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Kraftfahrzeugtechnik

Acht Extras, die das Auto sparsamer machen

| Redakteur: Thomas Kuther

Mit moderner Antriebstechnik lässt sich die Tankrechnung um mehrere hundert Euro im Jahr reduzieren: Beispiele dafür sind eine erweiterte Start-/Stopp-Funktion oder eine adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung ACC, die eine möglichst konstante und damit spritsparende Fahrt ermöglicht.
Mit moderner Antriebstechnik lässt sich die Tankrechnung um mehrere hundert Euro im Jahr reduzieren: Beispiele dafür sind eine erweiterte Start-/Stopp-Funktion oder eine adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung ACC, die eine möglichst konstante und damit spritsparende Fahrt ermöglicht. (Bild: Bosch)

Im Frühjahr kaufen besonders viele Deutsche einen Neuwagen. Ein sparsamer Antrieb wird dabei immer wichtiger. Mit moderner Antriebstechnik lässt sich die Tankrechnung um mehrere hundert Euro im Jahr reduzieren. Beispiele dafür sind eine erweiterte Start-/Stopp-Funktion oder auch eine adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung ACC, die eine möglichst konstante und damit spritsparende Fahrt ermöglicht.

„Mit vielen Neuerungen sparen Autofahrer bei jedem zurückgelegten Kilometer Kraftstoff und somit bares Geld“, betont Stefan Seiberth, Vorsitzender des Bereichsvorstands Gasoline Systems bei der Robert Bosch GmbH. Dabei müssen spritsparende Funktionen nicht immer teuer sein: Manche Technologien, wie das Start-/Stopp System, sind in vielen Modellen schon zur Grundausstattung geworden. Andere sind beliebte Extras, wie beispielsweise das Automatikgetriebe. Für dieses galt lange eine Faustregel: Eine Automatik treibe den Verbrauch im Realverkehr um etwa einen Liter nach oben. Beim stufenlosen CVT-Getriebe gilt das allerdings nicht, denn es spart Kraftstoff, weil es die Motordrehzahl immer optimal anpasst. Die einzelnen Spritspar-Bausteine im Detail:

Direkteinspritzung – spart mindestens 12% Kraftstoff

Moderne Common-Rail-Diesel setzen schon seit Jahren auf Direkteinspritzung. Mit dieser Technologie stand der Selbstzünder ab dem Jahr 2000 plötzlich gleichermaßen für Fahrspaß wie auch Sparsamkeit. Mittlerweile greift jeder zweite Neuwagenkäufer in Deutschland zu einem Diesel. Parallel entwickelt sich die Direkteinspritzung auch bei Benzinern zum Standard. In Verbindung mit Downsizing und Turboaufladung reduziert die Benzindirekteinspritzung den Verbrauch und damit die CO2-Emission um rund 12%. Gleichzeitig sind Benziner mit Direkteinspritzung leistungsstärker und garantieren somit mehr Fahrspaß.

Stufenloses-CVT-Getriebe – spart bis zu 7% Kraftstoff

Eine kurvige Straße bergauf zu fahren kann Nerven kosten. Kein Gang scheint zu passen. Abhilfe schaffen hier Automatikgetriebe, die dem Fahrer Kuppeln und Gangwahl abnehmen. Fortschrittliche Varianten bieten hier schon bis zu neun Gänge für effizientere Mobilität. Die Continuously Variable Transmission (CVT) ist sogar ein stufenloses Automatikgetriebe, welches ohne feste Schaltpunkte auskommt. Damit ist eine ruckfreie Fahrt bei konstanter Zugkraft und Motordrehzahl möglich. Insbesondere im Stop&Go-Verkehr in der Stadt spielt ein CVT-Getriebe seine Stärken aus. Es reduziert den Kraftstoffverbrauch um bis zu 7%, weil der Motor immer im effizientesten Leistungspunkt arbeiten kann.

Start/Stopp – Kein Spritverbrauch mehr an der roten Ampel. Spart mindestens 5%

Bereits heute wird jedes zweite in Westeuropa produzierte Neufahrzeug mit einem Start/Stopp System ausgerüstet. In vielen Fahrzeugmodellen ist die Funktion bereits Standard ohne Aufpreis – vom preiswerten Kleinwagen bis zur leistungsstarken Oberklasse-Limousine. Start/Stopp Systeme senken den Kraftstoffverbrauch und damit die CO2-Emissionen im Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) um bis zu 5%, in dessen Stadtabschnitt sogar um bis zu 8%. Im dichten Stadtverkehr, insbesondere zu Stoßzeiten, ist das reale Einsparpotenzial sogar noch größer.

Alternative Antriebe – Erdgasauto lohnt sich schon ab 7000 km

Erdgas-Antriebe sind mittlerweile auch in Serienfahrzeugen zur echten Alternative geworden. Sie rechnen sich in Deutschland im Pkw ab einer Jahresfahrleistung von 7000 km. Auch weil Erdgas bis zu 50% günstiger ist als Benzin. Im Vergleich zum konventionellen Benzinmotor lassen sich bei gleicher Leistung 25% CO2 einsparen. Dies liegt an der chemischen Zusammensetzung dieses Energieträgers. Das System von Bosch startet auch bei Kälte im Gas-Modus und ermöglicht Kunden praktisch immer die Fahrt mit günstigem Erdgas. Andere Systeme müssen in der Startphase mit teurem Benzin vorwärmen.

Elektrifizierung – spart bis zu 60% Kraftstoff

Mit aktuellen Strong-Hybrid Systemen von Bosch können Autofahrer ihren Verbrauch um 15 bis 25% reduzieren. Viele Hersteller bieten diese elektrifizierten Antriebe heute schon zu kleinen Aufpreisen an. Deshalb kann sich ein Hybrid schon ab der Golf-Klasse lohnen. Käufer erhalten dafür einen sparsamen Antrieb, der durch Boost Funktionen auch mehr Fahrspaß bieten kann. Deutlich mehr kosten derzeit noch Plug-In-Hybride. Sie können die Energiekosten jedoch um bis zu 90% senken, wenn der Nutzer konsequent an der Steckdose auflädt. Die Variante mit Stecker ist besonders geeignet für Mittelklassefahrzeuge, elektrifizierte SUV oder auch für Sportwagen.

Segelfunktion – Motor schaltet während der Fahrt ab und spart 10%

Mit Start/Stopp Segeln ermöglicht Bosch auch beim Verbrennungsmotor emissionsfreies, geräuschloses und widerstandsarmes Fahren über weite Strecken. Die innovative Technik schaltet den Verbrenner während der Fahrt ab, wodurch dieser keinen Kraftstoff mehr verbraucht. Die günstige Segelfunktion spart im realen Verkehr bis zu 10% Sprit. Für den Fahrer unmerklich geht der Motor aus, sobald das Fahrzeug durch bloßes Rollen seine Geschwindigkeit halten kann – beispielsweise bei einem leichten Gefälle oder beim Ausrollen. Tippt der Fahrer Gas oder Bremse an, startet der Motor wieder.

Vorausschauende Navigation – Bewusstes Ausrollen vor dem Ortsschild

Die vorausschauende Navigation von Bosch vernetzt Kartendaten mit dem Fahrzeugantrieb. Dadurch können Fahrer bis zu 15% Kraftstoff sparen. Anhand der Streckenvorschau errechnet das Motormanagement dynamisch die benötigte Antriebsenergie und steuert den Verbrennungs- oder Elektromotor vorausschauend an. Die Navigationssoftware erkennt beispielsweise, dass nach zwei Kilometern Bergabfahrt ein Ortsschild kommt und fährt diese Strecke dann im spritsparenden Segelmodus oder gewinnt mehr Energie für den Elektroantrieb zurück.

Adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung ACC – konstante Fahrt spart bis zu 5% Kraftstoff

ACC entlastet den Autofahrer, indem sie eine vorgegebene Wunschgeschwindigkeit einhält, vorausfahrende Fahrzeuge erkennt und einen gewünschten Sicherheitsabstand wahrt. Radarsensoren überwachen den Verkehr und passen die Geschwindigkeit entsprechend an. Die adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung ist mittlerweile auch in vielen Kleinwagen als Extra erhältlich und spart im realen Verkehr bis zu 5% Sprit – denn das System hält die Geschwindigkeit konstant und betreibt den Motor im aktuell effizientesten Drehzahlbereich.

Übrigens: Das Einsparpotenzial gilt jeweils für das Einzelsystem. Physikalisch schließt sich eine Gesamteinsparung über 100% aus.

Video: Benzindirekteinspritzung

// TK

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