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A39 wird zum Testfeld für autonomes und vernetztes Fahren

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Auf der A39 rund um Braunschweig ist das Testfeld Niedersachsen eröffnet worden. Nun werden dort automatisierte und vernetzte Fahrzeuge getestet sowie das Fahrverhalten und der Verkehrsfluss analysiert.

Die erhobenen Daten sollen unter anderem dazu genutzt werden, um vakante Situationen wie Stauenden oder Einfädelmanöver zu untersuchen.
Die erhobenen Daten sollen unter anderem dazu genutzt werden, um vakante Situationen wie Stauenden oder Einfädelmanöver zu untersuchen.
(Bild: DLR)

Den Verkehr der Zukunft auf die Straße zu bringen – das ist der Anspruch des Testfelds Niedersachsen. Nach Abschluss der letzten Aufbauarbeiten in den vergangenen Monaten können nun automatisierte und vernetzte Fahrzeuge getestet, Fahrverhalten und Verkehrsfluss erfasst und analysiert werden. Am 8. Januar 2020 wurde das Testfeld offiziell vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eröffnet.

Mit einem Knopfdruck starteten Prof. Karsten Lemmer, DLR-Vorstand für Energie und Verkehr, Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Björn Thümler, Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur sowie Thomas Jarzombek, MdB und Koordinator der Bundesregierung für die deutsche Luft- und Raumfahrt, eine erste Übertragung der Erfassungstechnik auf der Autobahn 39 bei Braunschweig. Anschließend konnten sie sich in Forschungsfahrzeugen selbst ein Bild von der Strecke und den Nutzungsmöglichkeiten des Testfelds machen.

Prof. Lemmer betonte bei der Eröffnung: "Das Testfeld Niedersachsen ist wichtig, damit wir die Vorteile, die uns die Technologie des automatisierten und vernetzten Fahrens bietet, in der Praxis nutzbar machen können." Auch Thomas Jarzombek freute sich, dass das Testfeld Niedersachsen nun seinen Betrieb aufnehmen kann, und sagte: "Unternehmen, die Wissenschaft und Start-ups benötigen Räume, in denen sie innovative Technologien und Lösungsansätze erproben und weiterentwickeln können. Das Ziel ist es, dass die Mobilität der Zukunft hier in Deutschland entwickelt und auch auf die Straße gebracht wird."

Analyse kritischer Verkehrssituationen

Das Testfeld Niedersachsen wird Stück für Stück in Betrieb genommen. An der A39 sind gegenwärtig 71 Masten errichtet. Sie können die Verkehrsteilnehmer und alle anderen Objekte im Verkehrsraum anonymisiert erfassen. So erlangen die Forscher beispielsweise Aufschluss darüber, was zukünftige Assistenz- und Automationssysteme leisten müssen. Dafür können die Masten untereinander sowie mit den entsprechend technisch ausgerüsteten Fahrzeugen kommunizieren. Zusätzlich zu den fest verbauten gibt es mobile Masten, die Tests auch abseits der Autobahn ermöglichen. Dadurch ist die Analyse und Unterstützung automatisierter Fahrmanöver an unterschiedlichen Orten und auf verschiedenen Straßentypen möglich.

Einen weiteren wichtigen Bestandteil des Testfelds Niedersachsen – neben den Straßen und Autobahnen – bilden die hochgenaue Karte und die Simulation der gesamten Strecke. Hier kann vorab bereits getestet werden, was später auf der Straße zur Realität wird.

Die Wissenschaftler des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik werden die auf dem Testfeld erhobenen Daten nutzen, um spezielle verkehrliche Situationen wie Stauenden, Einfädelsituationen und Überholmanöver genauer unter die Lupe zu nehmen. Daraus lassen sich Funktionen für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge entwickeln oder verbessern. Außerdem werden Methoden und Konzepte für die Zulassung von automatisierten Fahrzeugen in Deutschland weiterentwickelt und auf der Straße praktisch erprobt. An oberster Stelle steht dabei immer das Ziel, den motorisierten Verkehr sicherer und effizienter zu machen, den Komfort für den Fahrer zu erhöhen und Emissionen zu verringern.

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