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Absatzentwicklung: Wie stark brechen die globalen Märkte ein?

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Mit welchen Corona-bedingten Absatzeinbrüchen muss die Automobilindustrie dieses Jahr rechnen? Jetzt wurde eine erste Prognose veröffentlicht, die jedoch an gleich mehrere, noch ungewisse Bedingungen geknüpft ist.

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(Bild: Clipdealer )

Der globale Automobilmarkt wird im Jahr 2020 durch die Corona Pandemie nach Berechnungen des Center of Automotive Management (CAM) um 17 Prozent einbrechen. Insgesamt sinkt die weltweite Automobilnachfrage damit um ca. 15 Mio. Pkw auf nur noch 68 Mio. Pkw und wird in den größten Automobilmärkten zu erheblichen Verwerfungen führen.

In Europa ist mit einem Minus von 21 Prozent auf nur noch 12,5 Mio. zu rechnen, während in den USA die Nachfrage um 3 Mio. auf dann 14 Mio. Pkw/LCV (-17%) sinken könnte. Der größte Automobilmarkt China würde um 10 Prozent auf 19 Mio. Pkw im Gesamtjahr 2020 sinken, wobei die chinesische Autonachfrage im Vergleich zum Höchststand im Jahr 2017 (24 Mio.) dann bereits um 5 Mio. Einheiten geschrumpft wäre.

Unter anderem wird davon ausgegangen, dass einerseits die durch die Corona-Krise ausgelösten Hauptbelastungen bzw. erheblichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens und damit auch der Automobilwirtschaft auf eine Kernzeit von 6-8 Wochen in den jeweiligen Regionen begrenzt bleiben. Andererseits wird angenommen, dass die Automobilnachfrage durch verschiedene staatliche Anreizprogramme und zusätzliche Fördermaßnahmen angeregt wird. Sollten diese Annahmen nicht zutreffen, wäre mit deutlich höheren Rückgängen der Pkw-Nachfrage zu rechnen.

In den zurückliegenden Wochen ist die Automobilnachfrage aufgrund der Corona Krise vielfach stark eingebrochen. In China waren im Februar die Neuzulassungen um 80 Prozent und in der ersten Märzhälfte um 50 Prozent gesunken, während seitdem Zeichen einer leichten Belebung sichtbar werden. In der EU dürfte mit einer 4-6-wöchigen Verschiebung zu China der negative Peak im März und April 2020 sein.

In Europa (EU-28) ist im März mit Absatzrückgängen um ca. 65 Prozent zu rechnen, wobei Italien (-85%), Frankreich (-72%) und Spanien (-69%) am stärksten betroffen sind. In den USA sind die Pkw-Absatzsätze im März 2020 um 39 Prozent gesunden. Aufgrund der erst seit kurzem eingeleiteten Ausgangsbeschränkungen ist mit einem Höhepunkt des Markteinbruchs in den USA erst im April zu rechnen.

Die Markttrends in den wichtigsten Automobilmärkten.
Die Markttrends in den wichtigsten Automobilmärkten.
(Bild: CAM )

„Die sich verschärfenden negativen ökonomischen Rahmenbedingungen führen zu großer Unsicherheit und entsprechender Kaufzurückhaltung bei teuren Anschaffungen wie Automobilen. Entsprechend werden starke Anreize zur Nachfragestimulation notwendig sein, um eine Wiederherstellung und Stabilisierung der automobilen Wertschöpfungskette zu ermöglichen“, bilanziert Studienleiter Professor Stefan Bratzel.

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