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4. Internationale ATZ-Fachtagung: Von der Assistenz zum Automatisierten Fahren

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Die Richtung ist eindeutig: Klassische Assistenzsysteme wandeln sich zu automatisierten Fahrfunktionen. Doch was lässt sich wie und wann umsetzen? Antworten gibt es auf der 4. Internationalen ATZ-Fachtagung „Fahrerassistenzsysteme“ am 18. und 19. April 2018 in Wiesbaden.

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Auf der 4. Internationale ATZ-Fachtagung wird u.a. darüber referiert, welche Tätigkeiten der Fahrer im automatisierten Modus wie ausüben darf.
Auf der 4. Internationale ATZ-Fachtagung wird u.a. darüber referiert, welche Tätigkeiten der Fahrer im automatisierten Modus wie ausüben darf.
(Bild: ATZ)

Menschliche Fehler sind heute für rund 90 Prozent der Kollisionen verantwortlich. Der technische Fortschritt im Bereich Automatisiertes Fahren wird die Straßen also deutlich sicherer machen: Das bedeutet weniger Unfälle, Schäden sowie Verletzte und Tote – vor allem dann, wenn um das Jahr 2030 die ersten vollautomatisierten Fahrzeuge serienreif sein könnten. Aber wo bleibt da der Fahrer? Und wie sind Fahrzeuge und ihre Fahrer versichert?

Automatisierte Fahrfunktionen ermöglichen neue Freiheitsgrade für den Fahrer, wie etwa eine Beschäftigung mit einer Nebentätigkeit während der pilotierten Fahrt. Aber die einhergehende Absenkung der Aufmerksamkeit, führt zu der Frage, wann der Fahrer im Falle einer Übernahmeaufforderung kognitiv wieder zurück „im Loop“ ist, um die Fahraufgabe angemessen übernehmen zu können. Weltweit entwickeln Experten derzeit neuartige Methoden zur Erfassung der kognitiven Übernahmefähigkeit. Und welche Grundlagen gilt es auf der Maschinenseite zu entwickeln? Zu den Voraussetzungen zählen unter anderem geeignete Softwareapplikationen und das Handling großer Datenmengen, die kontinuierlich zwischen Fahrzeug und der Cloud ausgetauscht werden.

2018 findet die Internationale ATZ-Fachtagung Automatisiertes Fahren zum vierten Mal statt.
2018 findet die Internationale ATZ-Fachtagung Automatisiertes Fahren zum vierten Mal statt.
(Bild: ATZ)

Ebenso gilt es, große Rechenleistung zur Verfügung zu stellen, die bei geringer Leistungsaufnahme und im herausfordernden automobilüblichen Temperaturfenster zuverlässig funktioniert. Die ausreichend schnelle Bereitstellung der großen Datenmengen, erfordern gravierende Änderungen der Fahrzeugarchitektur. Das Zusammenspiel von künstlicher und menschlicher Intelligenz erfordert es, in neuen Interaktionsebenen zu denken.

Diese Fragen werden bei der 4. Internationalen Fachtagung „Fahrerassistenzsysteme“ am 18. und 19. April 2018 in Wiesbaden thematisiert und diskutiert. Die Kernfrage ist dabei: Was lässt sich wie und wann umsetzen? Neue E/E-Architekturen,Bordnetze, verbesserte Umfelderkennung und neue Methoden wie „Deep Machine Learning“ sind elementare Herausforderungen für Fahrzeugingenieure. So wird ein Thema in Wiesbaden sein, welche fahrfremden Tätigkeiten Fahrer im automatisierten Modus wie ausüben dürfen. Ein anderes ist der Fahrer in der Interaktion mit dem Fahrzeug bzw. den stattfindenden Interdependenzen. Eine weitere Frage wird sein, wer bei einem Unfall wie haftet und für den entstandenen Schaden verantwortlich ist. Diese Themen sind auch für die Versicherungsbranche von Bedeutung, die mit völlig neuen Konzepten auf die neue Mobilität reagieren muss.

Assistenzsysteme werden die Häufigkeit von Schäden senken. Jedoch wird wohl tendenziell – das ist eine Erkenntnis aus der Fachtagung im vergangenen Jahr – die Schadenhöhe steigen. Denn die eingebaute Technik wie Radarsensoren oder Kamerasysteme werden die Aufwendungen deutlich teurer machen. Nicht zu vergessen sind Schäden, die nicht durch die Automatisierung beeinflusst werden wie Glasschäden, Elementarschäden wie Hagel oder Diebstahl. Verändern werden sich dann wohl auch die Kriterien, die den zu zahlenden Versicherungsbeitrag bestimmen. Diese spannende Diskussion ist Thema in der Session II „Versicherungskonzepte“.

Möchten Sie mitdiskutieren und sich mit anderen Experten austauschen? Dann können Sie sich für die 4. Internationale ATZ-Fachtagung Automatisiertes Fahren anmelden.

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