenden Autos inspirieren lassen und den Konzeptreifen Aero entwickelt. Der AERO funktioniert zum einen wie ein ganz normaler Reifen für ein Auto, das auf der Straße fährt. Zum anderen kann er wie ein Rotor für Auftrieb nach oben sorgen und das Auto fliegen lassen.

„Seit mehr als 120 Jahren sorgt Goodyear für innovative Produkte und Lösungen für unsere Mobilität, und arbeitet mit den Pionieren zusammen, die für Veränderung und Fortschritt in der mobilen Welt stehen“, so Chris Helsel, Chief Technology Officer bei Goodyear. „Unternehmen am Mobilitätsmarkt denken auch in die Vertikale, wenn sie die Probleme im städtischen Verkehr und die Überlastung unserer Straßen lösen wollen. Vor diesem Hintergrund hat unsere Arbeit an fortschrittlichen Reifentechnologien und Materialien zu einem Rad geführt, das sowohl als ein traditioneller Reifen auf der Straße als auch als ein Antriebssystem in der Luft dient.“

Soll es in die Luft gehen, werden die Reifen umgeklappt und in eine waagerechte Position gebracht. Die sich drehenden Streben sorgen dann für Schub nach oben.
Soll es in die Luft gehen, werden die Reifen umgeklappt und in eine waagerechte Position gebracht. Die sich drehenden Streben sorgen dann für Schub nach oben. (Bild: Goodyear)

Die Einzelheiten des Konzeptreifens

Multimodales Design: Der AERO basiert auf einem multi-modalen Tiltrotorkonzept. Es kann als ein Antriebsstrang dienen und Kräfte in gewohnter Richtung auf und von der Straße übertragen – d.h. für Schub nach vorne sorgen. Es kann darüber hinaus als Antrieb in der Luft dienen und für Schub nach oben sorgen. Mit dem passenden Auto hätten die Pendler von morgen die Möglichkeit, auf ihrer Fahrt nahtlos von der Straße in die Luft zu wechseln.

Nicht-pneumatische Struktur: Die Speichen des Konzepts würden dabei helfen, die Last des Fahrzeugs zu tragen. Sie würden außerdem wie Rotorblätter funktionieren und für Auftrieb sorgen, wenn sich das Rad neigt. Der luftlose AERO basiert auf einer nichtpneumatischen Struktur, die flexibel genug ist, um Stöße abzudämpfen, wenn das Auto auf der Straße fährt. Sie ist auch stark genug, um so schnell rotieren zu können, dass die Rotorblätter vertikal Auftrieb geben.

Magnetischer Antrieb: Der AERO würde Magnetkraft für einen reibungslosen Antrieb nutzen. So wird die hohe Rotationsgeschwindigkeit möglich, die notwendig ist, um das Fahrzeug auf der Straße nach vorne zu bewegen, und um es abheben zu lassen und in der Luft anzutreiben, wenn das Rad geneigt ist.

Optische Sensorik: Der Konzeptreifen würde lichtbasierte, faseroptische Sensoren nutzen, um die Oberfläche der Fahrbahn, den Reifenabrieb und seine eigene strukturelle Unversehrtheit zu überwachen.

Künstliche Intelligenz: Darüber hinaus hätte der AERO einen eingebetteten Prozessor für A.I., der die von den Sensoren ermittelten Daten mit Informationen aus der Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug (V2V) und von Fahrzeug zu Infrastruktur (V2X) kombiniert. Der Prozessor für A.I. würde diese Datenströme analysieren, um Handlungsempfehlungen zu geben – etwa dem Fahrzeug zu erlauben, in den Modus zum Fliegen oder Fahren zu wechseln. Darüber hinaus könnte er reifenbezogene Probleme identifizieren und lösen, bevor es zu einer Panne kommt.

„Die Konzepte von Goodyear sollen zur Diskussion anregen, und zwar über Reifen und die Verkehrstechnologien für ein neues Mobilitäts-Ökosystem“, fasst es Helsel zusammen.

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