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5G-V2X: IP-Datenpakete mit unter 2 Mikrosekunden übertragen

| Redakteur: Hendrik Härter

In einem Feldtest konnten Entwickler im Rahmen der V2X-Kommunikation mit 5G die End-to-End-Laufzeitmessung auf weniger als 2 µs senken.

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Im Rahmen eines Feldversuchs zeigten Enwickler von Rohde & Schwarz sowie Huawei, das mit 5G jedes IP-Datenpakete weniger als zwei Mikrosekunden benötigt.
Im Rahmen eines Feldversuchs zeigten Enwickler von Rohde & Schwarz sowie Huawei, das mit 5G jedes IP-Datenpakete weniger als zwei Mikrosekunden benötigt.
(Bild: Daimler)

Eines der wichtigsten Einsatzfelder von 5G ist die hochzuverlässige Kommunikation mit niedriger Latenz (Ultra-Reliable Low Latency Communication, URLLC). URLLC spielt für fortgeschrittene Anwendungen bei der V2X-Kommunikation (Vehicle to Everything) eine wichtige Rolle und wird in Zukunft das autonome Fahren ermöglichen soll.

Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts haben Huawei und Rohde & Schwarz ein präzises End-to-End-Laufzeitmesssystem bei Feldtests eingesetzt. Für den konkreten Anwendungsfall des kooperativen Fahrens wurden Over-the-Air-IP-Übertragungen bei der 5G-V2X-Kommunikation im fahrenden Auto untersucht. Es konnte eine Messgenauigkeit von unter 2 µs für jedes übertragene IP-Paket erreicht werden. Die übertragenen Daten umfassten verschiedene IP-Datenströme einschließlich Video-, LiDAR- und Steuerdaten (ITS-Nachrichten) für ein ferngesteuertes Fahrzeug. Die Genauigkeit der Absolutzeiten auf beiden Seiten wurde mit Hilfe zweier unabhängiger GPS-Empfänger sichergestellt.

Latenz als Leistungsindikator für 5G

Während es bei dem Versuch in München um die Fahrzeug-Fernsteuerung ging, betrafen die Tests auf dem Testareal in Shanghai die V2X-Kommunikation für das sogenannte Platooning – dabei werden mehrere Fahrzeuge, die per Funkkommunikation vernetzt sind, im Verbund bewegt. Die Messung der Übertragungslaufzeit von der Quelle über die Luftschnittstelle bis zu einem (beweglichen) Empfänger (Senke) muss alle Laufzeiten eines IP-Pakets mit einschließen – die Verzögerung durch den Funksender, die Ausbreitungsverzögerung und die Verzögerung durch den Funkempfänger. Da die Latenz einer der wichtigsten Leistungsindikatoren für 5G und für Sicherheitsanwendungen kritisch ist, könnten solche Messungen zu einem wichtigen Kriterium für zukünftige Zertifizierungstests werden.

Andreas Pauly, Leiter des Geschäftsbereichs Messtechnik bei Rohde & Schwarz: „Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit Huawei und die Chance, unser Messtechnik-Know-how in die Entwicklung der 5G-Technik einzubringen.“

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